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Projekt zur Berufsorientierung und Lebensplanung : Junge Schüler kommen auf Tour

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Florian Papenfuß weiß um seine Stärken. Genau diese herauszufinden und für sich zu entdecken ist das Anliegen des Projektes "Komm auf Tour - meine Stärken, meine Zukunft", das in Schwerin durchgeführt wurde.

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erstellt am 24.Dez.2011 | 04:02 Uhr

lübz | "Ich habe ganz viele helfende Hände bekommen!" Voller Stolz zeigt Florian Papenfuß die kleinen Aufkleber auf seinem Sweatshirt. "Für andere da zu sein und ihnen zu helfen, das mag ich durchaus", sagt der 14-jährige Schüler aus Lübz. Er weiß um seine Stärken. Genau diese herauszufinden und für sich zu entdecken ist das Anliegen des Projektes "Komm auf Tour - meine Stärken, meine Zukunft", das in Schwerin durchgeführt wurde. Bei "Komm auf Tour" handele es sich um ein Projekt zur Berufsorientierung und Lebensplanung für Mädchen und Jungen der 7. und 8. Klassen, erklärt Alexandra Otto vom Parchimer Übergangsmanagement Schule-Beruf (ParMa).

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Christina Möller und Ines Hoffmann unterstützt sie die Initiative der Arbeitsagentur Schwerin sowie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bei dem großen Event, zu dem 570 Schüler aus Westmecklenburg eingeladen waren. Die Parchimer Region sei dabei besonders stark vertreten, freuen sich die ParMa-Vertreterinnen. "Jugendliche aus Parchim, Lübz, Domsühl, Marnitz und Crivitz haben Gelegenheit, ihre Stärken auf dem 500 Quadratmeter großen Erlebnisparcours zu ergründen", so Alexandra Otto.

An jeder Station stärkenorientierte Aufkleber

Möglich war das u.a. in einem Labyrinth, auf einer Theaterbühne, im Zeittunnel oder in der "sturmfreien Bude". Dafür erhielten die Jugendlichen in jeder Station stärkenorientierte Aufkleber. Mit ihnen konnten die Schüler in so genannten "Stärkeschränken" ihre Fähigkeiten verschiedensten Berufsbildern und Tätigkeiten zuordnen.

"Diese Aktion ist ein wirklicher Beitrag, um mehr Qualität in die berufliche Orientierung zu bringen", sagt Dirk Heyden, Chef der Schweriner Arbeitsagentur. Er sieht den Auftakt in Schwerin als Chance, im kommenden Jahr landesweit mit diesem Projekt junge Menschen in ihrer Berufswahlkompetenz zu stärken und sie zu befähigen, ihre Lebensplanung in Angriff zu nehmen. Insbesondere die spielerische Komponente der einzelnen Stationen sei dazu angetan, sich auszuprobieren und auch ganz neue Stärken zu entdecken, so Heyden.

Alexandra Otto kann das nur bestätigen: "Es ist toll zu sehen, wie die Mädchen und Jungen mit Spaß die Aufgaben annehmen, sich in bestimmten Situationen wiederfinden und auch ganz neue Aspekte in der Gruppe anpacken. Sie gehen gestärkt an Themen heran, die für diese Altersgruppe zunehmend relevant sind." So hätten beispielsweise Schüler aus Domsühl eine angeregte Diskussion zum Thema Hartz IV auf die Bühne gebracht und sich über den Sinn und Wert von Arbeit ausgetauscht. Eine andere Schülergruppe wandte sich dem Thema Verhütung zu und stellte eine bühnenreife Szene da, in der Kondome gekauft werden sollten. So etwas vor der ganzen Klasse anzusprechen - das hätten sich die meisten bislang nicht getraut, gaben viele Schüler unumwunden zu.

Dass die Jugendlichen sich jetzt getraut haben, hat Gründe. "Die Veranstaltung ist toll und jugendgerecht organisiert. Es gibt kompetente, junge Moderatoren, die die Jugendlichen anzusprechen wissen", schätzt Alexandra Otto ein. Als sehr positiv hätten sie und viele Projektpartner empfunden, dass die Schülerinnen und Schüler auf ihre Aktivitäten ein positives Feedback bekommen haben und somit eine Menge Motivation.

"Wir konnten hier zeigen, was wir schon drauf haben"

Mit einem speziellen Lehrerservice und einem Elternabend spricht "Komm auf Tour" auch wichtige Begleiter der jungen Menschen an, ohne die es in der beruflichen wie persönlichen Orientierung nicht geht, weiß die ParMa-Mitarbeiterin aus der eigenen Projektarbeit im Übergang Schule-Beruf. "Wir konnten hier zeigen, was wir schon drauf haben.

Das fanden wir ganz super", waren sich am Ende auch Florian und seine Mitschülern einig. Der junge Lübzer heimste zu den helfenden Händen noch mehr Stärkepunkte ein: für Fantasie und Kreativität, für die Fähigkeit, mit anderen zu reden, für einen tierisch grünen Daumen und nicht zuletzt für einen guten Umgang mit Zahlen.

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