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Bauruinen in Lübz : Keine Heilung mehr fürs Krankenhaus

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Angst, dass Ruinen Leben gefährden: Es sind nicht mehr viele, aber auch der Unmut über die Bauruinen in Lübz kam beim Einwohnergespräch mit Bürgermeisterin Gudrun Stein auf den Tisch.

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2012 | 06:24 Uhr

lübz | Mehrere Millionen Mark wie Euro sind seit der Wende in die Sanierung der Lübzer Innenstadt geflossen - mit objektiv geurteilt großem Erfolg. Trotzdem gibt es noch Punkte, die zumindest einige Einwohner nicht nur einfach stören, sondern an denen sie sogar Angst empfinden, wie sie Bürgermeisterin Gudrun Stein jetzt bei einer Gesprächsrunde mitteilten. Letzteres unter anderem an der vor dem Zusammenbruch stehenden, über den Gehweg hinaus abgezäunten Wohnhausruine Plauer Straße 6. Die Verwaltungs-Chefin führte als weiteres Negativ-Beispiel die ehemalige Bäckerei Pagels in der Schützenstraße an. "Weil beides Privateigentum ist, dürfen wir dort allerdings nichts tun", sagt sie. Das Bauordnungsamt sei besonders in der Plauer Straße regelmäßig vor Ort, um eventuelle Veränderungen zu registrieren, die einen bevorstehenden Einsturz vermuten lassen könnten.

Von beiden Seiten aus zur Sprache kam außerdem das ehemalige Krankenhaus, die mit Abstand größte Ruine in der Region. Eigentümerin ist die Stadt, die sich um einen Käufer bemüht. "Die Blätter fallen, weshalb man es schon bald wieder voll sehen wird", so die Bürgermeisterin. Weil das Land für den Plan dänischer Investoren, hier ein Herzzentrum einzurichten, eine Investitionsförderung verweigerte - es sollte nur eine Einrichtung dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern geben - und dadurch keine Verträge mit Krankenkassen abgeschlossen werden konnten, ließen die Interessenten ihr Vorhaben fallen. Das daraufhin im Weg liegende Problem für eine weitere Verwendung: Ein Teil des Anwesens gehörte dem Kreis, der andere der Stadt. Außerdem gelten bei einer Zwangsversteigerung, die der Kreis ansetzte, besondere Regeln, wenn ausländische Eigentümer mit im Spiel sind. "Um alles in einer Hand zu haben und wieder handlungsfähig zu sein, erwarb die Stadt das Gebäude", erläutert Gudrun Stein.

Nach einem Feuer und Vandalismus größten Ausmaßes gilt der Gebäudekomplex als irreparabel. "Den Abbruch würde man gefördert bekommen, wenn die anschließende Nutzung des Geländes gesichert ist - der Bau eines Parkplatzes etwa genügt aber nicht", so die Bürgermeisterin. Schon für den Abbruch wäre eine sechsstellige Summe aufzuwenden, wobei 100 000 Euro nicht reichten: "Dann ist die Frage, was ein Investor mit seinem Geld erschaffen würde. Auf keinen Fall möchten wir eine weitere Verkaufseinrichtung haben. Neue Wohnungen wären sehr schön - nah an der Innenstadt, ruhig hinter Bäumen und in Hanglage." Gegenwärtig sei jedoch Realität, dass Kinder das Gelände als höchstgefährlichen Abenteuerspielplatz und Erwachsene als illegalen Müllabladeplatz missbrauchen. Niemand, der letzteres praktiziert, bedenke, dass er damit sich und der Allgemeinheit schadet, weil die Stadt den Dreck auf Kosten aller beseitigen lasse. Absolut unverständlich sei das Benehmen schon aus dem Grund, dass die Müllentsorgung gut geregelt ist und in der für sie entrichteten Gebühr die Abfuhr von Mülltonne, Grünschnitt und Gelbem Sack einkalkuliert ist.

Erste Schritte seien der Bürgermeisterin zufolge hingegen getan, um das leerstehende Haus vor der zum Seniorenpflegeheim "Haus am Freistrom" führenden Brücke abzureißen.

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