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Sturmgewehre, Maschinenpistolen und Karabiner : Kleines Waffenarsenal in Dobbin entdeckt

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Eigentlich wollte Familie Schattschneider in Dobbin nur einen Graben ziehen. Doch während der Arbeit entdecken sie rostiges Eisen. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei dem Fund um Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg.

svz.de von
erstellt am 30.Aug.2013 | 04:29 Uhr

Dobbin | Eigentlich wollte Familie Schattschneider in Dobbin nur einen Graben ziehen, um eine Verrieselung ihres Regenwassers vorzunehmen. Doch als sie mitten beim Graben sind, da entdecken sie rostiges Eisen. Wie sich herausstellt, sind es nicht irgendwelche Töpfe, oder altes Werkzeug, die hier in der Erde liegen, "wir haben schnell erkannt, dass es Waffen sind", erzählt Bärbel Schattschneider. Die Familie tut das einzig Richtige: Sie informieren ihren Bürgermeister Dirk Mittelstädt. Da der zugleich Beamter bei der Polizei ist, weiß er die weiteren Schritte einzuleiten.

Der Kontaktbeamte Thomas Tack sowie der Munitionsbergungsdienst werden informiert, und gestern Mittag rückten sie an. "Das sind alles Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg, wahrscheinlich von Volkssturmeinheiten", sagt Burkhard Pohl vom Munitionsbergungsdienst. Nachdem er die völlig verrosteten Waffen untersucht hat, ist klar, dass es zwei Sturmgewehre deutscher Herkunft, zwei englische und sechs deutsche Maschinenpistolen sowie acht Karabiner sind.

Der Zahn der Zeit in der feuchten Erde hat die Waffen unbrauchbar gemacht, aber nicht ungefährlich. "Klar, damit kann man nicht schießen. Aber die Magazine dazu sind ebenfalls alle vorhanden und noch gefüllt. Die Munition an sich ist noch gefährlich und gehört nicht in unbefugte Hände", sagt Pohl. Gerade die deutsche und englische Waffenmischung ist für ihn Bestätigung, dass möglicherweise der Volkssturm diese hier einst "entsorgte". Die wurden seinerzeit mit so genannten Beutewaffen versorgt und so erklärt sich die zweierlei Nationalität.

Jetzt werden die 18 Zeitzeugen des einstigen Krieges abtransportiert und in Munster fachgerecht entsorgt. Es zeigt sich aber, dass auch fast 70 Jahre nach Ende des Krieges noch immer einstige Waffen und Munition gefunden werden. Deshalb die Warnung der Polizei, derartige Funde unbedingt zu melden. Ein mögliches Behalten der Funde als Souvenir ist nicht empfehlenswert und verboten. "Abgesehen von der Gefahr ist es auch ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und wird entsprechend geahndet", so Pohl.

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