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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

12. Dezember 2017 | 17:04 Uhr

Kein Zwerg : Karowern gehen Ideen nicht aus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die Naturparkverwaltung Nossentiner-Schwinzer Heide schiebt neue Projekte an. Für manche fehlt noch grünes Licht der Förderung.

von
erstellt am 25.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Karow Es gibt  weit größere Naturparks in Deutschland. Trotzdem  ist  der NP Nossentiner-Schwinzer Heide mit seinen ca. 35 500 Hektar  auch  nicht gerade ein Zwerg. Arbeit  gibt es  hier en masse, Arbeit, die kontinuierlich   notwendig ist, wie   sämtliche Maßnahmen  im Natur- und Landschaftsschutz,   im Management von Beweidung und  Landnutzung, bei der Kopfweidenpflege, Beschilderung… Seit  gut einer Woche steht  nun auch der Fahrplan   für sämtliche  Projekte,  auf die die Verwaltung,   Mitarbeiter  und Partner in diesem Jahr  den Fokus legen wollen. „Ja, wir wissen, wo es hingeht“, sagt  Jörg Gast,  Leiter der Naturparks, muss aber  einschränken. „Viele der Projekte  sind  abhängig  von Förderung. Noch nicht für  alle   haben  wir bereits grünes Licht.“

Etwa für das ehrgeizige Vorhaben „Karower Meiler“.  Im vergangenen Jahr   erst war das Ausstellungszentrum der Naturparkverwaltung 15 Jahre alt.   Was  zu merken ist –  vor allem  an der grünen Schicht, die den trutzigen Holzbau  längst  überzogen hat. Doch die ist gewollt. Nein, vielmehr wollen die Karower   das Konzept  der Ausstellung  überarbeiten, einige  zeitgemäße Umbauten  vornehmen  und sie wollen das Außengelände  einbinden. Dergestalt, dass  hier künftig das  Thema Wasser in Form eines Teiches dominiert  und Kindern/Schülern den spielerischen Zugang zu Natur und Naturschutz ermöglicht. Und dazu  die ohnehin notwendige Maßnahme in  den  Brandschutz    gleich mit abdecken würde.  „Unser Konzept  steht. Wir  warten  jetzt auf den Erlass des Förderprogramms  und dann  könnten wir loslegen“, so Gast, der auf eine 75-prozentige Förderung hofft. Möglich ist die. Immerhin  waren die Karower bei einer  externen  Stärke-Schwäche-Analyse  im Vorfeld sehr gut  weggekommen. Gibt’s  für  den Meiler  grünes Licht,  würde das Projekt  2016/17 realisiert werden.

Auch mit dem Gerhard-Cornelssen-Haus  in Wooster Teerofen haben die Karower   nächste  Pläne. Als Naturschutzstation, die von Studentengruppen genutzt wird, wo  die Fledermausexperten ebenso zusammenkommen wie  Kranichfreunde und  selbst internationale Jugendcamps  für stabile Auslastung sorgen, soll nun  eine Juniorranger-Gruppe  gegründet werden. „Wir wollen klein, mit fünf  bis acht Kindern bis  6., 7. Klasse anfangen“, erklärt Jörg Gast.  Intention  werde es nicht sein, die Gruppe  endlos  zu vergrößern. „In anderen nationalen Naturlandschaften gibt es   solche Gruppen bereits, immer  getragen vom Dachverband Europarc. Sein Ziel ist es nicht, den Schulunterricht in die Landschaft zu verlagern. Vielmehr  sollen  interessierte Kinder   Natur  vertieft kennen lernen“, so Gast.

Ein anderes Projekt begleitet die Karower  schon länger.  Gemeint  ist die  seit mehreren Jahren   laufende Beräumung des   Munitions- und Versorgungslagers  in Bossow. In diesem Jahr  kann die vielleicht abgeschlossen werden. Der Förderverein des Naturparks hatte das 25 Hektar  große Gelände   im Krakower Ortsteil  erworben, um es zu renaturieren.  Für den Abriss   eines großen Heizhauses und etlicher  Hallen, den Rückbau   zahlloser Kilometer Zaun  und  umfangreicher Baumrodungen waren   mehrere Förderchargen in sechsstelliger Höhe                      notwendig.

Involviert   sind die Karower in ein Projekt, das   Mecklenburg-Vorpommern  für Wanderer    noch um einiges interessanter machen soll. „Die Vorstellungen gehen  dahin, einen Wanderweg  zu entwickeln und auszuschildern, der  alle Naturparks und  nationalen  Naturlandschaften  verbindet. Alles in allem  rund 800 Kilometer  durch  insgesamt neun Gebiete. Und  nicht einfach in der Umsetzung. Jörg Gast:  „Gewollt  ist eine Streckenführung auf möglichst  unbefestigten Wegen. Doch  noch  stoßen  wir da mitunter  an unsere Grenzen.“

An einem Projekt  liegt  dem Naturparkleiter, der in diesem Jahr  in den  Ruhestand  treten wird, besonders: die Chronik  „Der Naturpark  und sein Förderverein“.  Beide  haben  25  Jahre auf dem Buckel.   Dr. Wolfgang Mewes,   renommierten Kranichforscher und  Gasts Vorgänger  in der Naturparkverwaltung,  arbeitet  bereits intensiv  daran. Eingang in seine Quellensammlung   wird  vieles  finden, etwa  die Entstehungsgeschichte   von Park und Förderverein,  ihre Ideen, Erfolge wie Misserfolge, verschiedene Projekte,  eine Galerie  der  FÖJler… „In einem Vierteljahrhundert kommt  da einiges zusammen. Aber  Ziel  ist, dass  die Broschüre zum  Jahresende  steht.“

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