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12. Dezember 2017 | 13:29 Uhr

Dobbertin : Klosterspatzen wagen neues Projekt

vom

Nach einem dritten Platz im Schülerzeitungswettbewerb beteiligt sich die Redaktion der Förderschule jetzt am Projekt „ZeitenSprünge“

svz.de von
erstellt am 16.Jun.2014 | 22:00 Uhr

Als wir Tage nach der Auszeichnungsveranstaltung im Rostocker Kunst- und Medienzentrum „Frieda 23“ Dobbertins „Klosterspatzen“ treffen, sind die noch immer ganz aufgekratzt. Kein Wunder! In der Kategorie Förderschulen hatte das Redaktionsteam beim diesjährigen Schülerzeitungswettbewerb von Jugendmedienverband M-V und Kultusministerium Platz 3 belegt. „Und darauf sind wir sehr stolz“, sagt Susanne begeistert. Kleines Preisgeld, Zoo-Gutschein – die sieben Jungen, zwei Mädchen und Redaktion-Betreuerin Karina Reisenberg müssen noch entscheiden, was sie sich von dem einen gönnen und wann sie den anderen einlösen wollen.

Doch jetzt ist erst einmal Redaktionskonferenz – Besprechung neuer Themen, Auswertung Rostock und ein bisschen philosophieren über ein Projekt, das die Schülerzeitungsredakteure als nächstes angehen wollen. Susanne (18) ist in der eingeschworenen Truppe, in der die Aufgaben klar verteilt sind, am fittesten beim Schreiben. Zusammen mit Paul macht sie aber auch Bildrecherche im Internet, fotografiert und steuert viele Ideen für die viermal im Jahr erscheinende Zeitung bei. Andrea (13) indes ist die Expertin für Rezepte, z. B. gesunde Shakes und Cocktails, Jean-Pierre (14) ist der Mann für alles Aktuelle und Aktionen in der Schule, wie auch Nico (14), der auch noch Rätsel und Fotos beisteuert. Elias (15) berichtet aus den Klassen, Lukas (12) besorgt die Ausmalbilder, Vincent die Gedichte passend zu Anlässen, passend zur Jahreszeit, Markus ist der Redakteur für Musik und landwirtschaftliche Themen und Paul sorgt dafür, dass der Zeitungsvertrieb für 1,- Euro das Stück floriert. „Vielleicht sollten wir ein Abo machen, wie die Schweriner Volkszeitung, natürlich nur für Schüler, Lehrer und Betreuer“, überlegt Susanne laut und hat damit schon wieder eine neue Idee geboren. Karina Reisenberg, die die Redaktionsarbeit betreut, kennt das. „Alle sind sehr engagiert dabei, kommen oft mit neuen Ideen und haben auch die Motivation, sie umzusetzen“, sagt sie. Dennoch seien die vier Hefte jährlich, die wöchentlichen Redaktionskonferenzen eine Herausforderung. Für die Lehrerin genauso wie für die Schüler. „Anders als andere Schülerzeitungen gehen wir sparsam mit Schrift um und legen den Fokus stattdessen auf die Fotos…“, erklärt Karina Reisenberg. „Und wenn wir Rätsel bringen“, fällt Lukas etwas ganz wichtiges ein, „dann dürfen die auch nicht so schwer sein. Die Kleinen sollen sie ja auch lösen können!“

Während die „Klosterspatzen-Redakteure“ gedanklich schon bei ihrer dritten 2014er Ausgabe sind, bahnt sich ein nächstes, ganz anderes Projekt an. „Wir werden mitmachen bei einem ZeitenSprünge-Projekt“, erzählt Vincent und überlässt der Lehrerin die Erläuterung. „Das ist ein Geschichtsprojekt, innerhalb dessen wir das Klosterleben des 19./20. Jahrhunderts untersuchen werden“, umreißt sie kurz. Das Redaktionsteam werde recherchieren, wie die Menschen damals lebten, was ihre Rechte waren, was am Klosterleben so bedeutsam war, Interviewpartner einladen, die Gespräche in Bild und Ton aufzeichnen und schließlich das Material zu einer Broschüre und Ausstellung aufarbeiten und als Projekt einreichen. „Das Klostergelände haben wir schon angeschaut, auch Fotos haben wir schon gemacht und die Fragen an unsere Interviewpartner stehen“, erzählt Elias. Bleibt trotzdem noch viel zu tun in den nächsten Monaten. Ob sie ähnlich erfolgreich sein werden, wie mit ihrer Schülerzeitung, wird der Jugendgeschichtstag am 20. November zeigen. Dann ist Auswertung.

Dass sich Gruppen anderer Schulformen, oder Studenten mit ihren Arbeiten beim „ZeitenSprünge“-Projekten bewerben, dürfte nicht weiter überraschen. „Ein ZeitenSprung-Team aus einer Förderschule hat es wahrscheinlich noch nie gegeben“, sagt Karina Reisenberg und freut sich schon auf die Arbeit mit den Kids, die ganz bestimmt auch eine neue Herausforderung sein wird.

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