Historisches : Kloster im Film: „Heimstatt der Seele“

Mit einem Geschenk bedankte sich Geschäftsführer Hans Hopkes (r.) bei Regisseur Dieter Schumann für dessen einfühlsame Dreharbeiten.
Mit einem Geschenk bedankte sich Geschäftsführer Hans Hopkes (r.) bei Regisseur Dieter Schumann für dessen einfühlsame Dreharbeiten.

Regisseur Dieter Schumann stellte seinen 25-minütigen Kurzfilm über die mecklenburgische Klosteranlage vor. Der Streifen ist ein Dokument des Wiederaufbaus.

svz.de von
27. November 2014, 22:00 Uhr

„Heimstatt der Seele“ nennt Regisseur Dieter Schumann seinen Kurzfilm, den er jetzt in der Scheune des Dobbertiner Klosters erstmals öffentlich vorstellte. In dem 25-minütigen Streifen dokumentiert der frisch gebackene Landeskulturpreisträger die jüngsten 25 Jahre des Wiederaufbaus des Klosters Dobbertin.

Gelegenheit für Geschäftsführer Hans Hopkes, an die Übernahme der damaligen Bezirksnervenklinik durch das Diakonie Werk zu erinnern. Die Bestandsaufnahme 1991 förderte zutage, dass Jahrzehnte der Mangelwirtschaft bei gleichzeitig intensivster Nutzung unübersehbaren Spuren hinterlassen hatten. In den Jahren 1993 bis 1997 wurde eine Zielplanung für die Gesamtanlage erarbeitet. Dabei wurden zunächst die Gebäude vermessen und der Bauzustand ermittelt. Im zweiten Schritt wurden mögliche Nutzungsvarianten erarbeitet. Aus der letztendlich abgestimmten künftigen Nutzung heraus mussten dann noch die Gesamtkosten ermittelt werden.

Die Landesregierung in Schwerin fasste dazu am 27. Mai 1997 den Beschluss, die Klosteranlage in Dobbertin als Gesamtanlage zu erhalten und die weitere Nutzung zu fördern. Das Finanzierungsvolumen (ohne Werkstattneubau und Kirchensanierung) wurde auf 49,6 Millionen Mark als Obergrenze festgelegt. „Wir sind erstaunlicherweise innerhalb des Kostenrahmens geblieben“, freute sich Hopkes. Für die Architekten Wolfram Kessler und Michael Mikolajczyk war der Umgang mit der alten Bausubstanz eine Herausforderung. Es sei beispielsweise eine richtige Entscheidung gewesen, die Förderschule in Klosterräume zu integrieren, die auch für ein Museum geeignet gewesen wären. „Wir machen den Rucksack für Eltern behinderter Kinder leichter“, kam die frühere Schulleiterin Dagmar Stubbe in dem Film zu Wort.

Bevor die Arbeiten an den Gebäuden beginnen konnten, musste zunächst die gesamte technische Infrastruktur erneuert werden. In den Jahren 1997 bis 1999 wurden sämtliche Wasser- und Abwasserleitungen, Heizfernleitungen sowie Strom- und Telefonkabel neu verlegt. Danach erfolgte dann der Umbau der ersten Wohngebäude. Zwischen 1998 und 2008 wurden 18 der insgesamt 23 denkmalgeschützten Gebäude saniert. Insgesamt wurden 285 Wohnplätze für Menschen mit geistiger Behinderung geschaffen. Als einziger Neubau entstand in den Jahren 1994/95 und 1997/1998 die Werkstatt. „Hier leisten wir echte Teilhabe von Behinderten am Leben in der Gesellschaft“, berichtet Werkstattleiterin Gisela Hentschel in dem Film. Inzwischen betreut das Diakoniewerk landesweit 3000 Menschen und zählt 1800 Beschäftigte.

Die Dobbertiner Klosteranlage wird jährlich von ca. 30 000 Menschen besucht. Ihnen soll der Kurzfilm Einblicke in die Geschichte ermöglichen. Die DVD wird morgen (29.) beim Adventsmarkt des Klosters für 12 Euro zu erwerben sein. Insgesamt hat Regisseur Schumann von seinem Kameramann Werner Schulz 80 Stunden Material belichten lassen. Daraus soll als nächstes ein dreiviertelstündiger Fernsehfilm entstehen.


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