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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. Oktober 2017 | 10:48 Uhr

Plauer Musiksommer : Kongeniales Duo im Musiksommer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Kantor Fritz Abs und Tubist Matthias Arnold gaben in der Plauer St. Marienkirche ein Konzert der Extraklasse

svz.de von
erstellt am 12.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Zwei gleichgestimmte Musiker hatten sich zum 8. Konzert des Plauer Musiksommers in der Marienkirche zusammengefunden: Zwei lokale Größen, zum einen Bezirkskantor Fritz Abs aus Parchim, zum anderen der Tubist Matthias Arnold, ein original Plauer Urgewächs. Durch seine launige Moderation erfuhr man, wie sich die beiden gefunden hatten, nämlich im Rahmen von „Jugend musiziert“, bei diesem Wettbewerb hatte es Matthias Arnold, angeregt durch den 40 Jahre älteren Fritz Abs bis zum Bundeswettbewerb geschafft.

Die Früchte seiner Künste auf dem voluminösen Instrument, das erst seit zirka 1850 Eingang in die Orchesterlandschaft gefunden hatte, erfreuten ein zahlreiches Publikum. Natürlich greifen die Tubisten, wenn sie vorromantische Musik spielen, auf Bearbeitungen zurück, so bei Georg Friedrich Händels Concerto Nr. 1 in g-moll, bei den beiden Sätzen Menuett II und Courante aus der Cellosuite Nr1 BWV 1007 von Johann Sebastian Bach oder dem Concerto in d-moll Op.9, Nr.2 von Tomaso Albinoni (ursprünglich ein Oboenkonzert).

 Die mächtigen Tiefen des größten aller Blasinstrumente erdröhnen im Körper der Zuhörenden und bringen diese zum Vibrieren.  Sehr turbulent, vor allem für den Pianisten, ging es dann zu in der Sonatina op.57 – Tempo di minuetto und Allegro – von Jan Koetsier (1911-2006), einem holländischen Komponisten.

 Fritz Abs war ein kongenialer Begleiter, er zeigte sich auch als bewundernswerter meisterhafter Pianist mit einer Improvisation über „Meinem Gott gehört die Welt“, einem Choral, übergehend in Frank Sinatras „My way“.

 Beide Künstler brachten dann ein russisches Konzert für Tuba und Orchester von Alexej Lebedjew (1924-1993), bei dem der gesamte Orchesterpart von Fritz Abs souverän bewältigt wurde und Mattias Arnold sein virtuoses Tubaspiel zur Geltung bringen konnte. Nicht minder virtuos war die Choralbearbeitung „Ein feste Burg“ von Matthias Nagel (*1958) für Orgel, ein mächtiges Werk, mächtig gespielt, dem Reformationsjahr geschuldet. Drei Choralbearbeitungen, für Orgel und Tuba eingerichtet: „Lobe den Herren“ und „Nun ruhen alle Wälder“ von Gottfried Walther und „Es ist das Heil uns kommen her“ (Anonymus) beschlossen den offiziellen Konzertteil, für den stürmischen Beifall bedankten sich die beiden mit einer Wiederholung des Grave aus dem Händelschen Concerto grosso. Ein wiederum geglücktes Plauer Musiksommerereignis.

 

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