bürgermeisterwahl 2015 : Kraftvoller Einsatz für Lübz

Astrid Becker möchte Bürgermeisterin in Lübz werden.
Astrid Becker möchte Bürgermeisterin in Lübz werden.

Astrid Becker tritt als Kandidatin der Linken zur Bürgermeisterwahl in Lübz an / Herausforderungen nimmt sie gerne an

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12. März 2015, 21:00 Uhr

Mit Astrid Becker gibt es bei der Bürgermeisterwahl im April neben der Amtsinhaberin eine weitere Kandidatin. Die parteilose 44-Jährige tritt für die Linken an. Auch ihr Lebenslauf enthält vielfältige Einzelheiten und eines muss sich die gebürtige Düsseldorferin bestimmt nicht vorhalten lassen: Mangelnde Flexibilität.

Nach dem Abitur 1989 schließt sie zunächst eine Lehre zur Landwirtin ab: „Mein absoluter Traumberuf, seit ich zwölf war. Da habe ich Melken gelernt, obwohl ich zunächst sogar Angst hatte, in einen Stall zu gehen. Mein Vater hat sie mir genommen.“ Und wie kommt eine Großstädterin letztlich auf diesen Geschmack? „Wegen der starken Bombenangriffe auch auf Düsseldorf hat meine Großmutter ihre Kinder – also auch meinen Vater – im Zweiten Weltkrieg zu Verwandten in die Nähe von Braunschweig nach Niedersachsen ausquartiert. Bei ihnen waren wir später immer in den Herbstferien.“

Weil die landwirtschaftlichen Betriebe in den alten Bundesländern meist familiär geführt werden, ist es schwierig, in ihnen Arbeit zu finden. 1992 beginnt Astrid Becker deshalb in Dortmund ein Studium zur Diplom-Ingenieurin für Raumplanung. Sie kennt sich deshalb ebenfalls mit Raumordnungsprogrammen bestens aus, bei denen unter anderem auch soziale Aspekte eine Rolle spielen – warum sich Menschen also zum Beispiel in einer Region ansiedeln und warum sie sie verlassen.

1997 gibt Astrid Becker ihre Diplomarbeit ab, packt familienbedingt umgehend ihre Sachen und fährt in Richtung Lübz, wie sie selbst erzählt. Grund: Während des Studiums hatte die junge Frau geheiratet. Am neuen Wohnort ist es jedoch mit der zweiten Qualifikation erneut schwer, Arbeit zu finden. Also erst einmal etwas ganz anderes. Seit ihrem zwölften Lebensjahr hatte Astrid Becker Basketball gespielt und sogar als Trainerin und Schiedsrichterin gearbeitet. So kam der Kontakt zum Lübzer Sportverein (LSV) zustande, in dem sie eine neue Basketballsparte aufbaute und dadurch hier zumindest vorübergehend über den Zweiten Arbeitsmarkt angestellt war.

Schnell engagiert sich die jetzige Bürgermeister-Kandidatin parallel in einer Gruppe, die an einem Konzept zur „nachhaltigen Stadtentwicklung“ arbeitet. Sein Ziel: Ökologische, ökonomische und soziale Aspekte wirken nicht gegeneinander, sondern ergänzen sich. Astrid Becker arbeitet dann zunächst für drei Jahre im Staatlichen Amt für Umwelt und Natur (StAUN), bei dem ihr das Studium hilft, ist anschließend kurz ohne Beschäftigung und schreibt dann ebenfalls drei Jahre lang für eine Wochenzeitung – ein großes Hin und Her, bis sich im Februar 2007 die Chance bietet, bei der Agentur für Arbeit als Arbeitsvermittlerin einzusteigen: Der Posten, den die 44-Jährige bis heute ausübt.

Sie wohnt in Lübz, hat einen 15-jährigen Sohn sowie eine 20-jährige, schon studierende Tochter und ist seit 2009 zum zweiten Mal verheiratet. Bereits zehn Jahre zuvor war die Bürgermeister-Kandidatin Vorstandsmitglied im LSV geworden und engagiert sich seit 2004 als Stadtvertreterin. Schon davor unterstützte Astrid Becker als so genannter „sachkundiger Einwohner“ den Bauausschuss. „Ich habe die Entwicklung von Lübz begleitet und bin hier angekommen“, sagt sie.

Ihre Eltern sowie die Schwester leben und wohnen noch heute in Nordrhein-Westfalen. Besuche ja, aber die Grenzen sind klar abgesteckt: „Es gibt keinen Gedanken, zurück zu gehen. Dafür bin ich mit Lübz längst zu sehr verbunden und will hier etwas für die Menschen tun.“

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