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24. November 2017 | 23:33 Uhr

Kleine Tüftlerin kommt groß raus

vom

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erstellt am 02.Apr.2013 | 04:28 Uhr

Zarchlin | In einem gelben T-Shirt und ihren langen dunklen Haaren, die sie zu einem Zopf gebunden hat, steht sie vor einem: Susann Janetzki aus Zarchlin. Gerade mal zehn Jahre alt und Gewinnerin beim Wettbewerb "Jugend forscht - Schüler experimentieren". Die eine Erfindung, für die Suann Janetzki den zweiten Preis erhielt, hat sie bereits beim Patentamt eingereicht und die Bestätigung erhalten, dass dieses Patent vom 10. Juli 2014 an gilt. Für eine Viertklässlerin ist das ungewöhnlich, nicht alle haben mit zehn Jahren schon eine Erfindung beim Patentamt angemeldet. Aber Susann Janetzki hat so eine. Und das obwohl sie mit der Arbeitswelt noch nichts am Hut hat.

Auch mit dem Fach Physik ist Susann Janetzki in der Schule noch nicht in Berührung gekommen. "Das kommt, glaube ich, erst in der sechsten Klasse", sagt sie und schaut einen mit ihren großen braunen Augen an. Dennoch hat sie sich eine Aufgabe gestellt, die in dieses Fachgebiet gehört. Stolz steht sie vor ihren Aufstellern, auf denen sie alles fein säuberlich darstellt - beide Erfindungen, den "einzig wahren Spiegel" und eine besondere Ummantelung für den Großbaum beim Segeln. Eingereicht hat die Grundschülerin ihre Ideen beim Wettbewerb "Schüler experimentieren". Damit sei sie groß geworden, denn auch ihre beiden älteren Brüder haben daran immer wieder teilgenommen. "Ich hatte schon mit vier Jahren so meine Ideen", erklärt die Schülerin. Dann war es in diesem Jahr soweit und sie konnte ihre Arbeiten einreichen. Und gewann prompt. Den ersten Preis im Fachgebiet Physik mit ihrer Entdeckung des einzig wahren Spiegels. "Ich hatte mir überlegt, dass es irgendwie möglich sein muss, sich im Spiegel so zu sehen, wie auf einem Foto. Schließlich betrachten wir uns häufig am Tag im Spiegel", verdeutlicht Susann Janetzki ihre Idee. Gesagt, getan. Ein Esslöffel hilft der Zehnjährigen, um dem wahren Spiegel auf die Spur zu kommen. Doch nicht nur dem wahren Spiegel wollte die Grundschülerin aus Zarchlin auf die Spur kommen, sondern auch etwas anderem. Das hat mit ihrem Hobby zu tun.

Seit zirka zwei Jahren ist Susann Janetzki auf dem Plauer See zu Hause. Dort segelt sie. Das ein oder andere Mal hat sie sich dabei auch schon den Kopf gestoßen. Grund für die Beulen am Kopf ist der Großbaum beim Segeln, der immer wieder hin- und herschwenkt und nicht nur für Beulen sorgt, sondern auch ernste Verletzungen wie Gehirnerschütterungen verursachen kann. "Einen Helm aufzusetzen, ist aber auch nicht gut", erklärt Susann Janetzki. "Denn ein Helm kann gefährlich werden, wenn man vom Großbaum getroffen wird und über Bord geht." Deshalb überlegte sich die Zehnjährige etwas anderes und kam auf die Idee, den Großbaum mit Rohrisolierung zu ummanteln. Nicht nur auf ihren Zeichnungen, sondern auch in der Praxis - an einem eigenen Segel - tüftelt Susann Janetzki an ihrer Idee. Für dieses Projekt erhielt die Grundschülerin im Fachgebiet Arbeitswelt nicht nur den 2. Preis, sondern auch einen Sonderpreis. Diese beiden Projekte werden wohl nicht die letzten von Susann Janetzki gewesen sein: "Ich hab noch so viele Ideen im Kopf." Mal schauen, was sie bei den kommenden Wettbewerben von Jugend forscht so alles vorstellen wird. Überzeugt hat sie die Jury in diesem Jahr auf jeden Fall. Wahrscheinlich tüftelt Susann Janetzki schon an einer ihrer nächsten Ideen für Jugend forscht.

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