Ehrenamt in Goldberg : Leere Plätze – Kandidaten fehlen

Damit diese Stühle im Gericht nicht leer bleiben, werden für den Amtsbereich Goldberg-Mildenitz weiterhin Kandidaten für die Schöffenwahl gesucht.
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Damit diese Stühle im Gericht nicht leer bleiben, werden für den Amtsbereich Goldberg-Mildenitz weiterhin Kandidaten für die Schöffenwahl gesucht.

Die Amtsbereiche Goldberg-Mildenitz, Eldenburg Lübz und Plau am See suchen noch Ehrenamtliche für das Amt des Jugendschöffen.

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06. Februar 2018, 21:00 Uhr

„In dubio pro reo“ – dieser Grundsatz des Zweifels für den Angeklagten gilt für Richter wie auch für Schöffen. Derzeit werden in der Region für den Posten des ehrenamtlichen Richters Kandidaten gesucht. Bundesweit finden in diesem Jahr Schöffen- und Jugendschöffenwahlen statt. Die Ämter sind dazu verpflichtet, Vorschlagslisten mit geeigneten Kandidaten aufzustellen. Doch die Suche danach gestaltet sich mitunter schwierig. Dabei wird Schöffen eine verantwortungsvolle Aufgabe zuteil. Sie sollen mit ihrem Ehrenamt das Vertrauen des Volkes in die Justiz aufrechterhalten.

In allen drei Amtsbereichen Eldenburg Lübz, Goldberg-Mildenitz und Plau am See fehlen noch Kandidaten. „Wir bedanken uns bei den Bürgern im Amtsbereich, die ihre Bereitschaft bereits bekundet haben, sich dieser verantwortungsvollen Aufgabe zu stellen“, sagt Angela Marschall, Hauptamtsleiterin des Amtes Goldberg-Mildenitz. Im Amtsbereich Goldberg-Mildenitz werden mindestens sechs Kandidaten für die Mildenitzstadt und mindestens je zwei Kandidaten für die Gemeinden Dobbertin, Mestlin, Techentin und Neu Poserin gesucht. Für die Jugendschöffenwahl müssen ebenfalls mindestens sechs Frauen und Männer vorgeschlagen werden. „Diese Zahlen sind aber noch nicht erreicht“, erklärt Angela Marschall. Deshalb macht die Hauptamtsleiterin noch einmal Werbung für dieses Ehrenamt.

In der Gemeinde Barkhagen, die zum Amt Plau gehört, fehlt bislang nur noch ein männlicher Kandidat, weiß Plaus Hauptamtsleiterin Sabine Henke. „Das Gros haben wir an Kandidaten zusammen“, erklärt Sabine Henke auf SVZ-Nachfrage. Wie in Goldberg werden auch in Plau noch geeignete Kandidaten für die Jugendschöffenwahl gesucht. Der Amtsbereich Eldenburg Lübz braucht insgesamt 18 Kandidaten (wir berichteten). Die Listen sind auch hier noch nicht vollständig, deshalb wirbt auch Gerd Holger Golisz, Leiter des Amtes Zentrale Dienste, für dieses Ehrenamt. Er selbst weiß, wovon er spricht. „Ich bin selbst ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht Schwerin. Dort geht es nicht um Strafsachen, aber das Prinzip ist gleich.“

Das Amt des ehrenamtlichen Richters kann jeder deutsche Staatsbürger zwischen 25 und 70 Jahren ausüben – allerdings sollten die Kandidaten körperlich dazu imstande sein, da es mitunter längere Sitzungen geben könnte. Darauf weist auch Angela Marschall aus Goldberg hin. Generell sollten insgesamt zwölf Sitzungstage im Jahr nicht überschritten werden, an denen Schöffen zugegen sein müssen. Grundsätzlich sollen die ehrenamtlichen Richter unparteiisch sein sowie ihre Berufs- und Lebenserfahrung in die Rechtsprechung miteinbringen.

Bewusst sollte sich jeder sein, der das Amt eines Schöffen ausübt, dass er an einem Urteil mitwirkt. Gerade bei Strafangelegenheiten geht es dabei mitunter um Frei- oder Schuldspruch.

Wer Interesse hat, das Amt eines Schöffen auszuüben, meldet sich bei seiner Wohnsitzgemeinde oder im jeweiligen Amt.


Welche Voraussetzungen muss man haben?
Vorausgesetzt werden die deutsche Staatsbürgerschaft, ein Alter zwischen 25 und 70 Jahren. Des Weiteren sollte man körperlich wie geistig fit sein, soziales Verständnis haben, Menschenkenntnis, verantwortungsbewusst, vorurteilsfrei sein.
Muss der Arbeitgeber zur Ausübung des Schöffenamtes freistellen?
Nach § 45 Abs. 1a des Deutschen Richtergesetzes (DRiG) darf „niemand in der Übernahme oder Ausübung des Amtes als ehrenamtlicher Richter beschränkt oder wegen der Übernahme der Ausübung des Amtes benachteiligt werden.“ Der Arbeitgeber muss den Schöffen also freistellen.
Welche Pflichten und Rechte hat ein Schöffe?
Ein Schöffe hat zunächst Anwesensheitspflicht, außer bei Krankheit oder bei Befangenheit. Und er ist zur Verschwiegenheit verpflichtet. Zu den Rechten zählt u.a. das Fragerecht an Angeklagte, Zeugen, Sachverständige... Er darf an Beratungen und Abstimmungen teilnehmen, sowie an Entscheidungen, die das Urteil betreffen.

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