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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 21:31 Uhr

Arbeitsmarkt : Kampf um Fachkräfte ist entbrannt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

1389 Männer und Frauen in der Lübzer Region ohne Job. Das Angebot der Branchen an Lehrstellen ist weiterhin hoch

von
erstellt am 07.Jan.2015 | 22:01 Uhr

„Mit den Zahlen zum Jahresende kann man relativ zufrieden sein, auch wenn sie saisonbedingt leicht angestiegen sind“, so Cornelia Behnisch, Leiterin der Parchimer Geschäftsstelle der Arbeitsagentur und zuständig nicht nur für Parchim, sondern auch für die Bereiche Lübz und Sternberg. Insgesamt waren in der Region zum Ende des vergangenen Jahres 1389 Personen ohne Job, das entspricht einer Quote von 11,2 Prozent (+0,5). Das sind konkret 646 Frauen und 743 Männer, von denen insgesamt 347 (-15) Personen 55 Jahre und älter sind. 84 (-2) Frauen und Männer sind jünger als 25 Jahre. Gerade diese jungen Arbeitskräfte sind gefragt und so sinken diese Zahlen kontinuierlich.

Von den 1389 Arbeitslosen beziehen 381 (+47) Frauen und Männer „normales“ Arbeitslosengeld, während 1002 (+19) Personen Unterstützung nach den Hartz IV-Regelsätzen erhalten.

Durch die günstige Witterung kann im Baugewerbe weiter gearbeitet werden. Allerdings, so die Prognosen der Arbeitsagentur, wollen viele Arbeitgeber im Falle von Frost und Schnee ihre Mitarbeiter dennoch behalten. „Sie nutzen vorhandene Überstunden, um keine Entlassungen vornehmen zu müssen. Bei dem Mangel an Fachkräften suchen sich die Arbeitnehmer schnell andere Firmen und würden dann ihrem bisherigen Betrieb fehlen“, sagt Cornelia Behnisch. Der Kampf um Arbeitnehmer, vor allem um Fachkräfte ist bereits voll entbrannt. Es werden Mitarbeiter für fast alle Ebenen in den Betrieben gesucht, so unter anderem auch Meister. Gute Chancen bieten sich den in den nächsten Wochen auszulernenden Kfz-Mechatronikern. „Die Chance einer Übernahme ist sehr hoch, denn es greift noch die demografische Entwicklung in unserer Region. Wir zählten bislang zu den Regionen mit den ältesten Arbeitnehmern“, so Behnisch. Diese gingen in Rente und machen so den Platz für die Jugend frei.

Der Jahreswechsel verlief, wie gewohnt, ruhig. Viele Arbeitgeber und auch deren Arbeitnehmer waren im verdientem Urlaub. Die Gastronomie hat ihr Personal über die Feiertage weiterbeschäftigt bzw. wieder eingestellt.

Aktuell gibt es weiterhin einen hohen Bedarf an Reinigungskräften (Minijobbasis). Die Zeitarbeitsfirmen suchen kontinuierlich Arbeitskräfte, wie Maler/in, CNC Fräser/in, Helfer/in Metallbau, Gabelstaplerfahrer/in, Helfer/in Lagerwirtschaft, Schweißer/in. Besondere Fachkräfte, wie Bauleiter/in, Obermonteur/in oder Arbeitnehmer für den Bereich Kältetechnik oder strategische Einkäufer/in für den Einkauf von Metallprodukten sind nachgefragt und diese Stellen sind schwer zu besetzen.

„In Parchim werden aktuell Arbeitskräfte in den Bereichen Kfz-Mechatroniker/in gesucht. Diese Situation ist günstig für Nachwuchskräfte, die jetzt gerade auslernen“, so Behnisch. Die Gastronomie bereitet sich auf Saison vor und auch hier werden erste Stellen jetzt schon gemeldet. Immer mehr erhalten Quereinsteiger mit dienstleistungsorientierter Arbeitsweise eine Chance hier Arbeit zu finden.

Mit Blick auf die Jahresstatistik seit 2008 kann man von einer positiven Entwicklung reden. Die Gesamtzahl sank von 2189 Arbeitslosen im Jahre 2008 auf nunmehr 1712 zum Jahresende 2014. „Wir hoffen, auch in dem noch jungen Jahr 2015 auf ähnliche Zahlen, vielleicht noch etwas niedriger. Das Angebot an Lehrstellen ist weiter sehr hoch und so bekommen alle Jugendlichen die Chance einer Ausbildung“, so Behnisch weiter. Dass es nicht immer der Wunschberuf sein kann, versteht sich von selbst, aber die Zeiten, keinen Ausbildungsplatz zu erhalten, sind so gut wie vorbei.
 

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