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Agrar GmbH Diestelow investiert in neue Sauenanlage : Landwirtschaft hat doch Zukunft

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Zwei Millionen Euro, damit die Landwirtschaft in der Region eine Zukunft hat: So viel investiert die Agrar GmbH Diestelow in den Neubau einer auf das Tierwohl optimierten Sauenanlage für 800 Tiere.

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erstellt am 11.Dez.2012 | 06:27 Uhr

Parchim/Diestelow | Zwei Millionen Euro, damit die Landwirtschaft in der Region eine Zukunft hat: So viel investiert die Agrar GmbH Diestelow in den Neubau einer auf das Tierwohl optimierten Sauenanlage für 800 Tiere. Sie ersetzt den alten unwirtschaftlichen Bau. "Wir haben alte Anlagen abgerissen und stattdessen eine komplette neue Halle errichtet, die mit einigen älteren Bauten kombiniert wird", sagt der Geschäftsführer der Agrar GmbH, Carsten Timm. Seit drei Jahren wird an der Planung gearbeitet, seit etwa zwei Jahren erfolgt die Umsetzung.

Zwei Millionen Euro werden in die Halle investiert, die 86 Meter lang und 36 Meter breit ist. Bei dem Bau wurden die gesetzlichen Vorgaben für den Neubau nicht nur eingehalten, sondern überschritten, sagt Timm und ergänzt sofort, dass "alle vorgegebenen Maße nach oben erweitert wurden". Es gehe um das Wohl der Tiere, die nur unter optimalen Bedingungen gute Leistungen und damit für den Verbraucher gute Qualität liefern könnten. Die Anlage ist für 1000 Tiere konzipiert, gehalten werden sollen aber nur bis zu 850.

Damit die Luft in der Anlage relativ frisch bleibt, wird eine Zentralabsaugung eingebaut. Die Luft wird über den Tieren durch ein Rohrsystem in einen extra großen, breiten Abluftkanal geleitet. Der ist 3,5 mal 4,5 Meter groß und 86 Meter lang. Am Ende dieses Kanals befindet sich eine Ansaugeinrichtung und die Luft wird dann in zehn Metern Höhe ins Freie geleitet. Zugleich erfolgt eine Frischluftzuführung.

Wichtig für den engagierten Landwirt, der aus einer Bauernfamilie stammt und leidenschaftlich für seinen Berufsstand wirbt, ist, dass Vorhandenes effektiver, besser und intelligenter genutzt werden sollte. Es gehe nicht um Masse und riesige Anlagen um jeden Preis, sondern darum, "gesunde Nahrungsmittel zu fairen Preisen auf den Markt zu bringen". Dazu gehöre, dass auch die Tiere sich wohl fühlen, denn nur dann sei deren Nachwuchs fit und das Fleisch später schmackhaft.

Wenn in der neuen Anlage die Sauen eingestallt sind, werden sie in kleinen Gruppen gehalten. Deren Zuordnung erfolgt nach den spezifischen Merkmalen der Tiere, denn auch die sind - wie bei den meisten Lebewesen - sehr unterschiedlich. Eine Sau, die erfolgreich gedeckt bzw. besamt worden ist, hält sich in der Anlage etwa drei Monate auf und kommt dann in den Abferkelstall, in dem sie mit ihrem Nachwuchs etwa drei Wochen zusammen bleibt. Die Ferkel werden im Alter von zehn Wochen an Abnehmer verkauft. "Drei größere davon haben wir in der Region, so in Wessin, Dobbertin und bei Mestlin", sagt Timm. Im Vorjahr "produzierte" eine Sau im Schnitt 23 Ferkel, aktuell sind es 25 und das Ziel seien 28. Wichtig für die Betriebsführung sei, dass die Dorfbevölkerung bei diesem Modernisierungsvorhaben "mitgenommen wird". Sie wurde stets informiert über das Vorhaben und zugleich diene es der Erhaltung der 35 Arbeitsplätze, inklusive der drei Auszubildenden. "Wir haben nicht nur die Verantwortung für den Betrieb, sondern auch eine soziale Verantwortung und die gilt es, wahrzunehmen", sagt Timm. Dazu gehöre auch die Akzeptanz der Landwirtschaft im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern. Nur dann steige auch das Verständnis für diesen Produktionszweig und mit etwas Rücksicht könne man sehr gut zusammenleben. Die Diestelower Agrar GmbH bewirtschaftet neben der Sauenanlage noch 320 Milchkühe und beackert 1850 Hektar landwirtschaftliche Produktionsfläche inklusive 300 Hektar Grünland.

Aus Anlass des Neubaus der Sauenanlage findet am Sonnabend ein Tag der offenen Tür statt. Von 10 bis 15 Uhr gibt es Führungen, es findet eine Diaschau statt und auch für Imbiss und Getränke ist gesorgt.

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