Benzin : Kritik an Ziegelei-Entwicklung

Die Ziegelei Benzin aus der Luft
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Die Ziegelei Benzin aus der Luft

Durch einstimmigen Beschluss der Kritzower Gemeindevertreter liegt der geänderte Bebauungsplan für das Technische Denkmal auf Eis. Gefordert wird unter anderem eine Verbesserung der Parkplatzsituation.

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19. September 2017, 21:00 Uhr

Ernst Engländer, Eigentümer der auf dem Gebiet der Gemeinde Kritzow liegenden Ziegelei Benzin, möchte den Ausbau des Technischen Denkmals zu einem Kulturzentrum weiter voranbringen. Ein Teil wurde zum Beispiel schon mit der Schaffung eines Cafés und den auf dem Gelände mittlerweile regelmäßig stattfindenden Flohmärkte umgesetzt (wir berichteten).

Für alles war die Aufstellung eines Bebauungsplans notwendig, der den Titel „Produzierendes Technisches Denkmal – Logistik und Information Ziegelei Benzin“ trägt. Um auch die neuen Vorhaben genehmigt zu bekommen, muss er geändert werden. Gesetz ist, dass dann die mit dem Vorhaben berührten Behörden und „Träger öffentlicher Belange“ (zum Beispiel der Landkreis, Unternehmen wie Energieversorger, Wasserwerke, Entsorgungsfirmen, Betreiber von Telekommunikationsnetzwerken sowie der Träger von Feuerwehr und Rettungsdienst, d. Red.) dazu befragt und ihre eventuell geäußerten Bedenken berücksichtigt werden müssen.


Eigentümer soll  Situation verbessern

In genanntem Fall liegen sie vor. Auf der jüngsten Sitzung der Kritzower Gemeindevertretung am Montagabend hatten deren Mitglieder daher zu entscheiden, ob sie den Weg für das Vorhaben frei machen oder nicht. Ergebnis: Der notwendige Abwägungsbeschluss wurde abgelehnt – einstimmig.

Grundsätzlich vom Tisch ist das Vorhaben damit nicht. Gefordert wird, dass der Ziegelei-Eigentümer die bestehende Situation von sich aus verbessert. Gemeindevertreter Arno Göwe hatte seine Kritik vor der Abstimmung immer wieder erneuert und fand bei vielen Unterstützung: „Gut und schön, wenn jemand etwas tut, aber in diesem Fall sehe ich keinen Vorteil für die Gemeinde! Einfach durchwinken sollten wir die Sache jedenfalls nicht.“ Als in der Ziegelei noch ABM-Kräfte beschäftigt waren, sei die Lage überschaubar gewesen. Die Wandlung zu einem Veranstaltungszentrum mit erhöhtem Verkehrsaufkommen in Verbindung mit einer viel zu schmalen Straße ohne Geschwindigkeitsbegrenzung („Gefühlsmäßig wird da oft mit Überschallgeschwindigkeit langgerast.“) müsse man sehr kritisch beurteilen: „Da habe ich mehr als starke Bedenken.“ Die Probleme könne man beispielsweise an den Flohmarkttagen erkennen, wenn Besucher nicht auf dem Gelände und den ausgeschilderten Parkplätzen, sondern auf beiden Seiten neben der Straße parken, so dass die Fahrbahn noch schmaler wird. Größere Fahrzeuge wie etwa Traktoren aber auch die vielleicht zu einem Einsatz gerufene Feuerwehr hätten dann Probleme, durchzukommen. Bürgermeister Eberhard Korf ergänzte die Kritik, dass man die Gemeinde beauftragt habe, Schilder aufzustellen, womit er absolut nicht einverstanden sei. Mehrere Gemeindevertreter äußerten, dass Engländer zur Sitzung hätte kommen müssen, um sich Fragen direkt zu stellen und sie aufzuklären, was im Interesse beider Seiten liege.

Teilweise große Veränderungen

Zuvor hatte Norbert Timm, Leiter des Amtes für Stadt- und Gemeindeentwicklung beim Amt Eldenburg Lübz, den überarbeiteten Bebauungsplan erläutert. Demzufolge ist das gesamte Gelände in vier Teilflächen unterteilt. Während sich auf der ersten mit Museum und Gastronomie nicht viel ändere, sei dies auf der zweiten das Gegenteil. Hier sollen große kulturelle Veranstaltungen stattfinden können.

Auf der dritten gehe es darum, künftig unter anderem als Angebot für Markthändler Übernachtungsmöglichkeiten mit festen Gebäuden anzubieten, die teilweise schon vorhanden sind. Im vierten Bereich sei der Ausbau der Minigolf-Anlage vorgesehen.

Als ein Träger öffentlicher Belange hat sich der Wasser- und Abwasserzweckverband zu Wort gemeldet. Er weist darauf hin, dass der auf dem Ziegeleigelände vorhandene Hydrant nur für die Erst-, nicht für die generelle Bekämpfung eines Feuers genutzt werden darf. Vorgehalten werden muss deshalb eine Löschwasserstelle, die bereits existiert. Die Zuwegung dorthin befindet sich allerdings außerhalb des Planungsbereichs.

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