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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

19. Oktober 2017 | 05:55 Uhr

Schule : Kurz ins Mittelalter zurückversetzt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Neues Wissen von siebten Klassen im Lübzer Eldenburg-Gymnasium präsentiert / Spezielle Form des Unterrichts findet großen Anklang

von
erstellt am 03.Feb.2015 | 20:30 Uhr

In den vergangenen Monaten haben sich die drei siebten Klassen des Eldenburg-Gymnasiums intensiv mit dem Mittelalter beschäftigt. An drei unmittelbar aufeinander folgenden Abenden präsentierten sie das neue Wissen dann vor ihren eigenen und den Verwandten der Mitschüler im mit Stroh ausgelegten Atrium. Themen unter anderem: Bekleidung, Handel, der Aufbau von Burgen, Waffen und das Leben allgemein.

Die 7b und 7c hatten drei Wochen lang keinen anderen Unterricht, sondern widmeten sich ausschließlich der Epoche Mittelalter. Dem ersten Abschnitt waren Basis-Aufgaben vorbehalten. Neben die Menschheit seinerzeit quälenden Krankheiten wie Pest und Cholera ging es im mathematischen Bereich zum Beispiel darum, den Grundriss einer großen Kirche maßstabsgerecht zu zeichnen. In der Geographie wurde vermittelt, wo Marco Polo entlang fuhr und die Schüler mussten sein Seeweg auf einer Weltkarte einzeichnen.

In der zweiten Woche wählte jeder ein spezielles Thema aus und beschäftigte sich in der Folgezeit tiefgründig damit. Während bei den Jungen historische Waffen mehrfach von Interesse waren, entdeckte zum Beispiel Hannah Staal die damalige Bekleidung als ein sie fesselndes Thema. Ihre Mutter half ihr dann dabei, sogar ein komplettes Kleid zu nähen, mit dem sie an dem Abend auffiel.

Die so genannten „Konzeptklassen“ werden zum weitaus größten Teil im Jahr (rund drei Viertel der Zeit) normal unterrichtet. Drei Mal gibt es eine zwei- oder dreiwöchige Phase, in der sich einem Sonderthema gewidmet wird. Das erste betraf exotische Früchte, ein zweiwöchiges kommt noch. „Das Projekt läuft bei uns seit gut zehn Jahren. Es geht dabei auch darum, dass die Kinder lernen, ihr Wissen in Worte zu fassen und zu präsentieren“, erläutert die stellvertretende Schulleiterin Franka Waburg. „Diese Tradition kommt sehr gut an – auf allen Seiten.“

Die Eltern staunten oft, was die Kinder in kurzer Zeit gelernt haben und wie sie es herüberbringen, während Lehrer zum Beispiel begeistere, dass Schüler es durchaus schaffen, sich intensiv zu beschäftigen: „Das I-Tüpfelchen ist, wenn man in den Unterrichtsraum kommt und die Kinder schon arbeiten. Einige, die im üblichen Unterricht unauffällig sind, laufen bei den Projekten öfter zur Höchstform auf.“ Sie hätten merklich dazu beigetragen, dass Schüler selbstständiger werden und es sei gelungen, die schulisch gesteuerten Ausarbeitungen in den vergangenen Jahren auf ein deutlich höheres Niveau zu bringen.

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