Plauer Musiksommer : Kollaboration auf Schulz’sche Art

Michael Schulz  (53) ist freischaffender Saxophonist und widmet sich in mehreren Projekten sowohl dem modernen als auch zeitgenössischen Jazz. Schulz gastiert und tourt weltweit, erst 2014 und 2015 in Mexiko, mit seinem eigenen Trio.
Michael Schulz (53) ist freischaffender Saxophonist und widmet sich in mehreren Projekten sowohl dem modernen als auch zeitgenössischen Jazz. Schulz gastiert und tourt weltweit, erst 2014 und 2015 in Mexiko, mit seinem eigenen Trio.

Internationales Konzert für Saxofon, Flügel und Liedermacher in der St. Marienkirche. Neu-Plauer Michael Schulz ist einer der Akteure

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31. August 2016, 12:00 Uhr

Kennern der modernen Jazzszene ist der Name Michael Schulz schon lange ein Begriff. Der Saxophonist, Jazzmusiker und Komponist gastierte in Korea, Japan, Italien, Frankreich, Schweden, den USA, Tschechien, Österreich und der Schweiz. Und er spielte und spielt mit der ersten Garde der ostdeutschen Künstler. Obwohl das sicher nur wenige in ihren Annalen zu stehen haben, ist Schulz bescheiden. „Ich habe einfach Glück gehabt“, sagt er und seine Augen senden ein Strahlen durch die schwarzkantige Brille, die den Spitzbuben in dem 53-Jährigen verraten. Einen Spitzbuben, der das Leben liebt, eins mit seiner Musik und gern auf neuen Wegen unterwegs ist. „Es finden sich Dinge in meiner Musik, die Fragen stellen. Fragen nach musikalischen wie auch gesellschaftlichen Werten“, sagt er.

Gut drei Jahre ist es her, dass Schulz das Angebot bekam, am Colegio Aleman in Mexiko junge Musiker bis zur Konzertreife zu bringen. Ein Traumjob in einem Land, das ihn schnell auch wegen seiner Leichtigkeit begeisterte und fast dazu verleitet hätte, Südamerika zu seiner neuen Heimat zu machen. Doch Schulz kehrte zurück – auf deutsche Bühnen und lebt seit mittlerweile acht Jahren schon in Plau am See. Auch heute sei er noch gern in seiner Heimatstadt Dresden, doch diese Region habe ihn mit ihrer inspirierenden Ruhe gefangen genommen.

Das Plauer Publikum hatte schon mehrfach die Chance, den Dresdener Jazzmusiker live zu erleben. Unter anderem, als er in eines seiner Konzerte in der Marienkirche den Plauer Fanfarenzug mit einbaute. Oder als er Free Jazz mit den Plauer Mandolinen, wieder einigen Fanfaren, dem Posaunen- , dem Kirchen- und dem Shantychor machte. Heute ab 20 Uhr wird er im Rahmen des Plauer Musiksommers in der Marienkirche erneut zu erleben sein. Und er will wieder begeistern: Spontan aus einer Idee geboren, zum Projekt entwickelt und jetzt als ein internationales Konzert zu Gast – das ist „Irrlicht“, eine akustische Kollaboration des Plauer Saxophonisten und dem längst etablierten und international tourenden Jochen Aldinger (Dresden) am Flügel. Als dritter Musiker wird im zweiten Konzertteil der britische Singer/Songwriter David Gaffney mit den beiden spielen.

Moderner Jazz und individueller Rock auf einem schmalen, musikalischen Grad. So lautet die schlichte Formel, auf die die drei Protagonisten ihren heutigen Auftritt in Plau bringen. „Der Abend wird eine Mischung aus unserer und seiner Musik“, schickt Michael Schulz voraus. Die akustische Faszination und der Reiz ihrer unterschiedlichen musikalischen Formensprache sei vor Jahren der Ausgangspunkt der Zusammenarbeit zwischen Schulz und Aldinger gewesen. Das Ergebnis ist nun live zu erleben – in einem Konzert, das weniger vertrauter musikalischer Anspruch ist, als vielmehr dem Zuhörer eigene Möglichkeiten der Interpretation offen lässt.

Die Plauer Marienkirche als Bühne scheint dabei eher ungewöhnlich. Zumal selbst Jazzveranstalter die Schulz’schen Projekte oft zu nah am Rock und die klassischen Bühnen ihn wiederum weit von sich entfernt sehen. Tatsächlich erwartet die Besucher heute ein aufregender Jazzabend mit feingliedriger Rockmusik, keinem brachialem Rock – ein fast typischer Schulz’scher Abend eben.

Seit 25 Jahren ist der Vollblutmusiker auf deutschen wie internationalen Club- und Konzertbühnen zu Hause. Vor der heutigen Premiere macht er sich dennoch so seine Gedanken. „Es würde mich freuen, wenn wir das Publikum mehren können“, gesteht er. Nicht von ungefähr liege ihm soviel daran. Er habe die Region und die Menschen schätzen und lieben gelernt, möchte den anständigen Umgang mit den hiesigen Künstlern. „Als Neu-Plauer würde ich die Plauer gern einbeziehen in meine Arbeit, damit sie wissen, was ich tue. Und ich hoffe, es wird auch wahrgenommen, dass ich meine Musik mache oder aber mit meiner Musik Teil anderer Projekte bin“, knüpft der 53-Jährige einige Erwartungen an das heutige Konzert.  

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