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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 12:26 Uhr

Lübz : Krabbelalarm im Mehrgenerationenhaus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Junge Muttis treffen sich regelmäßig zum Reden und Erfahrungsaustausch. Auch die Babys genießen die einstündigen „Sitzungen“

von
erstellt am 08.Jan.2015 | 22:07 Uhr

Die Jüngsten sind gerade drei, die Ältesten zehneinhalb Monate alt. Und doch haben Lotta, Lena, Tamara, Milo, Julian, Mayla, Greta, Theo, Linus, Alwin und noch eine Greta immer mittwochs eine Verabredung. Dann packen ihre Muttis sie warm ein, in Kinderwagen oder Auto und ab geht’s zum Mehrgenerationenhaus in Lübz. 9.30 bis 10. 30 Uhr ist hier nämlich Krabbelgruppen-Zeit. „Im September haben wir unsere Gruppe gegründet“, erzählt Sabine Kruse, die Mama von Lotta. Dank Connections in den eigenen Reihen, können sie seitdem einen Raum im MGH nutzen. Diesen Mittwoch war nach Weihnachtsfeier und anschließenden zwei Wochen Jahreswechsel-Pause das erste Treffen. Einige Muttis haben die Gruppe leider verlassen, da sie wieder arbeiten gehen. Deshalb wollen die Mamas jetzt die Werbetrommel rühren, in der Hoffnung, dass sich ihnen neue junge Muttis anschließen möchten. Offen ist für alle, allerdings sollten fünf Euro Monatsbeitrag nicht zuviel sein. Die sind für die monatliche Raummiete, die ans MGH zu zahlen sind.

Die Mamas, die sich nach dem ersten Weihnachtsfest mit ihrem Nachwuchs viel zu erzählen haben, sind optimistisch, was Neuzugänge betrifft. „Muttis mit Kinderwagen, die noch nicht bei uns sind, da sind einige unterwegs und auch junge Frauen mit Babybauch“, weiß Christina Luft. „Bestimmt würden einige sehr gern zu unserer Krabbelgruppe kommen“, vermutet sie.

Christina Luft war mit ihrem Mann und ihrem Erstgeborenen Moritz aus der Wismarer Ecke nach Werder gezogen. Nach Lübz kommt sie – wann immer es geht – mit Theo. Und sie liebt die Mittwochvormittage wie die anderen Muttis auch. Nicht nur weil Mama sein schön und anstrengend ist. „Man kommt mal raus aus dem alltäglichen Trott, trifft andere Muttis, kann sich austauschen und über alles möglich quatschen. Auch für die Kleinen ist es eine Abwechslung und spannend, andere Babys zu sehen.“

Während die Kleinen alles und jeden in Reichweite erkunden, fesseln zwei Themen ihre Mamas in der „Sitzung“ am letzten Mittwoch ganz besonders. Gesprächsthema ist die Schließung der Kinderarztpraxis von Dr. Susan Henning in Plau am See und ihr Weggang nach Röbel. Lübz selbst hat mit der Aufgabe der Praxis von Dr. Janos Palik schon seit etwa anderthalb, zwei Jahren keinen Kinderarzt mehr. Der einzige Kinderarzt in der Region, erzählen sie, sei Dr. Andreas Linke, der im Parchimer Krankenhaus praktiziert. Die Situation sei schwierig. Nicht nur wegen der Fahrtwege. Weil die meisten jungen Muttis zu Dr. Linke gingen, seien lange Wartezeiten trotz Termins nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Wenn künftig noch Muttis aus der Plauer Region hinzukommen, bliebe nur zu hoffen, dass die in Parchim angestrebte Lösung, einen weiteren Arzt für die Kinder- und Jugendmedizin zu gewinnen, schnell gelingen möge. „Natürlich nehmen auch einige wenige Hausärzte Kinder auf. Aber sie sind eben keine Kinderärzte, und Babys und Kleinkinder sind halt ganz spezielle Patienten“, sagt Sabine Kruse.

Das andere Thema, das von den Muttis heiß diskutiert wird, sind die per 1. Januar angehobenen Kosten für die gesunde Vollverpflegung in Kindereinrichtungen. „Ein Hammer“, finden alle, der hier und da noch unterschiedlich teuer ist. Dass das Geld für Frühstück, Mittag und Kaffee selbst in den Urlaubswochen gezahlt werden soll, stößt auf kollektives Unverständnis…

Nächsten Mittwoch treffen sich die Muttis um 9.30 Uhr wieder. Wenn es dann Neuigkeiten gibt – ihre Babys, die Kinderarztsituation oder die Kita-Kosten betreffend, wird sich ausgetauscht.

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