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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

16. Dezember 2017 | 06:32 Uhr

Blutspende in Goldberg : Kleiner Pieks, große Wirkung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Zum 31. Mal spendete Sylvia Frädrich aus Goldberg Blut, als das DRK-Team vom Blutspendedienst aus Schwerin vor Ort war

von
erstellt am 14.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Schlange stehen heißt es in der Regionalen Schule Walter Husemann in Goldberg. Nicht die Schüler, die haben bereits Schulschluss. Auf dem Parkplatz vor dem Gebäude steht ein Transporter des Deutschen Roten Kreuzes – mit Schweriner Kennzeichen. Das Blutspende-Team wartet auf ehrenamtliche Spender an diesem Tag.

Liege, Computer, Etikettierer, Transportboxen... zahlreiche Utensilien haben die Mitarbeiter bereits hereingetragen und aufgebaut. Jetzt müssen nur noch die Spender kommen. Und die kommen, einer nach dem anderen. Unter den Ehrenamtlichen auch Sylvia Frädrich. „Wann meine erste Spende war, kann ich gar nicht mehr sagen“, erzählt sie und wartet ebenfalls in der Schlage vor dem Blutspenderaum. Die Goldbergerin erinnert sich noch, als sie nach der Wende im Westen gearbeitet hat, ist sie zum ersten Mal zum Blutspenden gegangen – und bis heute dabei geblieben. „Na ja, mit kurzer Unterbrechung als meine Kinder geboren wurden“, verrät sie. Sylvia Frädrich rechnet: „25 Jahre müssten es aber schon sein.“ Dann zählt sie die Blutspenden auf ihrem Ausweis: „28, 29, 30 – heute ist die 31. Spende.“ Die Goldbergerin macht das gern. Sie wolle anderen Menschen helfen. „Und ich hoffe, wenn ich mal selbst in die Situation komme, dass ich auch Blut bekomme.“ So wie Sylvia Frädrich denken aber nur wenige – deutschlandweit. Laut DRK Blutspendedienst spenden nur drei Prozent der Deutschen Blut – „97 Prozent verlassen sich auf die drei Prozent“, sagt Heidrun Görsch, Mitarbeiterin des DRK. Gemeinsam mit Schwester Sandra Lübken ist sie heute eine der zwei Piekserinnen.

Doch zuerst wird ein Vorab-Check gemacht. Personal- und Spenderausweis müssen vorgelegt werden. Sylvia Frädrich kennt das Prozedere aus dem Effeff. Vor der Blutspende selbst hat sie keine Angst. Selbst die dicke Nadel stört sie nicht. Nur der Pieks vorab in den Finger – den mag die Goldbergerin überhaupt nicht. „Der tut ein wenig weh.“ Das liegt an den zahlreichen Nerven in der Fingerkuppe. Doch der Pieks im Finger ist unerlässlich für die Spende – dabei wird der Hämoglobin-Wert kontrolliert. Das heißt, es wird gemessen, ob für eine Blutspende auch genügend roter Blutfarbstoff (Hämoglobin) vorhanden ist.

Mit Klemmbrett geht’s zur Ärztin. Olga Polovneva kontrolliert den ausgefüllten Fragebogen, entscheidet, wer an diesem Tag spenden darf, wer nicht. Sylvia Frädrich darf – ihre 31. Blutspende kann losgehen. „Ich kann links wie rechts“, sagt Sylvia Frädrich, als sie zurückkommt. Dann ab zu Schwester Sandra Lübken, die Liege ist gerade frei geworden. Routiniert greift die DRK-Mitarbeiterin zu ihren Utensilien – zum Scanner. Ohne Technik geht heute auch bei der Blutspende nichts mehr. „Name und Geburtsdatum?“ Sylvia Frädrich antwortet. Dann geht’s los. 530 Gramm Blut sollen abgezapft werden. „Das sollen dann 497 Milliliter Blut sein“, erzählt Kollegin Heidrun Görsch. Mit einem weichen Ball in der Hand pumpt Sylvia Frädrich das Blut aus ihrer Vene. Es fließt: 152, 157, 166 Gramm.

Sylvia Frädrich fühlt sie gut. „Jetzt könnte ich auch die Augen zumachen und ein wenig schlafen“, sagt sie und lächelt. Wenn sie nach wenigen Minuten fertig ist, gibt’s einen kleinen Imbiss. Auch dafür sorgt der DRK-Blutspendedienst bei all seinen Terminen im Bundesland, wie hier in Goldberg.

Die Mitarbeiter vor Ort würden sich auch wünschen, dass es mehr Freiwillige gibt. Schließlich könne jeder einmal in die Situation kommen, eine Blutkonserve zu brauchen. „Unfälle kommen erst an dritter Stelle. Vor allem Krebspatienten brauchen Blutkonserven“, weiß Margitta Kunkel vom DRK-Blutspendedienst aus Schwerin. Doch auch Menschen mit Herz-, Magen- und Darmerkrankungen sowie Gerinnungsstörungen sind auf Blutpräparate angewiesen. Eine Spende dauert nur wenige Minuten – rettet aber womöglich einem anderem das Leben.  

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