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23. November 2017 | 08:47 Uhr

Lehrer wollen keine befristete Arbeit

vom

svz.de von
erstellt am 25.Feb.2013 | 06:09 Uhr

lübz/schwerin | Zu einem ganztägigen Warnstreik hatte gestern die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) alle Lehrer aus dem Schulamtsbezirk Schwerin aufgerufen. Die Teilnehmer fuhren morgens mit Bussen zu einer Kundgebung in der Landeshauptstadt.

In Lübz zum Beispiel fand deshalb an der Regionalen und Grundschule kein Unterricht statt (Kinder und Eltern wurden auch durch Wurfzettel rechtzeitig darüber informiert), vom Gymnasium beteiligte sich hingegen nur eine Delegation von fünf Lehrern - nicht, weil es dort nicht mehr Befürworter der Forderungen gibt, sondern in diesem konkreten Fall aus objektiv nachvollziehbarer Rücksicht auf die ihnen anvertrauten Schüler, erklärt die amtierende Schulleiterin Franka Waburg: "In fünf Wochen beginnen die Abiturprüfungen für 55 Mädchen und Jungen. Da ist es wichtig, jede Stunde zu erhalten." Somit sei dieses Handeln nicht als Streikbrecherei zu werten - was früher in einem vergleichbaren Fall schon einmal geschah - sondern die Kollegen müssten frei für sich entscheiden. Es sei in Ordnung, wenn das Gymnasium beide Richtungen abdecke, und auch viele derjenigen, die das Mittel Streik nicht voll unterstützten, stünden trotzdem sehr häufig hinter den Forderungen der GEW.

Die Gewerkschaft fordert, die Tabellenentgelte um 6,5 Prozent anzuheben, bisher noch unterschiedlich hoch bezahlte Lehrer etwa von Regionalschulen und Gymnasien gleich zu entlohnen und die nach ihrer Meinung viel zu hohe Zahl befristeter Arbeitsverträge zu begrenzen. Franka Waburg und ihre Kollegen unterstützten besonders die beiden letztgenannten Punkte. "Gleichgute Arbeit verrichtende Menschen verschieden zu bezahlen haut gar nicht hin und zunehmend nur noch befristete Arbeitsverträge anzubieten, ist eine starke Belastung für die Organisation des schulischen Ablaufs, für die langfristige Absicherung des Unterrichts, die wir brauchen, um im Sinne der Kinder zu handeln", sagt die 48-Jährige, seit 1989 Lehrerin und von Anfang an selbst in der Gewerkschaft. "Besonders durch die Befristung - allein in unserem Haus sind nur davon schon drei Kollegen betroffen und die Zahl nimmt überall ständig zu - wird es unattraktiv, in Mecklenburg-Vorpommern zu arbeiten. Wir haben damit entscheidende Nachteile gegenüber den weitaus meisten anderen Bundesländern, in denen die Kollegen fast überall sofort verbeamtet und unbefristet eingestellt werden."

Um die 370 Schüler des Lübzer Gymnasiums kümmern sich 29 Lehrer. Mit 48 Jahren (Stand vergangenes Jahr) liege ihr Durchschnittsalter sehr hoch. Die jüngste, ebenfalls befristet eingestellte Kollegin ist 29, der nächstjüngere Lehrer bereits 39 Jahre alt. "Ich treffe mich mit vielen Vertretern von Schulern, von denen vor allem die aus dem östlichen Bereich unseres Landes mittlerweile oft schon großen Bedarf an Nachwuchskräften haben", so Franka Waburg. "Referendare etwa bleiben in der Regel wegen der verweigerten Verbeamtung nicht bei ihnen und weil sie woanders weniger Pflichtstunden leisten müssen - pro Woche 25 und weniger statt 27 bei uns."

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