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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

15. Dezember 2017 | 07:31 Uhr

Musik : Jung, klassisch, hochkarätig

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Deutsch-russische Jugendkonzerte in Parchim, Plau und Wamckow / Landrat Rolf Christiansen übernimmt Schirmherrschaft

von
erstellt am 09.Sep.2014 | 22:00 Uhr

Noch in dieser Woche geht der Musiksommer in der Region in eine neue Runde: Auf dem Programm stehen die „Deutsch-Russischen Jugendkonzerte“. Zu erleben sein werden sie jeweils 19 Uhr am Donnerstag (11.9.) in der Parchimer Marienkirche, am Samstag (13.9.) in der Plauer St. Marienkirche und am Sonntag (14.9.) in der Kirche zu Wamckow. Das Abschlusskonzert findet am Dienstag (16.9.) im Schloss Belvedere in Weimar statt.

Der Verein „Wir leben“ e.V. Plau am See, die Gartow Stiftung und zahlreiche Partner und Sponsoren arbeiten bei diesem Projekt eng zusammen. Sie ermöglichen es jungen Schülern und Studenten des Rimsky-Korsakow-Konservatoriums St. Petersburg nach Deutschland zu kommen, um gemeinsam mit Schülern der Spezialschule für Musik Schloss Belvedere in Weimar, dem Hochbegabtenzentrum der Hochschule für Musik Franz Liszt, in hiesigen Kirchen Musik zu machen.

Wer solch ein Gastspiel schon erlebt hat, weiß um den Genuss, der ihn hier erwartet. „Die Konzerte werden professionell und hochkarätig sein“, verspricht Dr. Larissa Popkowa, die wir gestern am Rande der Proben sprachen. „Die Weimarer Schule arbeitet nach jenem Spezialmusikschulkonzept, das nach unserem Vorbild an drei Spezialschulen in der DDR eingeführt worden war. Es funktioniert nur, wo Kinder professionell Musik machen und das Abitur ablegen.“ Natürlich ist Larissa Popkowa auch Lokalpatriot, weiß um die Weltklasse ihrer Schüler. „Das Niveau der jungen Leute ist gleich. Andernfalls wären diese Konzerte überhaupt nicht möglich. Oder wie mag es wohl klingen, wenn zwei Schüler, zwischen denen musikalisch Welten liegen, vierhändig Klavier spielen?“ Damit spielt ist auf das Konzept der Konzerte an. Beide Spezialschulen haben die Instrumente ausgesucht und danach ihre jeweils besten Schüler ausgewählt. „Erst danach trafen wir die Auswahl der Stücke“, verrät Larissa Popkowa. Mozart, Strauss, Popper, Koetsier, Liszt, Borne, Weber - durch die Bank große Namen, alles arrangiert als Kammermusik und nur anspruchsvolle Stücke.

Selbst das ungeübte Ohr hört das. Schon bei der Probe, die Michael Dorner leitet. Ein ums andere Mal unterbricht der Pianist und Kammermusik-Lehrer aus Weimar. Weil die Harfe zu laut ist, das Cello auf der falschen Note verweilt, er noch mehr Staccato vom Klavier haben möchte. Wieder und wieder werden ganze Passagen wiederholt. Dann haben es die erst elfjährige Alisa Sodikova, Raphael Zinner und Elizaveta Ukrainskaya geschafft. „Super, so gefällt mir das“, pflastert Michael Dorner ein Lob auf die intensiven Mühen. Elizaveta , die sehr gut Deutsch spricht, übersetzt und atmet auf. Schon geht es weiter. Das Cello hat Pause, das Horn (Constantin Glaner) gesellt sich zu Harfe und Klavier.

Waren die vergangenen Jahre immer ein 4/4, gestalten diesmal wie schon erwähnt drei Petersburger und drei Weimarer Schüler die Konzerte. „Sowohl die einzelnen Kammermusiken in unterschiedlichen Besetzungen als auch die Soli werden daher länger sein. Das hat den Vorteil, dass die einzelnen Schüler mehr Auftrittszeit haben und sich besser konzentrieren können“, erklärt Dorner, rundum zufrieden mit seinen sechs Eleven.

Die Jugendkonzerte, die Larissa Popkowa oft als Brücke zwischen den beiden Ländern bezeichnet und an der sie seit 22 Jahren als Repräsentantin der Gartow Stiftung baut, sind den Kinderschuhen längst entwachsen. Die Fangemeinde, von der viele den Konzerten selbst bis Weimar hinterher reisen, zeigen es. Wie auch die wachsende Zahl der Sponsoren und Partner. Zu letzteren gehören u.a. die Kreismusikschule am Standort Parchim und die Schleuse Bobzin, die die deutsch-russische Delegation schon das zweite Jahr beherbergt. In diesem Jahr ist noch einer dazu gekommen, freut Vereinschef Marco Rexin. Landrat Rolf Christiansen erklärte sich bereit, die Schirmherrschaft zu übernehmen. „Weil dies Kultur ist und wir als Landkreis Kultur fördern. Und weil ich den Austausch unter jungen Menschen als wichtigen Faktor für ein Zusammenwachsen sehe, der möglicherweise negativen Entwicklungen entgegenwirkt.“ Platz für ein Konzert war in Christiansens Terminkalender nicht. Aber er schaffte es, bei der Probe reinzuhören.

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