Plau am See : Königinnen werden in Plau gebaut

Förderverein Lewitzrandorgeln besucht den Orgelbauer in Plau am See.  Fotos: Horst kamke
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Förderverein Lewitzrandorgeln besucht den Orgelbauer in Plau am See. Fotos: Horst kamke

Mitglieder des Fördervereins Lewitzrandorgeln besuchten Orgelbauer Andreas Arnold in seiner Werkstatt im Luftkurort

svz.de von
16. Mai 2017, 05:00 Uhr

Der Förderverein Lewitzrandorgeln mit dem Parchimer Kantor Fritz und der Pastorin Anke Güldner Abs machte sich beim Plauer Orgelbauer Andreas Arnold ein Bild vom Stand der Sanierung der Klinkener Orgel. Nach Abschluss der Arbeiten soll sie erstmals am 24. September bei einem Festgottesdienst unter den Händen des Hagenower Kantors Stefan Reißig wieder in voller Pracht erklingen.

Nachdem der Förderverein bereits die Sanierung der Orgel in Raduhn erfolgreich bewerkstelligt hatte, brachte er für das Meisterstück des Hagenower Orgelbauers Johann Heinrich Runge (1811-1885) in Klinken weitere Fördermittel und Spenden in Höhe von insgesamt 65 000 Euro auf.

Vom MV-Orgelsachverständigen Friedrich Drese war das Instrument als herausragendes Beispiel für die Schnittstelle zwischen klassizistischer und romantischer Orgel bewertet worden. Ihre Restaurierung stufte er als sehr lohnend ein. „Sie würde die Rückgewinnung einer wertvollen Kleinorgel bedeuten.“ Johann Heinrich Runge hatte das Instrument 1841 als sein Meisterstück erbaut. Als eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Einrichtung weist das Gehäuse im Giebelfeld seines Mittelturms in einem vergoldeten Kreis einen drehbaren Zimbelstern auf. Das Holzgehäuse ist durch klassizistische Ornamente und Rankenwerk verziert, wie sie damals eher in Sachsen oder Thüringen üblich waren. Ebenso untypisch ist der Spielumfang des Manuals, das bis zum Ton f3 reicht. Als weitere Besonderheit ist in der Orgel ein Klangregister namens „Flaut travers“ postiert, was damals von keinem anderen Mecklenburger Orgelbauer gebaut wurde. Um 1900 war das Instrument von Runges Sohn Marcus umdisponiert worden und hatte statt des Trompeten-Registers ein so genanntes Principal-Register mit zwölf Holz- und Metallpfeifen erhalten. 1917 waren die Prospektpfeifen entnommen und für Kriegszwecke eingeschmolzen worden. Sie wurden später durch Nachbauten aus Zink ersetzt. Besonders großen Aufwand musste Orgelbauer Arnold bei der Sanierung der Holzpfeifen treiben, die stark vom Holzwurm befallen waren. Bei den Metallpfeifen fand er zwei beschädigte Register bereits ausgebaut vor.

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