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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. November 2017 | 20:42 Uhr

Entwicklungsplan : Kurze Schulwege sichern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neue Schulentwicklungsplanung für den Landkreis Ludwigslust-Parchim in Arbeit

von
erstellt am 02.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Für kleine Schulen könnte jetzt wieder das große Zittern beginnen: Der Landkreis Ludwigslust-Parchim ist dabei, den Schulentwicklungsplan zu überarbeiten. Dessen Aufgabe ist es, das Netz der Schulstandorte der Schülerzahl anzupassen.

Ob aktuell Schulen gefährdet sind, will und kann Andreas Neumann, Beigeordneter des Landrates, noch nicht sagen. Zum einen möchte er nicht, dass die Kreistagsmitglieder aus der Presse von gefährdeten Schulen erfahren. Zum anderen ist die neue Schulentwicklungsplanungsverordnung des Landes, die Grundlage für die kreislichen Entscheidungen ist, noch nicht in Kraft. Sie werde im Oktober-Mitteilungsblatt veröffentlicht, wie die Pressestelle des Bildungsministeriums auf Anfrage mitteilte. Und so ließ sich der Beigeordnete auch auf keinerlei Wenn-Würde-Überlegungen ein.

Ursprünglich hatte der neue Schulentwicklungsplan schon zum Schuljahr 2013/14 vorliegen sollen. Doch der Termin wurde auf 2017 verschoben, weil noch unklar ist, wie sich die gewollte Inklusion von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Regelschulen auswirkt und wie sie umgesetzt werden kann. „Angesichts der demografischen Entwicklung wird die Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung doch schon jetzt gefordert“, so Andreas Neumann.

Derzeit gibt es im Landkreis 83 allgemeinbildende Schulen, darunter vier Ersatzschulen in freier Trägerschaft. An ihnen werden insgesamt 18 193 Mädchen und Jungen unterrichtet. Die Zahl der Schüler bleibe zunächst noch annähernd gleich, erklärte der Beigeordnete. Trotzdem könnte es zu Problemen kommen. „Es gibt Verschiebungen innerhalb des Landkreises. In einigen Bereichen sinkt die Schülerzahl.“ Vor allem im ländlichen Raum werde es schwieriger. Dennoch: „Erklärtes Ziel von Landrat Rolf Christiansen und Kreistag ist es, möglichst alle Schulstandorte im Kreis zu erhalten, um die Belastung der Schüler durch lange Schulwege so klein wie möglich zu halten“, betont Andreas Neumann. Er hofft, dass die neue Landesverordnung dabei hilft – indem etwa die Mindestschülerzahl für die Bildung von Eingangsklassen generell verringert wird. Einige Schulen arbeiten schon jetzt mit kleineren Klassen – über Ausnahmegenehmigungen.

Die Stadt Ludwigslust hofft, mit der Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung und der damit verbundenen Schuleinzugsbereichssatzung eine alte Forderung erfüllt zu bekommen. Bislang müssen die Kinder aus dem Ortsteil Glaisin in die Grundschule nach Eldena gehen, und die Stadt muss für jeden einzelnen Schüler den Schullastenausgleich zahlen – dem Vernehmen nach rund 1000 Euro pro Jahr. Dabei hätte eine Ludwigsluster Schule, die im Ortsteil Kummer, Platz, um die Glaisiner aufzunehmen.

Andreas Neumann ließ aber schon durchblicken, dass es zu Interessenkonflikten kommen könnte, wenn durch eine Änderung der Schuleinzugsbereiche eine Schule, gerade im ländlichen Raum, gefährdet wäre und ihre Schließung zu unzumutbaren Wegezeiten für einige Schüler führen würde. In solchen Fällen, die es auch in anderen Ecken des Landkreises gebe, müsse man zwischen den Interessen abwägen, so der Beigeordnete. Ausgang offen. Ludwigslusts Bürgermeister Reinhard Mach zeigte sich auf der jüngsten Stadtvertretersitzung jedoch „verhalten optimistisch“, dass es gelingt, die Glaisiner Schüler in eine der städtischen Schulen zu holen.

Bis zum Frühjahr kommenden Jahres soll die neue Schulentwicklungsplanung stehen. Derzeit ist die Verwaltung dabei, den Entwurf zu erarbeiten. Ende Oktober/Anfang November sollen dann die Beteiligten, die Schulträger etwa, dazu angehört werden. Der Kreistag soll laut Zeitplan im Februar 2015 entscheiden. Bereits Anfang Januar könnte die Planung dann erstmals öffentlich diskutiert werden – in einer Sitzung des Bildungsausschusses. Ob es wirklich so lange dauert, bis erste Namen gefährdeter Schulen in die Öffentlichkeit durchsickern, bleibt aber abzuwarten.



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