Kommunalpolitik : Kampf an Plauer Kita-Front geht in nächste Runde

Im sogenannten Entwicklungsgebiet „Quetziner Straße“  kann die Stadt   ein  geeignetes Grundstück   für den geplanten Kindergarten-Neubau zum Kauf anbieten.   Fotos: Simone Herbst
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Im sogenannten Entwicklungsgebiet „Quetziner Straße“ kann die Stadt ein geeignetes Grundstück für den geplanten Kindergarten-Neubau zum Kauf anbieten. Fotos: Simone Herbst

Stadt will Engpass an Kindergartenplätzen mit Neubau lösen.

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04. Dezember 2013, 00:00 Uhr

Der Kampf an der Plauer Kita-Front ist noch nicht gewonnen, geht inzwischen jedoch in eine nächste Runde. Das Problem: Weil die Kapazitäten in den bestehenden Kindereinrichtungen in der Stadt – also bei der Diakonie, der Volkssolidarität und den Tagesmuttis – mit der mittlerweile erreichten Geburtenrate im Luftkurort nicht mehr Schritt halten können, wurde es zunehmend schwerer, die Betreuung der Ein- bis Sechsjährigen zu sichern. Lange Wartelisten waren die Konsequenz. Der begegnete schließlich die Stadt mit ihrer Entscheidung, die Kinderbetreuung nicht weiterhin mit der heißen Nadel zu nähen und mit Provisorien abzudecken, als sie sich im Sommer zur Ausschreibung eines Kindergarten-Neubaus durchrang. Das war der erste Schritt für eine langfristige Lösung.

Seitdem tut sich hinter den Kulissen einiges: Das Bekundungsverfahren etwa, jene Phase, in der sich Interessenten mit der Stadt Plau am See in Verbindung setzen konnten, endete vor Wochen. Und es lässt hoffen. Denn tatsächlich waren eine Reihe sogenannter freier Träger, die man seit Jahren aus der Kita-Landschaft kennt, als auch reine Investoren auf die Verwaltung zugegangen. Allein das reicht noch nicht. „Inzwischen hatten wir zur Informationsveranstaltung eingeladen, bei der wir unsere Vorstellungen unterbreitet haben“, sagt Bürgermeister Norbert Reier. Die beinhalten unter anderem, dass der Neubau zwingend eine Kapazität von ca. 100 Plätzen haben muss. Nicht zwingend sei der Standort. Auch wenn sich die Stadt unmittelbar nach der Entscheidung im Sommer daran gemacht hatte, möglichst schnell ein geeignetes Grundstück zu finden, auf dem der Kindergarten-Neubau errichtet werden kann. „Wir können ein eigenes Grundstück im Entwicklungsgebiet Quetziner Straße bereitstellen, das käuflich erworben werden müsste“, erklärt Plaus Bürgermeister. Sollte der Investor jedoch ein eigenes Grundstück haben, sei das kein Problem. „Vorausgesetzt, der Standort ist für die Zwecke geeignet und ausreichend groß“, so Reier. „In einem Kindergarten wird heute pro Kind mit zehn Quadratmetern gerechnet. Das macht bei ca. 100 Kindern 1000 Quadratmeter. Dazu kommt die Freifläche.“

Standort und Grundstücksgröße sind zurzeit nicht vorrangigstes Thema. Vielmehr muss die Stadt ersteinmal auf den Rücklauf warten: Innerhalb des begonnenen Verfahrens, an dessen Ende möglichst im August 2015 ein moderner Kindergarten steht und heutigen und künftigen Plauer Eltern hinsichtlich Betreuung die Sicherheit gibt, die für eine Familienplanung unablässig ist, haben die Interessenten bis Jahresende Zeit, Konzepte zu erarbeiten und bei der Stadt einzureichen. Die, nimmt Reier vorweg, werde die drei besten auswählen, die zu Beginn des neuen Jahres vorgestellt werden.

Zwischen Interessensbekundung und tragfähigem Konzept stehen nochmal Welten. Dennoch hofft die Verwaltung, die nicht den reinen Investor favorisiert, sondern einen Interessenten, der auch das pädagogische Know-how mitbringt, darauf, dass sich viele einbringen werden und es zu einer optimalen Lösung für Plau kommt. Auch möchte die Verwaltung möglichst einen nahtlosen Übergang vom Betrieb in der Villa Kunterbunt (die ihren Betrieb als Kita wird einstellen müssen, da das Haus verkauft wird) hin zum Neubau. Weil damit nicht nur der rein technische Übergang verbunden ist, empfiehlt die Verwaltung die Übernahme der Erzieherinnen. Weil sie wichtige Bezugspersonen der Kinder seien, weil der Markt momentan nicht ausreichend qualifiziertes Personal hergebe und weil es im Interesse der Stadt und der Beteiligten ist, die Arbeitsplätze zu erhalten.

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