Bauruinen in Lübz : Lebensgefahr Krankenhaus

Zugewuchert: Die ehemalige Krankenwagenausfahrt
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Zugewuchert: Die ehemalige Krankenwagenausfahrt

Größte Ruine von Lübz als Abenteuerspielplatz ausgemacht / Jetzt täglich Kontrollen auf Verstöße

svz.de von
08. März 2014, 16:00 Uhr

Das Gelände des ehemaligen Lübzer Krankenhauses ist nicht nur zur illegalen Müllkippe verkommen (wir berichteten), sondern auch Standort der größten Ruine der Stadt. Kinder haben sie als Abenteuerspielplatz ausgemacht – nicht nur verboten, sondern vor allem auch lebensgefährlich. „Natürlich: Wenn ich daran denke, ob mich dieses Gebäude als Kind gereizt hätte, ist die Antwort schnell ja“, sagt Bürgeramtsleiter Thomas Rosenfeldt, als solcher auch für den Ordnungsbereich zuständig. „Durch den nach einem Feuer offenen gebliebenen Dachstuhl vor einigen Jahren ist es in einem Hauptteil allerdings  so durchfeuchtet, dass mittlerweile schon Zimmerdecken abstürzen, Treppen sind stark beschädigt und an vielen Stellen kann man nicht mehr gefahrlos über den Fußboden laufen. Eltern müssen unbedingt darauf achten, dass ihre Kinder dieses Gelände nicht betreten, weil sie hier leicht ums Leben kommen beziehungsweise durch schwere Verletzungen zu Krüppeln werden können. Und wer dort Kinder sieht, sollte uns umgehend benachrichtigen.“ Wer gegen die Vorschriften verstößt, wird angezeigt.

Im Erdgeschoss hatte die Stadt  alle Wandöffnungen zumauern lassen, damit niemand mehr hineinkommt. Mittlerweile sind diverse Steinfelder aber schon wieder herausgebrochen. Rosenfeldt habe jetzt den Bauhof beauftragt, alles erneut zu verschließen und darüber hinaus seine Mitarbeiter angewiesen, das Gelände täglich zu kontrollieren. Aufgestellt werden sollen jetzt auch noch einmal Schilder, die das Betreten des Areals verbieten. Die erste Generation ist komplett verschwunden: „Hier sind alle Grenzen überschritten.“

Mit der Wende war zunächst der Kreis Eigentümer des Krankenhauses. Obwohl die Geburtshilfestation noch 1991 und 1992 für rund sechs Millionen Mark saniert und mit neuer Technik ausgestattet wurde, kam das Ende der Einrichtung am 30. September 1995. Ein Jahr später flammten noch einmal Hoffnungen auf, weil ein dänisches Unternehmen in dem Komplex eine Herzchirurgie etablieren wollte, doch das Vorhaben scheiterte. Nach der Rückübertragung auf den Kreis ersteigerte die Stadt das Krankenhaus, der schon die als Plattenbau in Richtung Goldberg angefügte Poliklinik  gehörte. „Der Verfall ist zu weit vorangeschritten. Ziel ist jetzt der möglichst schnelle Abbruch des gesamten Komplexes“, so Rosenfeldt. „Wir haben deshalb eine Förderung durch das vom Land aufgelegte Programm zur Beseitigung von Altlasten gestellt und stehen mit auf der Liste.“

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