Berufsbekleidung aus Wendisch Waren : Kochprofis tragen Kleidung aus MV

Wahre Handarbeit: Brigitte Radewald aus Neu Poserin näht gerade an einer neuen Kochjacke.  Fotos: sabrina panknin
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Wahre Handarbeit: Brigitte Radewald aus Neu Poserin näht gerade an einer neuen Kochjacke. Fotos: sabrina panknin

Die Firma Ber Bek aus Wendisch Waren fertigt seit mehr als 30 Jahren Kochjacken und -hosen wie auch Schürzen und Kittel

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26. November 2017, 21:00 Uhr

Tim Raue, Karlheinz Hauser, Christoph Rüffer – diese Köche haben nicht nur ihre Sterne gemeinsam, sondern auch ihre Berufsbekleidung. Die kommt nämlich aus Wendisch Waren. In dem kleinen Dorf bei Goldberg produziert die Firma Ber Bek seit mehr als zwanzig Jahren erfolgreich Berufsbekleidung für die Gastronomie. Die Unternehmensführung teilen sich zwei Brüder – Joachim und Andreas Gantert. Gemeinsam sind sie auf Tour durch Deutschland.  Der eine berät Kunden in Mittel- und Süddeutschland, der andere tourt durch Nord- und Ostdeutschland. „Wir sind schichtweise vor Ort in Wendisch Waren, selten gemeinsam“, erklärt Joachim Gantert, der von sich selbst behauptet, nicht wirklich gut kochen zu können. Das übernimmt mehr sein Bruder Andreas. „Er ist gelernter Koch, war auch in einer Sternegastronomie tätig.“ Den Bezug zur Gastronomie gibt es also. Ihre Erfahrungen mit Kochjacken und -hosen wollen sie deshalb auch selber an den Mann und die Frau bringen. „Wir wissen, worauf es ankommt.“

Zwei Brüder, ein Unternehmen: Joachim und Andreas Gantert (v.l.) teilen sich auch den Außendienstbereich ihres Unternehmens.
Zwei Brüder, ein Unternehmen: Joachim und Andreas Gantert (v.l.) teilen sich auch den Außendienstbereich ihres Unternehmens.
 

Eine lange Tradition steckt hinter dem Namen Ber Bek. Vater Wolfram Gantert kommt ursprünglich aus Bayern, gründet dort in München 1984 die Firma.  Rund zehn Jahre später geht die Reise in den Norden Deutschlands. In Mecklenburg-Vorpommern wird die Familie fündig – in Goldberg gibt es ein Grundstück zu erwerben. Das wird kurzum gekauft. Seitdem werden Kochjacken, -hosen, Kittel und Co. in Goldberg produziert – made in MV. „Mein Bruder hatte damals die Idee, sich an die Treuhand zu wenden, um ein geeignetes Grundstück zu finden. Wir haben damals einen Teil von den Goldberger Kleiderwerken übernommen.“ Mit Erfolg. Doch schnell wurde auch das Betriebsgelände in der Mildenitzstadt zu klein. Der Familienbetrieb wollte expandieren und landet schließlich am heutigen Firmensitz in Wendisch Waren.  Anfänglich mit acht Mitarbeitern,  beschäftigt das Unternehmen heute mehr als 40. „Wir sind stetig gewachsen“, erzählt Joachim Gantert, gelernter Kaufmann.

Auf gut 900 Quadratmetern Betriebsfläche rattern in einem großen Raum die Nähmaschinen. Modenäherinnen sind fleißig am Werkeln. Alles per Hand. Der Zuschnitt ebenfalls. „Unsere Produktion ist ganz individuell. Teils auch auf Maß“, erklärt Joachim Gantert. So gibt es Carlo und Carla – je nach Kundenwunsch – auch tailliert, in schmaler Passform. „Von einer Schnittform gibt es gut 7000 Varianten.“ Die beiden Brüder nehmen direkt vor Ort beim Kunden die Maße, beraten und empfehlen. Der Kunde  wählt die Farbe, entscheidet sich zwischen Druck-, Kugel- oder wattierten Knöpfen. „Reißverschlüsse sind problematisch. Die Jacken dürfen dann meist nur auf 60 Grad Celsius gewaschen und  nicht gepresst werden“, erläutert der Unternehmer. Vor allem wegen der Reinigung ist die Firma mittlerweile auf Mischgewebe umgestiegen. „Reine Baumwolle empfehle ich nur, wenn es die Wäscherei zulässt.“

Es geht auch maschinell: Name und Logo werden gestickt.
Es geht auch maschinell: Name und Logo werden gestickt.
 

Stickerei von Name, Firmen-Logo, Länderwappen, Paspelierung (schmaler, wulstiger Nahtbesatz; Anmerk. d. Red.), farbiger Kragenspiegel, Hemdkragen, wattierte, handgefertigte Stoffknöpfe... all das gibt es beim Wendisch Warener Unternehmen. Der Kunde allein entscheidet, was er möchte. Neben Tim Raue, Karlheinz Hauser und Christoph Rüffer gibt es noch einen weiteren Prominenten unter den Kunden – Steffen Henssler. „Die Sushi-Jacken für sein Restaurant in Hamburg kommen alle ausschließlich aus Wendisch Waren“, verrät Joachim Gantert.  Doch nicht nur das: Wenn die Sterneköche auf Reisen gehen, dann fliegen ihre Kochjacken einfach hinterher. So auch bei Tim Raue, wenn er wieder einmal in Dubai kocht.

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