Wissenswertes in Plau : Kurs auf Nordost – Kraniche in MV

Kraniche sind sehr sozial. Ihre Jungen können oftmals erst mit zehn Wochen fliegen.  Fotos: Sidney Smith
1 von 2
Kraniche sind sehr sozial. Ihre Jungen können oftmals erst mit zehn Wochen fliegen. Fotos: Sidney Smith

Dr. Wolfgang Mewes forscht noch immer über den sogenannten Vogel des Glücks – er schrieb sogar seine Doktorarbeit über den Kranich

von
17. Februar 2018, 05:00 Uhr

„Mecklenburg-Vorpommern ist für Kraniche das bedeutendste Bundesland“, sagt Dr. Wolfgang Mewes bei seinem Vortrag beim jüngsten CDU-Stammtisch im Plauer Park-Hotel Klüschenberg. Und damit weiß er zu überzeugen. Seit fast einem halben Jahrhundert befasst sich der Spezialist mit diesem Thema, 1993 hat er darüber seine Doktorarbeit geschrieben.

Durch Trockenlegung und Bejagung fast ausgerottet, hat sich laut Mewes der Kranichbestand in MV inzwischen wieder erholt. Zwischen 1977 und 2016 hat sich die Population von 300 auf 4250 Paare vergrößert. Zwischen Mestlin und Plau hat er als sein Forschungsgebiet eine Fläche von 340 Quadratkilometern mit 170 Brutplätzen festgelegt. Der übliche Frühjahrszug aus den Winterquartieren habe längst eingesetzt. „Die Kraniche kommen immer früher zurück.“ Dann suchen sie Nistplätze, meist auf von Wasser umgebenen Standorten in Birken- oder Erlenbrüchen. „Manche Paare haben mehr als einen Brutplatz.“ Bis zu drei Gelege konnte Mewes schon einem Weibchen zuordnen. In der Regel legt das Kranich-Weibchen aber nur zwei Eier. Wolfgang Mewes sucht jedes Nest auf, vermisst die Eier, wiegt und fotografiert sie. Alle Erkenntnisse werden akribisch katalogisiert. Er weiß, welche Eier von welchem Weibchen gelegt worden sind. „Beim Brüten wechselt es sich mit ihrem Mann ab.“ Kraniche seien sehr soziale Wesen. Als Brutzeit wird der April angesehen. „Die Jungen schlüpfen dann, wenn der Raps blüht.“ Das Schlüpfen könne bis zu 30 Stunden dauern. Bis die Jungen dann flugfähig seien, können bis zu zehn Wochen vergehen.

Die Fotos und Videos, mit denen der Kranich-Experte seinen Vortrag anschaulich bebilderte, stammten von Sidney Smith. Nach seiner Pensionierung wandte sich der einstige Flötist eines Lübecker Musikensembles der Tierfotografie zu und erwarb sich vor allem mit Unterwasseraufnahmen einen Namen. Wenn er Kraniche fotografiert, macht er das meist von einem Tarnzelt aus. Dabei gelingen ihm spektakuläre Nahaufnahmen, die das Publikum staunen ließ und zu vielen Fragen animierte. „Mit diesem Vortrag hat der CDU-Stammtisch sein Spektrum um ein äußerst attraktives Thema erweitert“, sagt der Ehrenvorsitzende Rüdiger Hoppenhöft. Am 22. März gastiert die Emil-Freude-Band, die Swing aus den 30er und 40er Jahren erklingen lässt.

Kraniche segeln mitunter

Ähnlich wie Wildgänse sind Kraniche Zugvögel. Dabei haben die Tiere auch eine ähnliche Route. Doch bei genauem Hinsehen, gibt es Unterschiede beim Flugstil. Kraniche z. B. legen häufiger Segelphasen ein, sie schlagen kaum mit den Flügeln, nutzen die Thermik. Dabei lösen sie ihre Keilformation auf. Das ist bei Wildgänsen nicht der Fall.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen