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Ganzes Dorf auf den Beinen : Kleine Strolche aus dem Häuschen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Kindergarten Ganzlin feierte jetzt sein 65-jähriges Bestehen. Es war eine große Feier, auf der sogar der Bürgermeister für einen guten Zweck versteigert wurde

Schon aus einiger Entfernung lugte es auffällig bunt zwischen Büschen und Bäumen hindurch: In allen Farben leuchteten Ballons, Hüpfburg und der große Wagen der Ganzliner Feuerwehr. Dort wurde gefeiert, die Ganzliner Kita „Kleine Strolche“ nämlich wurde 65 Jahre alt und die Umzäunung vor dem Kindergarten fiel fast um, so voll war es!

Gut auszumachen unter allen Eltern, Großeltern und Geschwistern war die eigentliche Kita-Familie: Die „Strolche“ trugen weiße Basecaps, das Team der Mitarbeiterinnen war einheitlich schwarz-weiß gewandet, selbst die Sonnenbrillen waren schwarz auf weiß gepunktet. Die Erzieherinnen hatten naturgemäß alle Hände voll zu tun, ständig sah man sie, schwarz-weiß, irgendetwas regeln und sei es nur den Einzug der fünfundzwanzig Kuchen, die aus elterlichen Küchen hierher gerollt waren. Indes sah man Kita-Leiterin Andrea Fabich meist auf der Bühne. Sie hatte den Ehrenplatz an der Rampe, leitete unentwegt durch das Fest und am Ende wusste man: An ihr war auch eine Animateurin verloren gegangen.

Die Vorstellung begann mit dem - nennen wir ihn - Kita-Chor. Die kleinen Strolche, im Alter etwa zwischen drei und fünf Jahren, begrüßten die Gäste mit Versen und sangen zum Gitarrenspiel von Andrea Fabich Kindergarten-Evergreens, wie „Wer will fleißige Handwerker sehen?“. Während die Kleinen in der ersten Chorreihe meist ein bisschen ängstlich, besser, skeptisch dreinschauten, übten die Älteren sich bereits im Sologesang. Lukas, Vanessa, Felix und andere präsentierten unter anderem mutig den vielstrophigen Hit „Wer hat die Kokosnuss geklaut“.

Zwanzig Kinder habe die Kita gezählt, als sie vor drei Jahren hier die Leitung übernahm, heute seien es fünfunddreißig, berichtet Erzieherin Fabich während einiger ruhiger Minuten. Die Tendenz weist also nach oben. Befragt nach den ihr wichtigen Eckpunkten der Arbeit sagt sie: Entscheidend sei ein mitdenkendes Team. „Wir arbeiten Hand in Hand. Jede ist verantwortlich.“ Mit im Boot, weiß die erfahrene Kraft, sitzen natürlich auch die Eltern: „Alle müssen an einem Strang ziehen“, sagt sie, die konzeptionell darauf achtet, dass die Kinder Nähe zur Natur entwickeln. „Hierbei“, berichtet Andrea Fabich dankbar, „hilft uns Förster Jörg Fengler.“ Heute aber gilt ihr Dank ganz besonders allen, die das Fest mitgestaltet haben, den Eltern und Sponsoren.

Dann schlüpft sie wieder in die Rolle der Animateurin. Der Nachmittag strebt dem Höhepunkt zu, denn jetzt soll Bürgermeister Jens Tiemer versteigert werden. Sinn und Zweck ist es, die Gage für den nächsten Auftritt eines Marionettentheaters zu ersteigern. Gegenwert ist eine Stunde der Arbeitskraft Tiemers im Garten. Um seine Qualifikation entsprechend unter Beweis zu stellen, zieht der Bürgermeister sich schon mal um, rüstet sich mit Gummistiefeln, Strohhut, Kittel und amüsiert sich im Übrigen köstlich, während die Leiterin die Leute anstachelt: Ein Marionettentheater sei ja sooo teuer. Und die Gäste haben ein Einsehen. Jetzt erweisen sich die anderen Mitarbeiterinnen des „Teams“ auch als fix und flexibel im Geldeinsammeln. Das Marionettentheater kann kommen.


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