Märchenzeit : Lehrerpult gegen Bühne getauscht

Britta Haberecht übernimmt die Rolle der Märchenerzählerin.
1 von 3
Britta Haberecht übernimmt die Rolle der Märchenerzählerin.

Nach zweijähriger Pause hat es wieder ein Theaterstück zur Adventszeit an der Schule am Neuen Teich in Lübz gegeben.

svz.de von
18. Dezember 2013, 08:00 Uhr

Dunkle Vorhänge verhüllen den Eingangsbereich der Schule am Neuen Teich in Lübz. Dahinter verbirgt sich ein lang gehütetes Geheimnis – eine kleine Theaterbühne. Denn nach zweijähriger Pause präsentieren sich die Lehrerinnen der Bildungseinrichtung in Kostümen auf der Bühne und nicht am Lehrerpult. Rollentausch lautet das Motto in der vorweihnachtlichen Zeit in Lübz. Schulleiterin Silke Darnstädt und ihre Kolleginnen Iris Wagner, Marina Buuck, Kerstin Springer, Elke Jost, Andrea Mogalle und Britta Haberecht schlüpfen in die Rolle von Theaterschauspielern – und das alles für ihre Schüler. Nach wenigen Minuten und den ersten Szenen auf der Bühne, wissen die Mädchen und Jungen sowie die Gäste, Schüler der vierten Klassen der Grundschule Lübz, worum es auf der Bühne in der nächsten Stunde gehen wird. „Du bist so geschickt mit deinen Händen, mein liebes Kind“, sagt die Mutter zu ihrer Tochter. „Das hat mir alles die Großmutter beigebracht. Und auch mein rotes Käppchen hat sie mir gemacht. Ich mag es gar nicht mehr abnehmen“, antwortet das Mädchen. „Deshalb nennen dich ja auch alle Rotkäppchen“, sagt die Mutter und lächelt.

Nach den Herbstferien haben sich die sieben Lehrerinnen immer wieder am Mittwochnachmittag getroffen und geprobt. „Unsere Vorstellung gehört traditionell zum Advent“, erzählt Silke Darnstädt, die mit der Rolle der Mutter und des Jägers gleich doppelt im Stück auftaucht. Doch in den beiden vergangenen Jahren haben die Schüler das Programm vor Weihnachten gestaltet. Jetzt waren die Lehrerinnen wieder einmal an der Reihe, die Schüler, ehemalige Kollegen und Kooperationspartner sowie die breite Öffentlichkeit aus Lübz und Umgebung zu überraschen. So geschehen am Montag- und Dienstagvormittag für die eigenen Schüler und die Gäste von der Grundschule Lübz. Doch auch am gestrigen Abend sind die Kolleginnen in die Rollen von Wolf und Co geschlüpft.

Im dicken Kostüm von Hase, Wolf und Fuchs haben die Lehrerinnen Kerstin Springer, Elke Jost und Andrea Mogalle ganz bestimmt nicht gefroren. Die Kostüme hat das Mecklenburgische Landestheater Parchim der Schule geliehen. „Für die Hilfe vom Theater sind wir sehr dankbar“, sagt Silke Darnstädt. Doch was ist ein Theaterstück ohne Bühne? Darum kümmert sich seit vielen Jahren liebevoll Hausmeister Frank Wahls. Aus alten Möbelstücken baut er etwas Neues. So auch dieses Mal aus dem Bett, in dem Rotkäppchens Oma gegen Ende des Stücks vom bösen Wolf überfallen und gefressen wird. „Bei unseren Proben haben wir immer viel gelacht, weil jeder Spieler seiner Figur eine ganz individuelle Note verpasst“, erläutert Silke Darnstädt. „Dieses gemeinsame Projekt für unsere Schüler verbindet auch das Kollegium und tut dem Team gut.“

Aufmerksam beobachten um die 180 Zuschauer die Bühne und verfolgen gespannt die Geschichte. Das klassische Märchen vom Rotkäppchen und dem bösen Wolf soll den Schülern nicht nur Spaß bringen. „Gerade mit Tieren können sich Kinder besser identifizieren. Schüler können an den Eigenschaften von den Tieren im Stück auch einiges lernen“, erläutert die Schulleiterin. Spaß bringt es ebenfalls. Den Schülern, den Gästen und Kooperationspartnern sowie den Laien-Schauspielerinnen, die ihren Lehrerinnenalltag eintauschen: Das Lehrerpult gegen die Theaterbühne. Deshalb wird das Theaterstück in der Adventszeit an der Schule am Neuen Teich in Lübz auch in den kommenden Jahren fester Bestandteil im Jahresprogramm bleiben. Wer weiß, in welche Rollen die Lehrerinnen um Schulleiterin Silke Darnstädt im kommenden Jahr schlüpfen. Denn auch das wird wieder ein wohlgehütetes Geheimnis sein – bis zu dem Tag, an dem die Lehrerinnen das Lehrerpult gegen die Theaterbühne tauschen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen