planspiel jugend und parlament : Kristof schnuppert politische Luft

Mit Politik beschäftigt sich Kristof Bockholdt aus Dobbertin nicht nur in der Schule, sondern auch Zuhause, denn sein Vater, Torsten, sitzt in der Gemeindevertretung Dobbertin.
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Mit Politik beschäftigt sich Kristof Bockholdt aus Dobbertin nicht nur in der Schule, sondern auch Zuhause, denn sein Vater, Torsten, sitzt in der Gemeindevertretung Dobbertin.

Dobbertiner nahm am Planspiel „Jugend und Parlament“ teil / Sein Ausflug führte den Jugendlichen bis in den Plenarsaal des Deutschen Bundestages

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09. Juli 2014, 22:00 Uhr

In eine andere Rolle schlüpfen, sich mit großen politischen Themen auseinandersetzen, und noch viel mehr. Das stand kürzlich für Kristof Bockholdt ganz oben auf der Agenda. Doch nicht nur das: Im Juni führte ihn dieses Projekt nach Berlin, allein und auf sich gestellt. Denn der Dobbertiner hat beim Planspiel „Jugend und Parlament“ als einer von insgesamt zwei Schülern aus ganz Mecklenburg-Vorpommern teilgenommen. Im Nachhinein erzählt Kristof ganz ruhig und gelassen von seinem politischen Ausflug nach Berlin. Zum ersten Mal hat der 16-Jährige dieses Jahr wählen dürfen. „Ich beschäftige mich schon mit den Parteien und ihren Vorhaben“, erzählt Kristof Bockholdt. Bei den Kommunal- und Bürgermeisterwahlen in diesem Jahr allerdings war er sich zu hundert Prozent sicher. Schließlich ist sein Vater Torsten Bockholdt angetreten und hat es sogleich zum ersten stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Dobbertin geschafft (wir berichteten).

Mit Politik kennt sich der Eldenburg-Gymnasiast also aus. Schließlich saß sein Großvater, Peter Bockholdt, 24 Jahre in der Gemeindevertretung von Dobbertin. Da wird nicht nur mit den Freunden in der Schule über Politisches gesprochen, sondern auch Zuhause mit dem Vater und dem Opa. Doch Berlin war ein bisschen anders, aufregender. „Es war schon gewaltig das erste Mal in Berlin zu sein und dann alleine“, verrät Kristof. Kurz zuvor hatte seine Schulklasse einen Ausflug nach Berlin unternommen – Dietmar Bartsch (Die Linke) hatte die Lübzer Gymnasiasten eingeladen. Dass Kristof Bockholdt schließlich am Planspiel teilnahm, hatte Rainer Raeschke (Die Linke) organisiert.

Für das Planspiel „Jugend und Parlament“ reist Kristof von Dobbertin nach Berlin. „Ausgerechnet an dem Wochenende, an dem meine Schwester Geburtstag hatte“, erzählt Kristof. Trotz Bedenken setzt sich der 16-Jährige in den Zug und nimmt am Planspiel des Deutschen Bundestages teil. „Ich bin so froh, gefahren zu sein und würde wieder teilnehmen“, erzählt er hinterher. Doch das Planspiel verlangt viel von den insgesamt 315 teilnehmenden Jugendlichen aus ganz Deutschland. Kristof ist mit einem Mal doppelt so alt und hat zwei Kinder. Er ist Mitglied der APD, der Arbeitnehmerpartei Deutschland. „Die Partei ist der SPD nachempfunden. In unserer Fraktion mussten wir uns für die Bundeswehrleute einsetzen und über Windkraftanlagen im Umweltausschuss sprechen“, erläutert der Dobbertiner. Die Tage während des Planspiels sind durchorganisiert. Die Teilnehmer treffen sich zu Fraktions- und Ausschusssitzungen. Zum Abschluss gibt es dann eine große Diskussion im Plenarsaal des Deutschen Bundestages. „Am Anfang ist es mir gar nicht so bewusst gewesen, dass hier eigentlich nur die Bundesregierung tagt. Aber hinterher war es dann doch ganz schön gewaltig“, verrät Kristof.

Mit viel Wissen im Gepäck kehrt der 16-Jährige nach Dobbertin zurück. Mit Politik wird sich Kristof auch weiterhin beschäftigen, vor allem sein Recht nutzen, wählen zu gehen. „Was wir in Deutschland haben, hat nicht jeder. Deshalb sollte jeder dieses Wahlrecht wahrnehmen“, sagt er. Beruflich möchte sich Kristof Bockholdt aber nicht der Politik widmen. Sein Ziel ist es Berufsfeuerwehrmann zu werden. Doch Kommunalpolitik in seiner Heimatgemeinde Dobbertin, das könnte sich der Gymnasiast vorstellen. Vielleicht tritt dann auch Kristof irgendwann einmal in die politischen Fußstapfen seines Vaters Torsten, der ebenfalls in die Fußstapfen seines Vaters Peter getreten ist. Dann bleibt Kristofs Ausflug in die politische Welt nicht nur ein Schnupperkurs.


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