Bildungsstätte für Lehmbau : Lange Nacht der heißen Öfen

Gemütlich ist es am Grundofen von Florian Hartl
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Gemütlich ist es am Grundofen von Florian Hartl

Sparsames und gesundes Heizen: In Wangelin konnten am Sonnabend sieben verschiedene Konzepte begutachtet werden

In Wangelin als der Heimat des landesgrößten Kräutergartens und der bundesweit einzigartigen Bildungsstätte für Lehmbau heizen immer mehr Bewohner ihr Haus mit einem emissionsarmen Grundofen. Erstmals öffneten am Sonnabend fünf Hausbesitzer ihre Pforten, um über die vielfältigen gestalterischen und technischen Lösungen für Einzelfeuerstätten zu informieren. Dazu gab es vorab im Lehmhaus des Wangeliner Gartens eine Kurzeinweisung und einen Wegeplan. Zugleich bestand die Möglichkeit, dort und im Gartencafé gleich zwei Lehmöfen unterschiedlicher Technik in Augenschein zu nehmen.

Piet Karlstedt („Lehmart“, Dorfstraße 26) ist eingeschworener Fan der finnischen „Firebox“. Langjährige Studien eines Architekten haben zu einem Ofeneinsatz geführt, der sein Feuerholz immens emissionsarm verwertet. „Durch eine ausgeklügelte Zuführung der Außenluft wird eine sehr hohe Verbrennungstemperatur erreicht.“ Außerdem gelangt durch Düsen vorgewärmte Verbrennungsluft in das Feuer. „Das Holz verbrennt dadurch fast rückstandsfrei.“ Die wärmespeichernde Schamottsteine heizen sich in kurzer Zeit auf und spenden danach noch stundenlang angenehme Strahlungswärme – „selbst, wenn kein Feuer mehr brennt“. Die „Firebox“ gibt es inzwischen als Bausatz, der leicht zu handhaben ist, weil das Schneiden von Schamottsteinen entfällt. Der gelernte Ofen- und Lehmbauer hat sich dafür entschieden, seinen Kamineinsatz mit Lehm zu verkleiden.

Auch die Eheleute Florian Hartl und Ute Göthe haben sich für Lehm als Außenhaut ihres Grundofens entschieden. Dessen Bauart ist dadurch gekennzeichnet, dass er über keinen stählernen oder gusseisernen Brennraum und auch über kein Ascherost verfügt. „Sein Feuer brennt direkt und fast aschelos auf den Schamottsteinen ab“, erklärte Florian Hartl. Luftzüge entnehmen dem Grundofen seine Abwärme und führen sie Speicherelementen zu. Der Grundofen in der Dorfstraße 24 wird durch eine Wandheizung ergänzt, die ihr Wasser durch einen Ölbrenner erhitzt. „Die Vorlauftemperatur liegt auf dem niedrigen Niveau einer Fußbodenheizung.“

Auch Andreas Breuer (Dorfstraße 22) als Spezialist für ökologische Baustoffe (www.natuerlich-bauen.de) hat sich für einen Grundofen entschieden. Allerdings sind darin drei flache Wassertaschen eingebaut, die ihren Inhalt einem Pufferspeicher zuführen. Von dort aus kann das Haus auch dann beheizt werden, wenn der Ofen nicht in Betrieb ist. „Pro Jahr verbrauche ich höchsten 15 Raummeter Brennholz.“ An der Aktion „Lange Nacht der heißen Öfen“ beteiligten sich außerdem Tom Küstner (Vietlübber Straße 35) und der Musiker Warnfried Altmann (Dorfstraße 10). Der Wangeliner Garten als Veranstalter plant für 2015 bereits die Neuauflage dieser Informationsveranstaltung und rechnet dann mit weiteren installierten Öfen.

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