Rück- und Ausblick : „Kommunale Ebene an erster Stelle“

Bürgermeisterin Gudrun Stein
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Bürgermeisterin Gudrun Stein

Jahresinterview mit Gudrun Stein, Bürgermeisterin der Stadt Lübz: Besonders die Erhaltung geschaffener Werte stellt eine große Herausforderung dar.

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03. Januar 2018, 12:00 Uhr

Wie zu Beginn jeden neuen Jahres sprechen wir auch mit Bürgermeisterin Gudrun Stein über Erreichtes und fragen sie nach einem Ausblick. SVZ-Redakteur Ilja Baatz interviewte die Lübzer Verwaltungs-Chefin.

Welches Ereignis war in 2017 für Sie das wichtigste?

Gudrun Stein: Es ist vieles passiert, was ich nennen müsste, so dass eine vollständige Aufzählung kaum möglich ist. Und die Reihenfolge würde nicht bedeuten, damit die richtige Wertung zu treffen. Das Jahr war geprägt vom Generationswechsel auch bei meinen Mitarbeitern sowie an der Spitze der Stadtwerke. Generell standen und stehen darüber hinaus Baumaßnahmen weiter ganz oben.

Welche konkreten Beispiele gibt es dafür?

Nach wie vor ist unter anderem die Sanierung der Regionalen Schule noch nicht abgeschlossen, der Hof befindet sich in einem sehr schlechten Zustand. Wir hatten gehofft, dass noch in 2017 über unseren Fördermittelantrag entschieden wird, was jedoch leider nicht geschah.

Für die Eisenbeissstraße, für deren Sanierung finanzielle Unterstützung sicher ist, laufen Vorabstimmung und detaillierte Planung. Umgesetzt werden soll das wichtige Vorhaben 2019. Gut ist, dass die Arbeiten in der Theodor-Körner-Straße begonnen haben.

Als wie gut schätzen Sie den Zustand des Lübzer Straßennetzes ein?

Als meistens gut, auch wenn einige Verbindungen noch auf Verbesserung warten. Wichtig zu beachten ist, dass wir rechtzeitig Geld für die Werterhaltung in die Hand nehmen müssen – für uns eine Herausforderung in Größenordnungen! Schlimm sind gerade dann unnötige Ausgaben durch Vandalismus wie etwa im Stadtpark und an den Wartehäuschen auf dem Busbahnhof, an denen es letztlich keine heile Scheibe mehr gab. Wir haben alle durch spezielles Blech ersetzt.

Auch Sie möchten die Südbahn wieder fahren sehen. Wie beurteilen Sie die aktuelle Entwicklung?

Ich habe wieder Hoffnung. Warum sollte es im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte möglich sein und bei uns nicht? Froh bin ich über den langen Atem der Bürgerinitiative und den interkommunalen Arbeitskreis Hagenow – Neustrelitz, in dem die Bürgermeister aller Anliegerstädte, die Bürgerinitiative und die betroffenen Landkreise miteinander beraten.

Was würden Sie aus dem kulturellen Bereich hervorheben?

Wichtig ist, dass wir das Turmfest erneut in der Stadt und nicht auf dem Brauereigelände gefeiert haben. Neben dem Stadt- und Kinderfest sowie dem Weihnachtsmarkt ist es einer der drei öffentlichen Höhepunkte in unserer Stadt.

Ein wichtiger Schritt war zudem, dass der Verein Lübzer Land e.V. die historische Bibliothek zugänglich gemacht hat. Die ersten Leser sind gekommen, um die Geschichte aufzuarbeiten – ein Meilenstein.

Eine sehr gute Zusammenarbeit gibt es zudem mit dem Mehrgenerationenhaus, das seinem Namen voll gerecht wird.

Das neue Gemeinde-Leitbildgesetz sorgte und sorgt in vielen Gemeinden für Diskussion. Wir lautet Ihre Meinung?

Der Anreiz für die in Aussicht gestellte finanzielle Zahlung von Zuschüssen bei der Entscheidung für eine Fusion mag nicht ganz unwichtig sein, reicht aber allein nicht aus. Man muss unterscheiden: Sind zum Beispiel nicht einmal mehr Kandidaten für eine Wahl zu finden und wenn eine Entschuldung absolut nicht zu erwarten ist, muss man vielleicht gucken, wie es auch anders weitergehen könnte, aber letztlich ist vor allem wichtig, dass die Gemeinschaft vor Ort funktioniert.

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