Südbahn-Debatte : Kreis-CDU macht neuem Minister ein Angebot

Die ODEG soll zwischen Parchim und Malchow nicht mehr verkehren. Gehört dieses Bild von der Strecke nahe Passow bald der Vergangenheit an?
Die ODEG soll zwischen Parchim und Malchow nicht mehr verkehren. Gehört dieses Bild von der Strecke nahe Passow bald der Vergangenheit an?

Verkehrskonzept für Landkreis soll Konkurrenz von Bus und Bahn beenden und mehr Fahrgäste locken

svz.de von
19. Dezember 2013, 08:00 Uhr

Kaum im Amt, dürfte der neue Verkehrsminister in Schwerin Post aus Parchim bekommen. Vor dem Hintergrund der geplanten Schließung der Teilstrecke Parchim bis Malchow der Mecklenburger Südbahn (wir berichteten), fordert die CDU-Fraktion des Kreistages Ludwigslust-Parchim die Landesregierung auf, die Schließungspläne endgültig zu beerdigen. Mit einem Angebot, über das der Kreistag allerdings noch entscheiden muss, wollen die Christdemokraten dem Verkehrsminister in Schwerin entgegenkommen.

So soll ein integriertes Kreis-Verkehrskonzept noch mehr vernetzte Mobilität schaffen. CDU-Fraktionschef Wolfgang Waldmüller: „Fernverkehr, Bus und Bahn werden sich ergänzen und nicht im Wettbewerb stehen. Der Bus ist Zubringer und Abholer zur Bahn. So werden die Nutzung, die Fahrgastzahlen, die Mobilität, die Ökologie und die Ökonomie gesteigert, und ein zukunftsorientiertes Infrastrukturangebot vorgehalten und gesichert.“


Verbessertes Netz, mehr Fahrgäste


Ziel ist es, mit besseren Angeboten mehr Fahrgäste zu gewinnen und damit die Unterbrechung der Bahnlinie zu verhindern. „Das liegt dann in der Verantwortung des Verkehrsministeriums“, sagt Waldmüller, „das dafür Sorge trägt, dass nicht Teile und Bürger unseres Landes auf der Strecke bleiben“.

Einzelne Fahrpläne sollen in den kommenden Jahren verbessert und mehr sowie besser abgestimmte Verknüpfungspunkte geschaffen werden. Mehrere Fraktionen im Kreistag sollen bereits Zustimmung signalisiert haben.

Die Kreis-CDU weist der Landesregierung zudem Widersprüche im Verfahren nach. Das Gutachten, mit dem das Aus für den Abschnitt Parchim – Malchow begründet wird, betrachte nur finanzielle Auswirkungen und sei zudem fehlerhaft. Noch 2005 habe das Land in seinem Raumentwicklungsprogramm die Bahnstrecke Ludwigslust – Parchim – Waren als „vorrangig zu ertüchtigen“ eingestuft.

Im regionalen Entwicklungsprogramm aus dem Jahre 2011 heißt es immer noch: „Um die Erreichbarkeit der zentralen Orte untereinander zu verbessern, sollen im überregionalen Schienennetz die Strecken LWL – Neustadt Glewe – Parchim – Lübz – Waren vorrangig ertüchtigt werden.“

Diese langfristig angelegten Infrastrukturprojekte seien gerade vor den Herausforderungen der Demographie und Erreichbarkeit bzw. Mobilität im ländlichen Raum als Landesverordnung festgesetzt worden. Dies kurzfristig finanziellen Zwängen unterzuordnen sei fatal, so Fraktionschef und Kreisvorsitzender Waldmüller: „Hier wird wissentlich wieder einmal bewusst eine ganze Region abgehängt und benachteiligt.“

Und wenn das Ministerium nicht einlenkt? Dann werde eines Tages die ganze Südbahn abgeschafft, fürchtet der Verkehrsexperte. Mit dem Antrag für ein Kreis-Verkehrskonzept hingegen zeige man, dass man nicht nur fordere: „Wir verpflichten uns damit als Kreis, unsere Hausaufgaben zu machen.“

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