Große Geste zum Abschluss : Kleiner Schritt - großer Meilenstein

Brunneneinweihung  geht mit Reden oder auch ganz praktisch. Als das Wasser angestellt wurde, enterten diese beiden Kita-Knirpse kurzerhand das neue Bauwerk auf dem Plauer Marktplatz und plantschten munter drauf los.
Brunneneinweihung geht mit Reden oder auch ganz praktisch. Als das Wasser angestellt wurde, enterten diese beiden Kita-Knirpse kurzerhand das neue Bauwerk auf dem Plauer Marktplatz und plantschten munter drauf los.

Ein Vierteljahrhundert Städtebausanierung hat der Luftkurort Plau am See hinter sich- Mit Brunnen- und Kirchgarteneinweihung findet sie jetzt ihren Abschluss.

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29. Juni 2016, 12:00 Uhr

Von der Idee bis zum Bau hatte es Jahre gedauert. Jetzt aber waren Enthüllung und Einweihung des Brunnens auf dem Marktplatz das I-Tüpfelchen auf der Städtebausanierung. Das Ausrufezeichen hinter wichtigen Investitionen, die das Herz des Luftkurortes um vieles schöner und attraktiver gemacht haben.

Takwe Kaenders, Künstlerin und quasi Mutter des Brunnens, überließ die großen Reden anderen. Dass die Stadt die Gestaltung des Brunnens für professionelle Künstler ausgeschrieben hatte, wollte sie jedoch nicht unerwähnt lassen. „Fischotter, Adler, Hecht und Barsch“ – das seien die Kriterien gewesen; ein Dogma natürlich der finanzielle Rahmen. Der Rest war Sache des Künstlers. Was Takwe Kaenders daraus gemacht hat, skizzierte sie in ganz wenigen Worten: Im oberen Teil des kupfernen Brunnen-Quaders, der in einer gepflasterten, runden Senke steht, finden sich Motive von Vögeln und an Land lebenden Tieren, darunter Fische, die hinter Wasserspeiern „schwimmen“. Auf diese Weise, so die Rothenerin, habe sie den Brunnen nicht nur als Blickfang entworfen, sondern auch erlebbar gemacht. Sie sprach’s - schon wurde das Wasser angestellt. Das fanden zwei Kitaknirpse unheimlich aufregend. Sie enterten den Brunnen, erkundeten neugierig die Tierdarstellungen und plantschten dann fröhlich durchs Wasser. Zum Gaudi aller Umstehenden…

Nun ist die Brunneneinweihung nur ein kleiner Schritt, dennoch markiert sie Großes: Seit 1992 sind ca. 27,7 Millionen Euro im Rahmen der Förderung ins Plauer Sanierungsgebiet geflossen. Bürgermeister Norbert Reier, der bei einer kleinen, von den „Uhus“ im Landesposaunenwerk musikalisch umrahmten Einweihungsfeier Wirtschaftsminister Harry Glawe, Landtagsabgeordneten Wolfgang Waldmüller, zahlreiche Stadtvertreter und interessierte Bürger begrüßte, nutzte die Gelegenheit, um Bund und Land zu danken - Anwesenden eingeschlossen. Für die Drittelförderung, die wichtige Vorhaben wie die Rathaussanierung, Neugestaltung des Markplatzes und des Kirchgartens mit insgesamt 18,2 Millionen Euro ermöglicht hatten.

Plaus Bürgermeister betonte die wirtschaftlichen Effekte der Städtebausanierung für die Stadt und die Region. Denn da neben vielen öffentlichen Sanierungsprojekten noch mehr private umgesetzt wurden, habe sich das Auftragsvolumen auf 165 bis 220 Millionen Euro summiert. „Seit 1992 sind jährlich also rund 1,1 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln in das Sanierungsgebiet geflossen“, so Reier. 25 Jahre Stadtsanierung seien somit auch 25 Jahre Wirtschaftsförderung. Und zwar Wirtschaftsförderung, die amtsweit Arbeitsplätze schaffte.

Wenn auch schon im Frühjahr abgeschlossen, erinnerte die kleine Einweihung nochmals an die Neugestaltung des Kirchgartens und den Bau der neuen öffentlichen Toilette. 236  000 Euro aus der Städtebauförderung bzw. 145  000 Euro über die Wirtschaftsförderung des Wirtschaftsministeriums waren hier hineingeflossen. Zur Finanzierung des Brunnens wurden insgesamt 99  500 Euro aufgewendet, die mit 50  000 Euro aus der Städtebauförderung mitfinanziert worden waren.

Wirtschaftsminister Harry Glawe beglückwünschte die Plauer zu ihren klugen Ideen und der Mitnahme der Bürger und packte dann die Fördermittelzusagen für die Burg und den neuen touristischen Parkplatz am Standort der ehemaligen Wäscherei aus. Wann und wie es mit diesen Projekten weitergeht demnächst.

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