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23. Oktober 2017 | 13:48 Uhr

Gegen den Trend : Jungen Facharzt zieht es aufs Land

vom

Kollegen zieht es in städtische Krankenhäuser und Gemeinschaftspraxen. Er entscheidet sich bewusst für das platte Land: Dr. Rüdiger Bahre hat sich in Plau niedergelassen - als Internist und Hausarzt mit eigener Praxis.

svz.de von
erstellt am 10.Dez.2012 | 04:52 Uhr

Plau am See | Seine Kollegen zieht es in die Städte, in große Krankenhäuser und Gemeinschaftspraxen. Er entscheidet sich bewusst für das platte Land: Dr. Rüdiger Bahre hat sich in Plau am See niedergelassen - als Internist und Hausarzt mit eigener Praxis. Der junge Arzt kümmert sich ab sofort um Herz und Kreislauf seiner Patienten, ist bei Hausbesuchen in der Region unterwegs und versorgt derzeit vor allem Grippegeplagte. Den Umzug aus der Stadt auf’s Land, den Weg aus dem Krankenhaus in die eigenen Praxis - Rüdiger Bahre hat ihn bewusst gewählt. "Man muss es wollen", sagt er bestimmt. Die langfristige Beziehung, die er hier zu seinen Patienten aufbauen kann, das Vertrauensverhältnis, das sei es, dass ihn an der Arbeit in der Kleinstadtpraxis reize. "Das ist schon was anderes, als von morgens bis abends nur Darmspiegelungen im Krankenhaus zu machen", sagt Bahre.

Zuletzt war Rüdiger Bahre in einem Krankenhaus in Hanau tätig - hauptsächlich im Bereich Endoskopie. Die Eingewöhnungszeit in Plau hat ihm seine Vorgängerin Silvia Ludwig erleichtert. Von der Ärztin hat er die Praxis übernommen. Mit ihr hat er die ersten Wochen gemeinsam die Patienten betreut. Auf sich allein gestellt ist Rüdiger Bahre doch auch jetzt nicht: Seine beiden Mitarbeiterinnen sind seit mehr als 20 Jahren in der Praxis für die Patienten da. "Sie sind Urplauerinnen und ich habe sie übernommen", sagt Bahre. Auch mit seinen Patienten hatte er Glück. "Ich bin sehr offenherzig empfangen worden und habe keinerlei Vorbehalte gespürt", sagt der Arzt.

Bahre ist zwar gebürtiger Darmstädter, in einem kleinen Ort wie Plau fühlt er sich dennoch heimisch. "Ich komme aus einem Stadtteil mit Kleinstadtcharakter", sagt er. Seine Frau stammt sogar aus der Region. Sie kommt aus Lübz. Die Gegend ist dem 33-Jährigen Familienvater also nicht unbekannt. Auch gearbeitet hat Rüdiger Bahre in Mecklenburg schon: Seine Famulatur brachte ihn 2003 nach Lübz. Nun hat er sich mit Frau und Tochter Plau zur neuen Heimat erwählt. "Ich habe von Freunden gehört, das hier ein Nachfolger für die Praxis gesucht wird und entscheiden: Das ist das Richtige für mich", sagt der Internist.

Den Neustart in Plau am See, den Schritt in die Selbständigkeit - Rüdiger Bahre hat ihn bislang nicht bereut. Im Gegenteil: Mit seinen Patienten wird der 33- Jährige gerade erst warm. "Das Vertrauern geht langsam über. Ich will es nicht enttäuschen", sagt Bahre.

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