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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

16. Dezember 2017 | 15:33 Uhr

Verkehr : Kein Schnellschuss beim Tempolimit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Plau: Die Diskussion um Geschwindigkeitsbegrenzung auf der B 103 innerorts geht weiter. Der Verkehrsverein sieht Gremien gefordert, allen voran die städtischen.

von
erstellt am 25.Sep.2014 | 22:00 Uhr

70, 50 oder vielleicht gar 30 km/h – wenn es um die Bundesstraße 103 geht, hat es der Plauer Verkehrsverein (Interessensvertretung der touristischen Leistungsträger in Plau am See) nicht so unbedingt mit Zahlen. Nein, das sei nicht seine Wiese, nicht in seiner Verantwortung, so dessen Vorsitzender Thorsten Falk. „Es ist schon richtig, seit gut einem halben Jahr diskutieren wir die Situation auf der Bundesstraße innerorts. Und wir sind auch der Meinung, dass hier eine Geschwindigkeitsbegrenzung sinnvoll wäre.“ Man werde jedoch nicht mit Zahlen hantieren, weil es keinen Sinn mache. Keinen Sinn deshalb, weil ein Tempolimit natürlich Konsequenzen haben könnte, die die Mitglieder des Verkehrsvereins nicht einschätzen können. Auf alle Fälle wehre man sich gegen eventuelle Schnellschüsse.

Was wirklich sinnvoll ist, so Falk gegenüber SVZ, darum sollen sich die zuständigen Gremien kümmern, allen voran die städtischen Ausschüsse und die Stadtvertretung. „Natürlich könnten wir die Forderung von 50 km/h aufmachen, aber dann kann uns passieren, dass die Bundesstraße keine Bundesstraße mehr ist.“ Mit anderen Worten, dann säße die Stadt schneller mit im Boot als ihr lieb ist. Und diese Fahrt könnte teuer werden. Wenn nämlich Unterhaltungskosten, Gelder für Reparaturen und Unsummen für den Winterdienst für den dann umgewidmeten Abschnitt aus städtischen Mitteln zu finanzieren sind.

In der Stadtvertretersitzung, in der CDU-Fraktionschef Horst Frommer beantragte, das Thema Geschwindigkeitsbegrenzung in die Ausschüsse für Tourismus und Stadtentwicklung zurückzuverweisen, hatte Bürgermeister Norbert Reier genau auf dieses Risiko hingewiesen. Und nicht zum ersten Mal. Gegenüber SVZ sagte er, selbstverständlich werde das Thema in beiden Gremien beraten und man werde sich dazu auch Fachleute vom Straßenverkehrsamt einladen. Er rate aber zu großer Besonnenheit. Auch erinnerte der Verwaltungschef daran, dass es für die B-103-nahen Bauten entsprechende Lärmschutzauflagen gibt, die es einzuhalten gelte.

Das eigentliche Problem für die Hotels, Gaststätten und natürlich die Anwohner, so Thorsten Falk, sei nach Meinung des Verkehrsvereins nicht der Verkehr auf der Bundesstraße an sich. Freilich, der habe vielleicht sogar zugenommen. „Das Grundproblem sind die Lkw – gerade in den Nachtstunden.“ Dann dröhne und vibriere die Straße permanent. „Nur werden wir den Schwerlastverkehr auch mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung nicht aus der Stadt rausbekommen“, warnt der Vereinscorsitzende vor falschen Illusionen. Das sei ganz klar eine Maut-Geschichte, und die könne nur politisch gelöst werden und zwar in Berlin.

Noch wisse man nicht, wann die Ortsumgehung kommt. Aber Plau stehe im Plan, wofür sich die Bürgerinitiative „Lkw-Fern- und Schwerlastverkehr raus aus unserem Luftkurort Plau am See“ sehr lange sehr stark gemacht hatte. Die Nordumgehung bringe zweifellos eine enorme Entlastung der B 191 innerorts und damit der Schulstraße zwischen Ortseingang aus Richtung Lübz und Einmündung B 103. so Falk. „Wir gehen aber schwer davon aus, dass der Verkehr aus Richtung Süden auf der B 103 auf die Ortsumgehung geführt wird. Und dann steht zu befürchten, dass die Belastung durch den Bundesstraßenverkehr auch im Bereich der Metow noch größer wird.

Hoffnung tut sich mit Ortsumgehung und dem geplanten Großparkplatz an der ehemaligen Wäscherei dennoch auf: Danach muss über die Verkehrsführung in Plau ohnehin neu nachgedacht werden.

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