Feuerwehreinsatz : Kohleanzünderwerk in Flammen

42 Kameraden verschiedener Wehren waren im Einsatz. Fotos: michael-günther bölsche
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42 Kameraden verschiedener Wehren waren im Einsatz. Fotos: michael-günther bölsche

Brandstiftung wird vermutet / Schaden wird auf 10 000 Euro geschätzt

svz.de von
17. Juli 2014, 21:15 Uhr

In der Nacht zu gestern ist die Produktionshalle des Kohleanzünderwerks der Alschu-Chemie GmbH in der Grevener Straße ausgebrannt. Mehrere Feuerwehren kamen zum Einsatz. Personen wurden nicht verletzt, es blieb bei Sachschaden. Die Ermittler vermuten Brandstiftung als Ursache.

Es ist gegen 3.40 Uhr, als ein Autofahrer in der Grevener Straße den Feuerschein aus einem Dach auf dem Gelände des Werkes sieht. Umgehend informiert er die Leitstelle, die die Feuerwehr alarmiert. Das Lübzer Gerätehaus befindet sich nicht allzu weit weg und so kann die Brandbekämpfung relativ schnell aufgenommen werden. „Schon bei der Anfahrt sahen wir den Feuerschein, so dass wir neben unserer Lübzer Wehr inklusive der Löschgruppe Lutheran auch die Kameraden der Wehren in Granzin und Greven nachorderten“, sagt der stellvertretende Lübzer Wehrführer Danilo Urbutat, der auch stellvertretender Amtswehrführer ist. Um auf das Gelände zu kommen, öffneten die Kameraden das Tor mit einem Trennschleifer. Auf dem Gelände schlugen an einer Produktionshalle die Flammen aus dem Gebäude. Während die Wasserversorgung aus einem Hydranten gesichert wurde, kam das erste Löschwasser aus den Tanklöschfahrzeugen. Flüssiges Paraffin auf dem Boden erschwerte den Einsatz, da es relativ glatt war und man sich zusätzlich vorsehen musste. „Wir hatten Glück im Unglück und waren so rechtzeitig vor Ort, dass wir das Feuer sehr schnell unter Kontrolle bringen konnten. Man mag sich nicht ausdenken, wie groß der Einsatz geworden wäre, wenn das Feuer nicht so schnell von dem Autofahrer entdeckt worden wäre“, so Urbutat. Von Vorteil erwies sich jetzt auch, dass in der Vergangenheit mit Nachdruck das Objekt in brandschutztechnischer Hinsicht überprüft und in dessen Folge ein Hydrant in unmittelbarer Nähe installiert wurde. Nicht nur bei ihm kamen sofort die Erinnerungen an drei Brandeinsätze in den vergangenen Jahren in Parchim hoch. Am 11. und 18. November 2013 sowie am 25. April 2012 standen jeweils Hallen in der dortigen Niederlassung in Flammen. Brennendes Paraffin schwamm auf dem Löschwasser und bedrohte die Einsatzkräfte.

Diesmal hatten die 42 Kameraden Glück und konnten das Feuer schnell löschen. Beamte des Kriminaldauerdienstes waren vor Ort und haben die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Eine Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden. Wie unsere Redaktion erfuhr, soll vermutlich vor dem Feuer ein Einbruch erfolgt sein. So soll eine Tür aus den Angeln gehoben und seitlich gestellt worden sein. Ob ein weiterer Eingang absichtlich mit Paletten zugestellt wurde oder dies ein Zufall war, ist noch ungeklärt. Zumindest soll das Feuer an einer Giebelwand entstanden sein. Hier ist mutmaßlich ein Stapel Holzpaletten, auf denen zum Teil Verpackungsmaterial lag, angezündet worden. Da nicht auszuschließen ist, dass auch Fenster zuvor eingeschlagen wurden (ein gefundener Hammer lässt darauf schließen), sind die Flammen durch die Fenster ins Innere gelangt und haben dort einiges an der Inneneinrichtung zerstört. Der Sachschaden wird seitens der Polizei mit etwa 10 000 Euro angegeben.

„Das ist zum Glück ein vergleichsweise geringer Schaden. Wir werden diesen Teil auch wieder sanieren“, so der Geschäftsführer der Alschu-Chemie GmbH, Sascha Kupper, am Telefon gegenüber unserer Redaktion. Allerdings bereitet ihm der Brandanschlag dennoch Sorgen. Immerhin ist innerhalb der vergangenen zwei Jahre der vierte Brand gelegt worden und hat alleine in Parchim einen Schaden von rund einer halben Million Euro angerichtet. Die Produktion in Lübz kann aber von den knapp 100 Mitarbeitern weiter geführt werden, da auf dem rund 30 000 Quadratmeter großen Gelände Ausweichmöglichkeiten vorhanden sind.

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