STarkes Ehrenamt : Kein Winterschlaf hinter den Kulissen

Für die Führungen im Burgturm suchen die Plauer Museumsfreunde dringend zusätzliche Leute. Spätestens ab der neuen Saison befürchten sie einen Engpass.  Fotos: Simone Herbst
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Für die Führungen im Burgturm suchen die Plauer Museumsfreunde dringend zusätzliche Leute. Spätestens ab der neuen Saison befürchten sie einen Engpass. Fotos: Simone Herbst

Plauer Museumsfreunde beenden erfolgreichste Saison seit der Eröffnung. Doch statt sich zurückzulehnen und ihren Erfolg zu genießen, werden sie auch in den kommenden Monaten ranklotzen.

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09. November 2014, 22:00 Uhr

Eigentlich könnten sich die Plauer Museumsfreunde jetzt zufrieden zurücklehnen und ihren Erfolg genießen: Hinter ihnen liegt die Besucher stärkste Saison seit Eröffnung des Burgmuseums. Sie tun’s nicht. Freuen ja. Zurücklehnen nein. Denn, obwohl das Museum für Besucher erst an Ostern wieder öffnet, ist viel zu tun. Quasi hinter den Kulissen. „Jetzt haben wir die nötige Ruhe zum Arbeiten. Das ist der Trick“, sagt Peter Prignitz und lacht. Gerade ist er dabei, in der inzwischen fertig gestellten Museumswerkstatt den gerahmten Kaiser aufzupolieren. Diverse andere Exponate und weitere Bilder warten noch auf ihre Kosmetik. Ebenso stehen Reparaturen und die Aufarbeitung neuer Exponate aus, die die Ausstellung möglichst schon ab nächster Saison ergänzen sollen. „Bei laufendem Betrieb kommen wir einfach nicht dazu“, sagt Prignitz. Um peu à peu alles abzuarbeiten (und weil es Spaß macht) wird sich die ehrenamtliche Museumscrew auch die Winterpause hindurch immer dienstags im Museum treffen.

Die Winterpause werden die Plauer auch nutzen, um sich mit den Modelleisenbahnfreunden aus Karow zu verständigen. „Wir wollen kooperieren“, kündigt Dieter Ehrke an. Noch in dieser Woche werde man sich über das Wie verständigen. „Im Endeffekt geht es darum, dass der eine für den anderen Werbung macht“, sagt Ehrke. Dass das Sinn macht, zeigt das Beispiel Altstadtcafé. Oft kämen Touristen direkt von Annemarie Tretzak ins Museum. Kein Wunder, dass deren Freunde auf das Café verweisen, wenn sie gefragt werden, wo man gemütlich sitzen kann.

Gemeinsam mit der Tourist Info GmbH reifen momentan Überlegungen, das Museum auch in den Wintermonaten teilweise zu öffnen. Weil die außerhalb der Saison liegen und die Plauer selbst nicht das Gros der Besucher stellen, braucht es Sicherheitem. „Der Verkehrsverein sollte sicherstellen, dass dann auch Gäste kommen“, so Ehrke. Für nichts könne und werde man sich nicht hinsetzen. Ein Test im Dezember soll zeigen, ob und wie das zusätzliche Angebot zu händeln ist.

Sorgen macht den Museumsfreunden der Burgturm, oder besser, die hier angebotenen Führungen. „Aus Altersgründen sind jetzt Burgturmführer ausgeschieden. Darum suchen wir dringend neue, wie auch für unser Burgmuseum“, sagt Ehrke. Nach Fertigstellung und Freigabe des zweiten Bauabschnittes, also der oberen Museumsetage, habe sich gezeigt, dass ein Führer pro Schicht nicht reiche.

Als die Plauer Museumsfreunde vor wenigen Tagen den Nachbau der „Loreley“ offiziell als neues Exponat der Ausstellung tauften, war mit Kathrin Möller, der früheren Leiterin des phanTechnikums Wismar, eine Freundin des Hauses unter den Gästen. „Vor anderthalb Jahren“, sagte sie, „war ich zuletzt hier. Seitdem hat sich so vieles getan. Dazu meinen Glückwunsch.“ Sie kenne sehr viele museale Einrichtungen, die hauptamtlich geführt werden, die aber nicht annähernd so viel auf die Beine stellen. Sie wünschte ihren Plauer Kollegen, dass die Ausstellung noch wachsen und lange Bestand haben werde. „Was, und davon wird viel abhängen, an eurer Kunst liegen wird, auch Junge für dieses tolle Haus zu gewinnen.“

Das Lob aus berufenem Munde freut die Plauer Ehrenamtler. Noch mehr freut sie, dass die einstige Chefin des technischen Landesmuseums ihnen mit Rat zur Seite stehen will. „Sie hat Ideen, wie wir die Präsentation noch verbessern können. Und wir bekommen das sogar schriftlich von ihr“, freut sich Dieter Ehrke.

Gefreut haben sich die Museumsfreunde auch über die Einladung des Parkhotels Klüschenberg. Als Dankeschön für das tolle Angebot für Touristen wie Einheimische sponsert das Hotel der Vereinssparte seit Jahren einen gemütlichen Abend zum Saisonabschluss.

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