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18. Oktober 2017 | 07:55 Uhr

Sternberg : „Kehraus“ in DRK-Kleiderkammer

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

An zwei Tagen der offenen Tür konnten sich rund 100 Bedürftige kostenlos einkleiden / Viel Lob für den „Flohmarkt im Trockenen“

Es ging zu wie in einem Taubenschlag an diesen beiden ersten Tagen der Woche im alten DRK-Gebäude in der Sternberger Karl-Marx-Straße. Frauen, Männer und teilweise auch Kinder besuchten die dortige DRK-Kleiderkammer. Und das aus gutem Grund. Denn diesmal war bei einem Tag der offenen Tür gleichzeitig „Kehraus“ angesagt. Will heißen: Alle vorhandenen Kleidungsstücke und andere Dinge wurden kostenlos abgegeben, um damit die Räumlichkeiten für die bevorstehende „Frühlings- und- Sommer-Kollektion“ freizubekommen. So war es auch kein Wunder, dass gleich zu Beginn die Schlange bis vorn zum DRK reichte. Über zwei Stunden lang sah man Menschen mit riesigen, vollen Taschen kommen und gehen. Denn viele hatten auch gleich eigene ausrangierte Kleidung von zu Hause mitgebracht. Insgesamt wurden an beiden Tagen an die 90 bis 100 Besucher gezählt.

Gleich bei der Eröffnung wurde Elfriede Reinke aus Sternberg begrüßt. „Ich hole hier immer Kleidung für meinen kranken Sohn“, erzählt sie. „Die Sachen sind noch immer top in Ordnung und sauber. Das Angebot der Kleiderkammer wird noch viel zuwenig in Anspruch genommen.“ Madlen Schulz aus Brüel kommt regelmäßig hierher. Schließlich hat die junge Mutter vier Jungen einzukleiden. „Die Kinder sind viel zu schnell aus ihren Sachen rausgewachsen“, erzählt sie. „Und Kindersachen sind nun mal sehr teuer.“ Und immer, wenn sie hierher komme, fühle sie sich wie auf dem Flohmarkt, „nur eben im Trockenen“. An einem der Regale machte sich Christian Hannemann zu schaffen. Der gebürtige Hamburger und jetzige Sternberger, ein arbeitsloser Tischler, war auf der Suche nach passenden Hosen, Pullovern und Jacken. „Eine tolle Sache“, meinte er. „Die Auswahl ist groß und gut und die hier ehrenamtlich tätigen Frauen sind nett und freundlich zu jedermann.“ Das konnte auch seine Bekannte Daniela Hochbaum bestätigen, die Sachen für ihre Kinder suchte. Simone und Kati Scheefe aus Witzin waren auf der Suche nach Hosen für die Tochter und den Enkel.„Wir sind öfters hier“, erzählten sie, , „und finden immer etwas Passendes.“ Auch Jana Scheefe aus Dabel wurde auf der Suche nach Stiefeln für die Kinder fündig.

Marlies Hein ist eine der ehrenamtlichen Helferinnen. An beiden Tagen war sie zusammen mitRenate Klockmann und Hulda Fleischhauer präsent. Erstere erzählt, was besonders gefragt war bei den Besuchern: Wintersachen wie Hosen, Pullover, Stiefel, Halbschuhe. Aber viele suchten auch Handtücher, Bettwäsche und Kinderbekleidung. Einmal im Jahr werden die Sachen kostenlos abgegeben. Ansonsten könne man für einen geringen Obolus zwischen 25 Cent und 5 Euro die Sachen erwerben. Geöffnet sei jeden Montag und Dienstag von 9 bis 11 Uhr. Inzwischen sei die Helferzahl bis auf 12, 13 angewachsen.

Die Sternberger DRK-Kleiderkammer gibt es seit 1991, also seit kurz nach der Wende, war von Bruno Pischel zu hören. Die Initiative sei damals vom DRK-Kreisverband ausgegangen. Und das habe sich über verschiedene Zuständigkeiten immer weiterentwickelt. Heute ist der DRK-Ortsverein Sternberger Seenlandschaft zuständig.

Anfangs war es eine AB-Maßnahme. Doch auch vorher wurden von rührigen Frauen schon große Sammlungen selbstständig organisiert. Ein besonderes Engagement zeigt seit vielen Jahren unter anderen Roswitha Kelch.

 

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