Kita Plau: Rostocker Experten an Bord

In der Einwohnerversammlung, die der jüngsten Stadtvertretersitzung vorausgegangen war, hatten alle vier Träger die Möglichkeit, ihre  Konzepte  für den geplanten Kita-Neubau im Entwicklungsgebiet Quetziner Straße  vorzustellen.
In der Einwohnerversammlung, die der jüngsten Stadtvertretersitzung vorausgegangen war, hatten alle vier Träger die Möglichkeit, ihre Konzepte für den geplanten Kita-Neubau im Entwicklungsgebiet Quetziner Straße vorzustellen.

Die Trägerfrage für Kindergarten-Neubau in Plau am See ist entschieden. Das Institut Lernen & Leben; Leben e.V., das seinen Sitz in Bentwisch beierhält vor drei Mitbewerbern den Vorzug

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28. Februar 2014, 16:07 Uhr

Plau am See wird eine neue Kindertagesstätte bekommen. Der entsprechende Entschluss von Vertretung und Verwaltung steht seit Monaten fest. Er soll den Engpass an Betreuungsplätzen im Säuglings- und Vorschulalter beenden, unter dem der Luftkurort oder anders die jungen Familien mit Kindern in der Stadt seit längerem schon leiden. Auf der jüngsten Stadtvertretersitzung fiel nun auch die Entscheidung, wer der Träger der Einrichtung wird: Die Stadt holt sich für das ehrgeizige Projekt das Institut Lernen & Leben e.V. (ILL) mit ins Boot.

Ihre Entscheidung – sie fiel am Mittwochabend im nichtöffentlichen Teil der Sitzung – hatten sich die Abgeordneten nicht leicht gemacht. Nach einem Interessensbekundungsverfahren im vergangenen Jahr, an dem zwölf freie Träger beteiligt waren, reichten letztlich vier potenzielle Investoren ihre Konzepte bei der Stadt fristgemäß ein. In einer der Parlamentssitzung vorgeschalteten und gut besuchten Einwohnerversammlung bekamen sie die nun Möglichkeit, diese der Öffentlichkeit vorzustellen – die Johanniter Unfallhilfe e. V. Mecklenburg-Vorpommern West, das Institut Lernen & Leben e.V. mit Sitz in Rostock, die AWO Müritz gGmbH sowie der Kreisverband der Volkssolidarität Parchim e.V. Letzterer ist Träger jener Einrichtung, deren Nutzungsvertrag in dem Moment erlischt, in dem die neue Kita in Betrieb genommen wird. 80 Betreuungsplätze gibt es hier. Zuzüglich der bereits vor Jahren in das Burghaus ausgelagerten Vorschulgruppe ist damit die Kapazitätsgrenze erreicht und eine dringend notwendige Erweiterung des Hauses, das nie ein Zweckbau war, unmöglich.

Eine Stunde war für die Vorstellung der vier Konzepte geplant. Gut anderthalb brauchte die Präsentation schließlich. Was auch am großen Interesse sowohl auf Seiten der Stadtvertreter als auch der Gäste lag. Kostenkalkulation, pädagogische, erzieherische Zielsetzung, Altersabsicherung der Mitarbeiter, Essenversorgung, Schließ- und Randzeiten – die erfahrenen Kita-Betreiber standen Rede und Antwort. Und sie schlugen sich gut. „Alle vier sind anerkannte Träger, und alle vier haben brauchbare Konzepte“, resümierte Norbert Reier denn auch nach der Sitzung. Dennoch sei die Entscheidung im Gremium nach langer Diskussion schließlich mit Mehrheit für das Rostocker Institut gefallen. „Unser Ziel war seit Ausschreibung des Kindergarten-Neubaus im Sommer letzten Jahres, einen Träger zu finden, der uns in der frühkindlichen Erziehung ein guter Partner ist“, so Reier. Überdies habe man Wert auf eine kostenseitige Kalkulation gelegt, die die zu erwartenden finanziellen Belastungen im Rahmen ließen, insbesondere auch die der Eltern. In vielen Punkten hatten die Konzepte der vier Bewerber dicht beieinander gelegen. So hatten drei der vier Interessenten Kneipp im Ansatz, alle sind Randzeitenbetreuung (verlängerte bzw. auch frühere Öffnungszeiten) gegenüber aufgeschlossen und alle haben sie den Erzieherinnen des VS-Kindergartens die Übernahme signalisiert. Wenn auch zu unterschiedlichen Konditionen. In wenigstens zwei Punkten aber stachen die Rostocker heraus, die womöglich den Ausschlag gegeben haben könnte: Zum einen bildet das 1991 gegründete Rostocker Institut sein eigenes Personal aus, andererseits will es künftig in Plau am See auf bilinguale Betreuung setzen. „Beides gefällt uns sehr gut“, sagt Norbert Reier und gibt damit auch den Tenor aus dem nichtöffentlichen Teil der Sitzung wieder.

Das ILL, das landesweit momentan 50 Kindergärten und Horte betreibt und über 700 Mitarbeiter fest beschäftigt, will in Plau am See nach dem Konzept der Kreativitätspädagogik arbeiten, hatte Beate Arndt, die Regionalleiterin, in der Einwohnerfragestunde erläutert. Das Motto sei „Der Weg ist das Ziel“. Dabei sollen die Kinder hier ressourcenorientiert gefördert werden. Nicht unerheblich für den Mehrheitsbeschluss in der Vertretung war möglicherweise auch die Kostenkalkulation. So setzt das ILL 1,1 Millionen Euro bei der Bausumme an, ohne hierbei von einer Förderung auszugehen. Im Gegensatz dazu sah etwa das Projekt der Johanniter ein Bauvolumen von ca. zwei Millionen Euro vor, das mit einer Million Euro gegenfinanziert werden sollte.

Die Würfel um den Träger des Kindergarten-Neubaus und somit auch des Verkaufs der dafür vorgesehenen Fläche im Plauer Entwicklungsgebiet „Quetziner Straße“ sind gefallen. Ziel ist nun ein möglichst schneller Baubeginn, die Inbetriebnahme der neuen Einrichtung mit einer Gesamtkapazität von 100 Plätzen zum Schuljahresbeginn 2015/16 mit einem nahtlosen Übergang von der jetzigen Betreuung im VS-Kindergarten „Villa Kunterbunt“. Mit der Vortlssolidarität, auch das hatte Bürgermeister Norbert Reier in der Sitzung betont, habe man in allen Jahren sehr gut und auch sehr erfolgreich zusammengearbeitet.

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