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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. November 2017 | 07:17 Uhr

Plau am See : Katzen-Elend vor Plauer Stadttoren

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Couragierte Plauer Tierfreunde sind mit der Aktion Katzen-Kastration gestartet. Es werden dringend Spenden benötigt.

von
erstellt am 12.Apr.2016 | 20:45 Uhr

Plau am See | Um die sich zuspitzende Situation vor den Toren der Stadt in den Griff zu bekommen, greifen Plauer Tierfreunde jetzt zu drastischen Maßnahmen: Sie haben eine großangelegte Katzen-Kastration gestartet. Warum? Auf einem Betriebsgelände, das bereits vor einiger Zeit den Besitzer wechselte, leben freilaufende Katzen. Sie schnurren, sind niedlich, haben immer Hunger, sind aber ohne jede medizinische Versorgung und vermehren sich unkontrolliert. „Zurzeit sind es 20“, weiß Ursula Teetz, die seit Wochen in das Dilemma um die Vierbeiner involviert ist. „Wenn es so weitergeht, haben wir hier in einem Jahr 50 Tiere, wenn nicht noch mehr.“ Und es eilt: Die ersten Katzen sind bereits trächtig.

Ursula Teetz hat Waltraud Wolter mit ins Boot geholt. Beide sind seit vielen Jahren im Plauer Tierschutz aktiv, haben sich dieses speziellen Problems jetzt aber auf privater Basis angenommen. „Wir sind dabei, die Tiere kastrieren zu lassen“, erzählt Waltraud Wolter. Regelmäßig fährt sie auf das Betriebsgelände, schaut nach den Vierbeinern, die hier sporadisch gefüttert werden, sich ansonsten aber selbst überlassen sind. Zwei Mitarbeiter vor Ort helfen, die Tiere einzufangen. Jeweils an Tagen, an denen Waltraud Wolter Termine mit Tierärztin Frau Dr. Khan im 15 Kilometer entfernten Meyenburg vereinbart ein.

Das sollten Sie wissen
Tierschutzvereine raten dringend ab, freilebende Katzen unkontrolliert zu füttern. Denn wer diese füttert, ist nach geltendem Recht automatisch der Besitzer dieser Tiere und demnach auch für deren medizinische Versorgung verantwortlich. Wer einmal mit dem Füttern angefangen hat, darf (vor allem im Winter) nicht einfach wieder damit aufhören. Und wer ein Tier (oder mehrere Tiere) schließlich doch ins Tierheim geben möchte, weil die Futterkosten über den Kopf wachsen oder sich die Tiere vermehren, sind Probleme vorprogrammiert. Sinnvoll sind gezielte Fütterungs- und Fangaktionen, die in aller Regel zwischen Ämtern und Tierheimen organisiert werden, um die Tiere zu kastrieren und tierärztlich untersuchen zu lassen und über den weiteren Verbleib zu entscheiden.

Drei Katzen und zwei Kater haben die Prozedur der Kastration bereits hinter sich. 14 Tiere müssen noch auf den OP-Tisch. Zumindest wenn es gelingen soll, die Aktion in den nächsten Tagen und Wochen durchzuziehen. Wenn nicht, droht die frei lebende Katzengemeinschaft auf dem Betriebsgelände weiter zu explodieren. Das Problem ist nur: Jede Kastration kostet 50 Euro. Macht insgesamt 700 Euro. Und das ist noch preiswert, bedenkt man die zu befürchtende Alternative kommendes Jahr: 50 Katzen & Kater.

Das will niemand. Doch während schon Stimmen laut wurden, man solle die Tiere doch einfach erschlagen oder ersäufen, wollen Ursula Teetz und Waltraud Wolter ihnen helfen. „Wir wissen, dass es viele Leute gibt, die wie wir ein Herz für die Tiere haben. Sie rufen wir auf, unsere Bemühungen, das Katzenelend auf dem Betriebsgelände zu beenden, zu unterstützen“, sagt Ursula Teetz. Während Waltraud Wolter bereits in den zurückliegenden Wochen Geld für die tierärztlichen Eingriffe gesammelt hat und sich auf diesem Weg bei allen Spendern bedankt, können Beträge jetzt auch auf das Konto des Plauer Tierschutzvereins eingezahlt werden. Unter IBAN: DE 4314 0513 6213 0100 5807 bei der Sparkasse Parchim-Lübz; Kennwort „Kastration“ .

Im August 2014 hatte übrigens der Plauer Tierschutzverein, der damals mit 36 Kätzchen bis unters Dach der Tierstation ausgelastet war, Besitzer von Freigängerkatzen in Plau und Umgebung aufgefordert, ihre Tiere freiwillig und auf eigene Kosten kastrieren zu lassen. In der jetzigen Situation kann man nur hoffen, dass viele dem Aufruf inzwischen folgten. Denn: Zu den Ursachen des Katzenelends zählen auch Hauskatzen, die mit frei lebenden Katzen immer neue Nachkommen zeugen. Während allerdings diese wie jene Samtpfoten Instinkten folgen, ist der Mensch verantwortlich für das, was er tut. Oder auch nicht tut.

 

 

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