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Lübz: Ab 1. Januar weniger Fördermittel : Kinderbetreuung wird deutlich teurer

vom

Die Betreuung von Kindern wird ab dem 1. Januar auch im Raum Lübz teurer. Drastisch steigen die Preise im Krippenbereich. Die gleiche Entwicklung zeichnet sich in der Tagespflege ab. Grund sind sinkende Fördermittel.

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erstellt am 14.Dez.2012 | 05:41 Uhr

lübz | Der Landkreis hat der Stadt mitgeteilt, dass die Höhe der von ihm und dem Land gezahlten Fördermittel für die Kinderbetreuung ab dem 1. Januar sinkt. Dies hat zur Folge, dass auch bei unveränderten Platzkosten die Belastung sowohl für die Eltern als auch die Gemeinde steigt - besonders im Krippenbereich drastisch. Die gleiche Entwicklung zeichnet sich in der Tagespflege ab.

Die Lübzer Stadtvertreter beschlossen auf ihrer Sitzung am Mittwoch-abend die Festsetzung des Gemeindeanteils an den Kosten für den städtischen Hort und die Kita "Landmäuse". Im Hort betragen die ab Januar zu zahlenden Mehrkosten für Eltern wie Gemeinde 3,22 beziehungsweise 1,93 Euro (Ganztags-/Halbtagsplatz), im Kindergarten sind es 6,44 und 2,57 Euro.

Im Vergleich dazu fallen die Erhöhungen in der Krippe objektiv beurteilt drastisch aus: Ein Ganztagsplatz kostet dort ab dem 1. Januar genau 25,76, ein Halbtagsplatz 15,46 und ein Halbtagsplatz 10,30 Euro mehr. Die hier generell höheren Kosten liegen darin begründet, dass ein Erzieher in der Krippe höchstens sechs Kinder betreuen darf, im Kindergarten sind es 22. "Ich finde es unerhört, dass die Mittel auch in diesem Bereich immer weiter gekürzt werden - das darf einfach nicht wahr sein!", so CDU-Stadtvertreter Holger Dau verärgert. "Da ist Einspruch von allen gefragt, so etwas darf man nicht mehr einfach abnicken!" Gerd Holger Golisz, nicht nur Leiter des Amtes Zentrale Dienste in Lübz, sondern auch Kreistagsabgeordneter, ergänzte, dass das Sozialministerium durch seine Aussagen in der Öffentlichkeit ein anderes Bild als den tatsächlich beschrittenen Weg abgebe: "Dies wurde im kreislichen Jugendhilfeausschuss festgestellt, der daraufhin beschloss, sich mit einem die Problematik aufgreifenden Schreiben an die Sozialministerin zu wenden. Fest steht, dass die kommunale Ebene die Kürzungen nicht ausgleichen kann." Die Höhe des vom Kreis ausgezahlten Geldes orientiert sich am vorgegebenen Niveau der Landesmittel, die er um 28,8 Prozent ergänzt. Ein Ganztagsplatz in der Kinderkrippe etwa wird künftig demnach allgemein mit insgesamt 231,84, ein Halbtagsplatz mit 92,74 Euro gefördert. Im Kindergartenbereich betragen die Summen 128,80 beziehungsweise 51,52 Euro, für einen Hort liegt die Unterstützung bei gut 77 beziehungsweise 46 Euro für Teilzeitbetreuung. Halbtagsplätze gibt es hier nicht.

Der Bereich Kinderbetreuung fällt in die Zuständigkeit von Bürgeramtsleiter Thomas Rosenfeldt, der ebenfalls voller Kritik ist. "Im Sinne eines Kindes wirkt auf den ersten Blick zum Beispiel die Ankündigung gut, die Höchstmenge an Kindern zu senken, die ein Erzieher betreuen darf. In der Praxis kann dies aber schnell bedeuten, dass ich eine zusätzliche Kraft einstellen muss, was in der Regel nicht geht", sagt er. "Wer die Tür nicht ganz zumachen will, müsste dann die Aufnahmekapazität senken, was für alle Betroffenen in der Regel immense Folgen hat."

Das Land reiche immer einen feststehenden Geldbetrag aus, der nicht geändert werde - gleichgültig, wie sich die Zahl der zu betreuenden Kinder entwickle. Werden es mehr, wie es schon der Fall war, zahle Schwerin automatisch pro Kopf weniger dazu, doch die Platzkosten bleiben die gleichen. "Die Folge ist, dass Eltern und die jeweilige Kommune die Mehrbelastung auffangen müssen. Das ist nicht in Ordnung!", so Rosenfeldt. "Man sollte die Inanspruchnahme der zur Verfügung stehenden Betreuungsplätze vorher überprüfen, was wegen der überall rechtzeitig vorliegenden Anmeldungen aus meiner Sicht kein Problem wäre."

In Lübz gelten die neuen Kosten ab 2013 (in Klammern der jeweilige Träger) für den Hort der Stadt und der Allgemeinen Förderschule (Stadt Lübz beziehungsweise Landkreis Ludwigslust-Parchim), die Kita "Landmäuse" (Volkssolidarität Kreisverband Parchim e. V.), die Kita "Pfiffikus" (DRK-Kreisverband Parchim e.V.) und die Kita "So-phienstift" (Kloster Dobbertin gGmbH).

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