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24. November 2017 | 17:58 Uhr

Kirche des Jahres steht in Plau am See

vom

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erstellt am 01.Feb.2013 | 08:54 Uhr

Plau am See | Sitzreihe für Sitzreihe erstreckt sich das Gestühl der Plauer St. Marienkirche bis kurz vorm Altar. Schlachter-Frauen, Tischler-Gesellen, Schmiede-Gesellen, Schuhmacher - all das steht ins Holz geritzt. Teilweise nicht mehr zu erkennen, teilweise nur noch zu erahnen, teilweise noch deutlich zu lesen - doch noch immer vorhanden. Nicht nur das uralte Gestühl des Plauer Gotteshauses zeichnet St. Marien aus, sondern auch viele andere Dinge. Seit Jahrhunderten trotzt sie Wind und Wetter, Kriegen und Bränden, wird immer wieder nach Zerstörungen aufgebaut - von ihren treuen Gläubigen und Liebhabern.

Auch jetzt haben die Plauer wieder einmal bewiesen, dass sie zu ihrer Kirche stehen, denn ihnen ist es zu verdanken, dass sich St. Marien Kirche des Jahres 2012 nennen darf. Mit insgesamt 1285 Stimmen landete die St. Marienkirche bei der Abstimmung zur Kirche des Jahres auf Platz 1. Weit entfernt auf Platz 2 mit 745 Stimmen landete die Evangelische Stadtkirche Monschau in Nordrhein-Westfalen. Ausgerufen wird dieser Wettbewerb von der Stiftung KiBa, der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland. Insgesamt 7000 Stimmzettel erreichten die KiBa. "Ich bin überwältigt, wie viele Stimmen unsere Kirche bekommen hat. Daran erkennt man mal wieder, wie sehr die Plauer zu ihrer Kirche stehen", sagt Dr. Axel Tohtz vom Förderverein St. Marien. Der pensionierte Tierarzt freut sich sichtlich über den Erfolg seiner Mitmenschen und des Fördervereins. "Die KiBa hat uns schon bei der Sanierung des Turmes geholfen. Wir haben etliche Stiftungen angeschrieben, um St. Marien sanieren zu können", erklärt Axel Tohtz. Denn die letzte Sanierung des Plauer Gotteshauses liegt viele Jahrzehnte zurück. 1877 fand die letzte große Sanierung von St. Marien statt. Vor allem in der Zeit von 1945 bis 1990 ist nicht viel gemacht worden am Plauer Gotteshaus. "Das ist sicherlich der damaligen Zeit geschuldet", verdeutlicht der Vereinsvorsitzende.

Meterhoch ragt der Turm der St. Marienkirche in den Himmel. 1225 entstand sie als Hallenkirche westfälischen Typs, mit den Stilen der Romanik und Gotik. "Mit der Wende haben wir die Chance bekommen, endlich wieder etwas machen zu können", erzählt Axel Tohtz. Deshalb wurde in den vergangenen Jahren viel Geld gesammelt und Stiftungen angeschrieben. Dazu zählt auch die KiBa, wie der Vereinsvorsitzende immer wieder betont. Von außen ist die Kirche jetzt so gut wie fertig, nur im Inneren muss noch einiges gemacht werden, doch aller Wahrscheinlichkeit nach wird das erst 2015 fortgesetzt werden können, da das Geld fehlt. "Wir haben auch viel in Arbeitseinsätzen selbst gemacht. Das war dreckig und anstrengend. Aber selbst beim Beräumen des Turmes sind etliche Plauer gekommen und haben geholfen, teilweise waren wir mehr als 100 Leute", erinnert Axel Tohtz an die Arbeitseinsätze.

Schon immer hat sich der ehemalige Tierarzt für Kirchen eingesetzt. Als er noch bei Sternberg wohnte, war es die Groß Radener Kirche, die ihm ans Herz gewachsen war. Seitdem er in Plau am See lebt, kümmert er sich gemeinsam mit 157 anderen Mitgliedern des Fördervereins um die Erhaltung der Plauer St. Marienkirche. Eine Aufgabe, die ihm gefällt und Spaß bringt. Umso mehr freute es ihn, dass sich alle Mühen gelohnt haben und St. Marien zur Kirche des Jahres 2012 gewählt wurde. "Ich denke, diese Wahl wird wieder alle motivieren, damit wir das alles zu Ende bringen können. Es schafft aber auch Vertrauen und zeigt, dass sich die Plauer für ihre Kirche verantwortlich fühlen", sagt Axel Tohtz mit einem Lächeln. Auch in den kommenden Jahren hofft er weiterhin auf zahlreiche Unterstützer und Helfer, damit sich das Gestühl noch viele Jahre bis zum Altar hin erstreckt.

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