Abwasser : Kein Geld mehr für Kleinkläranlage

Wasser fließt in das Spülbecken und muss später in der Kläranlage gereinigt werden.  Foto: Archiv
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Wasser fließt in das Spülbecken und muss später in der Kläranlage gereinigt werden. Foto: Archiv

Rund 1000 Haushalte im Landkreis Ludwigslust-Parchim besitzen bis heute keine biologischen Anlagen

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18. August 2015, 12:00 Uhr

Schluss mit Zuschüssen für die Umrüstung auf biologische Kläranlagen. „Wer bis jetzt noch nicht gebaut hat, bekommt keine Förderung mehr“, sagt Heike Czubak, Fachgebietsleiterin in der Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim.

Nur noch rund 200 bis 300 Haushalte im Landkreis, die bereits einen Bewilligungsbescheid erhalten haben, können mit Zuzahlungen rechnen. Zuletzt gab es noch rund 750 Euro pro Anlage, anfangs war es die doppelte Summe.

Ende des Jahres 2013 war die Frist abgelaufen für die Umstellung der privaten Kläranlagen auf den modernen biologischen Standard. Von rund 20 000 Haushalten, die über Kleinkläranlagen verfügen, haben 19 000 investiert. Rund 1000 stehen noch aus, darunter rund 180 Grundstückseigentümer im Altkreis Parchim. Im Altkreis sehe es also gut aus, so Heike Czubak. „Den Rest müssen wir zwingen.“

Es gebe unterschiedliche Fälle, so Czubak. Die einen wollen nicht umrüsten, die anderen haben nicht das nötige Geld. Die Frau aus der Kreisverwaltung hatte schon Gespräche mit Menschen mit schlimmen Schicksalen. Man versuche dann alle möglichen Wege aufzuzeigen, möglicherweise auch über Kredite durch das Jobcenter und das Sozialamt, erfuhr SVZ.

Es gibt auch bereits Fälle, wo der Landkreis Sanktionen gegen private Kläranlagenbetreiber durchgesetzt hat, wenn sie sich strikt geweigert haben, die Biologie nachzurüsten. „Manche reagieren erst, wenn ein Zwangsgeld festgesetzt wird“, so Heike Czubak. Es gibt aber auch das Beispiel aus einem Dorf im Altkreis Parchim, wo die Behörde den Ablauf von einer Anlage in ein Gewässer dicht gemacht hat. In einem anderen Fall in der Lübzer Region musste sogar eine neue biologische Kläranlage außer Betrieb genommen werden, weil die Steuerungseinheit verschwunden war.

Auch biologische Kläranlagen machen natürlich nur dann einen Sinn, wenn sie funktionieren. Wichtig ist, dass die Bakterien im Abwasser gefüttert werden, damit sie nicht kaputt gehen, erklärt Heike Czubak. Wenn beispielsweise ein Einzelner eine Kleinkläranlage nutzt, die für zehn oder vier Personen ausgelegt ist, stimme die Biologie nicht. Ein Problem für die biologische Anlage wäre es auch, zu viel Wasser in das System zu geben, beispielsweise aus einem Pool.

Einige Bürger machen zudem den Fehler, dass sie nachts den Strom abschalten, um zu sparen. Doch das geht nach hinten los. Denn dann funktioniert die Belüftung nicht mehr, die Bakterien, die das Abwasser reinigen sollen, können nicht atmen.

Im Sinne einer funktionieren Kläranlage solle man auch auf aggressive Haushaltsreiniger verzichten. Denn sie können die Bakterien töten, erklärt die Fachfrau aus der Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim.

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