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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

14. Dezember 2017 | 09:18 Uhr

INternational : Junge Welt trifft sich zum Klotzen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Internationales Jugendcamp in Wooster Teerofen: Junge Leute arbeiten an der Naturschutzstation des Fördervereins Nossentiner/Schwinzer Heide

von
erstellt am 17.Sep.2014 | 22:00 Uhr

Wenn die Vereinigung junger Freiwilliger e.V. Workcamps veranstaltet, sind das internationale Begegnungen, in denen 8 bis 15 Jugendliche für zwei bis drei Wochen gemeinsam arbeiten und Freizeit verbringen. Um die 40 solcher Camps organisiert der Verein jedes Jahr. Weltweit. Manchmal werden Schildkröten gerettet in Mexiko, Wege erneuert in Italien, Kinder betreut in Großbritannien oder in Dänemark ein Wikingerdorf wiederaufgebaut.

In diesem Jahr trifft sich „die junge Welt“ auch in Wooster Teerofen. Zeltet dort, wo der Förderverein Nossentiner/Schwinzer Heide seit Herbst vergangenen Jahres eine alte Häuslerei (um 1870 erbaut und bis 1960 bewohnt) aus jahrzehntelangem Schlaf holt. Aufgabe der jungen Leute ist es, unter Anleitung bei der Dachisolierung zu helfen.

Montag letzter Woche waren Martina aus Tschechien, Ted aus Taiwan, Sue aus Korea, Mina aus Japan, Leonardo und Iacopo aus Italien angekommen. „Ich hab drei Monate Ferien, viel zu lange, um nichts zu tun“, sagt Ted und hatte sich deshalb um einen Camp-Platz im Internet beworben.“ Auch Leonardo hatte keine Lust auf Faulenzer-Ferien: „Da fahr ich viel lieber irgendwohin, lerne Leute kennen, kann mein Englisch verbessern und mich nützlich machen.“

In Wooster Teerofen hört man soviel Motivation gern. Seit 15 Jahren arbeiten der Förderverein Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide und das Forstamt Sandhof sehr eng mit dem Verein zusammen. Projekte werden vorbereitet, die der VjF dann im Internet ausschreibt. „Arbeit haben wir hier genug. Und die jungen Leute klotzten richtig ran. Das ist toll“, freut sich Ralf Koch, Geschäftsführer des Fördervereins über die Hilfe der schlagkräftigen Truppe. Nach der ersten Woche war einem Biobauern geholfen, Schafe und Lämmer von der Halbinsel im Krakower Obersee eingefangen, geimpft und wieder auf die Insel geschafft, der Müll entlang der Draisinenstrecke Karow – Wendisch Waren eingesammelt (was Ted & Co. das Geld zur Anmietung sparte). Und auch die große Orchideenwiese des Vereins war gemäht und beräumt. „Würde das nicht gemacht, hätten die Blüten kommendes Jahr kaum eine Chance, durch den Filz zum kommen“, sagt Koch.

Seit dieser Woche nun racken die sechs jungen Leute zusammen mit ihren ebenfalls jungen Campleitern Anja und Anne in der Häuslerei. Ganz viel ist hier noch im Original erhalten und bleibt es auch. Andreas Breuer – er betreibt einen ökologischen Baustoffhandel auf seinem Hof in Wangelin – und Bufdi Olaf Micheel, zeigen ihnen, wie die Dachdämmung mit Naturstoffen funktioniert. „Wir verwenden eine Mischung aus Hanf und Lehm für die Zwischendecke, Hanfplatten für die Dachschrägen und Zellulose für die Zwischenräume“, erklärt der Fachmann. Alles nachhaltig. Alles ökologisch. Iacopo steht am Mischer, Leonardo schleppt die Eimer hoch und die anderen stopfen oben, was das Zeug hält. „Wenn die so weiter machen, brauchen wir noch ne Idee“, lacht Koch und zieht den Hut vor so viel Motivation.

Bis Freitag muss und wird alles geschafft sein. Dann bleibt Mina, Iacopo und den anderen noch ein gemeinsames Wochenende. Wir fragten sie, als sie knöcheltief im Hanf standen, was ihnen am meisten gefallen hat, wollen wir wissen. Und Leonardo sagt spontan: „Die großartige Erfahrung, in der Gruppe zu leben und alles selbst zu machen.“ Martina gefällt das auch. Doch die Psychologiestudenten leibt das Camp noch aus einem anderen Grund: „Sonst arbeite ich immer mit dem Kopf. Hier kann ich mal richtig zupacken.“ Und Mina, die Landwirtschaft so nicht kennt, ökologische schon gar nicht, war vom Biobauern begeistert. „So was mach’ ich auch mal – wenn ich alt bin.“



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