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Lokalpolitik : Landrat: „Südbahn bitte ad acta legen“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Das Thema Südbahn ist für Rolf Christiansen abgeschlossen

von
erstellt am 26.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Angesichts der Umweltdiskussion sei es schwierig, bei Fahrgästen und allgemein Verständnis für den Betrieb von mit Dieselmotoren betriebenen Bussen zu bekommen, die 30 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer verbrauchen. Das sagte Stefan Lösel, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP), auf einer kürzlich in Benzin abgehaltenen Veranstaltung zur Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Landkreis Ludwigslust-Parchim (wir berichteten). Deshalb plane man den Bau einer Gastankstelle im Raum Parchim/Schwerin/Hagenow. Den schon öfter ins Spiel gebrachten Betrieb von Elektrobussen lehnt der Geschäftsführer zumindest für sein Unternehmen ab: „Ich habe sie selbst getestet. Nach 180 Kilometern ist Schluss – Akku leer. Das geht in der Fläche nicht.“

Auch Gerd Vorhauer, Lehrer am Lübzer Eldenburg-Gymnasium, steht dem Schienenersatzverkehr durch die Buslinie 77 sehr kritisch gegenüber, wie er bei der Fragestunde in Benzin zum Ausdruck brachte: „Wir sind jetzt benachteiligt. Wie komme ich mit Schülern und ihren Rädern aus Lübz weg? Früher war dies kein Pro-blem. Und ich nehme nicht an, dass Sie einen Heckträger oder einen Radanhänger anschaffen wollen.“ Negativ sei darüber hinaus, dass wegen dieses verschlechterten Angebotes auch immer weniger Touristen kommen.

Landrat Rolf Christiansen wollte die Kritik so nicht im Raum stehen lassen. „Fast alle Schulen müssen sich selbst einen Bus für Unternehmungen organisieren!“, sagte er. „Wir sind uns alle im klaren darüber, dass die Abbestellung der Bahn eine strukturelle Fehlentscheidung war. Zu verantworten hat sie aber nicht der Landkreis.“ Vom ersten Gespräch mit der Landesregierung an sei klar gewesen, dass die Bahn zwischen Parchim und Malchow nicht wieder fahren werde. Trotzdem habe sie die Entscheidung anschließend mindestens fünfMal erneut abgelehnt. „Wenn ich das tun würde, bräuchte ich mich im Kreistag nicht mehr sehen zu lassen. Die Fakten gefallen mir ja auch nicht, aber wir müssen sie zur Kenntnis nehmen“, so Christiansen. „Ich bitte, das Thema Südbahn ad acta zu legen.“

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