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Rettungsaktion für spätgotisches Kunstwerk : Lanckener Altar benötigt Hilfe

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Der kostbare mittelalterliche Altar in der Dorfkirche zu Lancken muss dringend restauriert werden. Je mehr Zeit verstreicht, desto größere Schäden erleidet das spätgotische Kunstwerk. Eine Rettungsaktion läuft an.

Lancken | Der kostbare mittelalterliche Altar in der Dorfkirche zu Lancken muss dringend restauriert werden. Je mehr Zeit verstreicht, desto größere Schäden erleidet das spätgotische Kunstwerk, für das Besucher nicht selten lange Anfahrtswege auf sich nehmen, um es betrachten zu können. Vor allem die Tatsache, dass sich bereits Teile der Malschichten gelöst haben und abgefallen sind, lässt die Alarmglocken schrillen. Die Kirchgemeinde hat jetzt eine Rettungsaktion in Gang gesetzt und bekommt dabei Unterstützung von einem gemeinnützigen Verein, der sich bereits kurz vor der Jahrtausendwende für das Gotteshaus im Dorf mächtig ins Zeug gelegt hat: Am 15. Dezember 1996 ergriffen engagierte Lanckener, wie z. B. Dr. Dietrich Riewendt, die Initiative, um die Aufarbeitung des Glockenstuhls und die Elektrifizierung des Geläutes anzuschieben. Nicht einmal drei Jahre später war das Ziel erreicht, die festliche Einweihung des Glockenstuhls fand Ende August 1999 im Rahmen der 750-Jahrfeier des Dorfes statt. Seitdem hat der Verein, der heute unter dem Vorsitz von Uwe Spegel steht und auf solche treuen Mitstreiter wie Familie Fokuhl zählen darf, stets im Stillen zum Wohle der Kirchgemeinde weitergearbeitet, um sich nun, 15 Jahre später, wieder einem besonderen Projekt zuzuwenden und dafür auf kreative Weise Mittel einzuwerben.

Der Altar stammt aus der Lübecker Werkstatt des damals weithin geschätzten Bildschnitzers Claus Berg (1475 - 1535). Ihm werden u. a. auch die Apostelfiguren im Dom zu Güstrow sowie Altarwerke und Skulpturen in Deutschland und Dänemark zugeschrieben. Um das Kunstwerk in Lancken für die Zukunft bewahren zu können, möchte die Kirchgemeinde in zwei Schritten vorgehen: Zunächst gelte es, die noch vorhandene Farbfassung zu sichern. Danach sollen Fehlstellen und Vergoldung ergänzt werden, berichtet Ulrike Kloss, seit 2006 Pastorin der verbundenen Kirchgemeinden Groß Pankow-Redlin-Burow/Gischow-Lancken. All das ist mit einem großen finanziellen Kraftakt verbunden: Nach ersten vorsichtigen "Recherchen" in Fachkreisen werden die Gesamtkosten mit ca. 10 000 Euro beziffert.

Diebe stahlen 1992 kostbare Altarflügel

Ulrike Kloss verweilt gern vor dem Altar. In seiner ganzen Vollständigkeit hat sie ihn leider nie sehen können: 1992 ist er von Dieben seiner kostbaren Altarflügel beraubt worden. Im Dorf ist man bis heute der Überzeugung, dass es sich damals um "Auftragsklau" handelte. Die Vorstellung, dass sich die 12 Apostelfiguren an zwölf verschiedenen Orten befinden könnten, tut weh. Die Hoffnung, dass sie eines Tages auftauchen und an Hand von erhalten gebliebenen Bildern identifiziert werden können, schwindet von Jahr zu Jahr. Geblieben ist der Gemeinde der Schrein, auf dem Maria mit ihrer Mutter und dem Kind, Maria mit ihrem Kind und Jakobus der Ältere abgebildet sind. Der Mittelschrein zeigt den Heiligen Antonius und den Heiligen Erasmus. Auf der Predella wird Christus als Schmerzensmann dargestellt, eingerahmt von den vier römischen Kirchenvätern, Hieronymus, Gregor I., Ambrosius und Augustinus.

Der Lanckener Feldsteinkirche aus dem 14./15. Jahrhundert selbst wird ein guter baulicher Zustand bescheinigt. Für das gepflegte Umfeld sorgte jahrelang das Ehepaar Knöschke. Auch die Familie Möller aus Paarsch hat es immer gut im Blick. Dieses Jahr unterstützte eine 11. Klasse des Friedrich-Franz-Gymnasiums aus Parchim beim Zusammenharken und Entsorgen des Laubes auf dem großen Kirchplatz. Besorgte Blicke heften sich in jüngerer Vergangenheit allerdings immer wieder am Westgiebel fest: Hier ist der Sanierungsbedarf unübersehbar…

Freundlich zugedachte Spenden zum Erhalt des Altars können auf das Vereinskonto 707 000 660, BLZ 130 700 24 bei der Deutschen Bank Parchim eingezahlt werden.

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erstellt am 02.Dez.2011 | 10:39 Uhr

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