zur Navigation springen
Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

11. Dezember 2017 | 03:11 Uhr

Mozart & Co. : Junge Talente spielen alte Meister

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Das waren die deutsch-russischen Jugendkonzerte 2014 mit sechs jungen Musikern aus St. Petersburg und Weimar. Das Publikum in den Kirchen von Parchim, Plau am See und Wamckow war begeistert.

von
erstellt am 14.Sep.2014 | 22:00 Uhr

Genuss pur, möchte man sagen. Und alle, die eines der ersten drei deutsch-russischen Jugendkonzerte 2014 in Parchim, Plau am See oder Wamckow miterlebt haben, werden dies sicher bestätigen. Für das vierte, das Abschlusskonzert morgen in Schloss Belvedere in Weimar, müssen die Fans weiter reisen. Und viele haben sich schon angesagt, aus Hamburg, Braunschweig, Berlin…

Was aber machte die Abende erneut so besonders? Drei Stunden Klassik von Mozart bis Saint Saëns, dazu erhellende manchmal auch erheiternde Kommentare von Moderatorin Dr. Larissa Popkova. Vor allem aber junge Musiker, deren der Spaß an ihrer Musik von der ersten bis zur letzten Note zu hören war, die sich freuten über den Applaus und strahlten über die stehenden Ovationen des Publikums, das ihnen zu Füßen lag. Anna Komarova (Flöte), die – kaum 18 – ihr Leben dank ihrer Professionalität finanziell allein bestreiten kann, Elizaveta Ukrainskaja (Klavier), Julia Pleninger (Klavier), die einmal Musik studieren und in einigen Jahren in die Lehrerrolle wechseln möchte, Konstantin Glaner (Horn), in dessen Familie Musik seit vielen Generationen Tradition hat, der stille Raphael Zinner (Cello) und Alisa Sadikova (Harfe), die Elfjährige, die schon in der Carnegie Hall gespielt hat – sie bestritten in ständig wechselnden Kammermusik-Zusammensetzungen die Konzerte.

Herausstreichen könnte man jeden einzelnen. Vor allem, weil – wie immer bei diesen Jugendkonzerten – nicht viel Zeit war, die jungen Musiker, die vorher nie miteinander gespielt haben, zusammenzuführen. „Drei Tage Proben. Das ist schon ziemlich eng“, sagte der Weimarer Kammermusiklehrer Michael Dorner. Noch enger wurde es, da Konstantin Glaner eine Woche vor den Konzerten für den ausgefallenen Anton Schultze einsprang. Er tat es gern, doch „die Bresgen-Serenade“, erzählt Konstantin nach dem Auftaktkonzert in Parchim, „habe ich vergeigt.“ Haben Sie es gemerkt? Wohl kaum. Das Niveau, auf dem die Talente des Rimsky-Korsakow Konservatoriums St. Petersburg und der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar mit seinem angeschlossenen Musikgymnasium Schloss Belvedere musizieren, braucht wohl ein geschulteres Ohr.

Das Projekt, das die zusammen und in die Region geführt hat, hat nicht nur eine sechsjährige Tradition. Neben seinen Initiatoren – dem Verein „Wir leben“ e.V. und der Hamburger Gartow Stiftung – wächst von Jahr zu Jahr die Zahl der Unternehmen, Einrichtungen und Personen, die es tragen.

Zu ihnen gehört seit zwei Jahren auch Axinja Zieher, die Betreiberin des Gästehauses an der Bobziner Schleuse, wo die Musiker dieser Tage wieder ihr Quartier bezogen hatten. Ihr wie auch all den anderen Unterstützern und Finanziers dankte Vereinsvorsitzender Marco Rexin am Freitag bei einem gemütlichen Vereinsabend an der Schleuse.

Die jungen Musiker, die in dieser Runde nicht fehlten, bedankten sich für die Unterstützung auf ihre Art: Mit einem Kammermusikstück für Keyboard (als Klavierersatz), Flöte & Cello.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen