Selbst ist der Mann : „Johnny“ schlägt seinen Tannenbaum

Klein, aber selbst abgesägt:  Diesen Tannenbaum gibt „Johnny“ nicht mehr her.
1 von 3
Klein, aber selbst abgesägt: Diesen Tannenbaum gibt „Johnny“ nicht mehr her.

Weihnachtsbaumverkauf bei den Forstämtern Karbow und Sandhof. Das Angebot, seinen Weihnachtsbaum selbst zu schlagen, steht bei vielen Weihnachtsjüngern hoch im Kurs.

von
15. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Mit der Säge in der Hand schleicht „Johnny“ um die Nordmanntannen herum. Er sucht den perfekten Baum, doch die Suche gestaltet sich schwieriger als gedacht. „Wir hätten doch früher losfahren müssen“, sagt er zu seinen Freunden. Doch dann findet er ihn, seinen perfekten Weihnachtsbaum. In einer hinteren Ecke auf der Tannenbaumplantage des Forstamtes Sandhof, mitten im Wald zwischen Gallin und Weisin. „Johnny“ alias Stefan befreit seinen Baum noch kurz von Laub und anderem Gestrüpp, dann geht er auf die Knie. Die Säge fest in der rechten Hand. Nur wenige Sekunden dauert es, dann ist die Nordmanntanne abgesägt. So wie „Johnny“ zieht es viele am Sonnabend vor dem 3. Advent in den Wald zwischen Gallin und Weisin. Denn das Forstamt Sandhof hat eingeladen, sich seinen Weihnachtsbaum selbst zu schlagen. Frischer geht’s nicht.

Auf 0,65 Hektar stehen Nordmanntannen, denn nur diese Tannenbaumart verkauft das Forstamt Sandhof. „Das ist der beliebteste. Der nadelt am wenigsten und sieht buschiger aus“, erklärt Wilhelm Jacobs, Förster im Revier Kuppentin des Forstamtes Sandhof. Doch nach Weihnachten riecht diese Baumart nicht. „Die Nordmanntanne hat kaum Harz. Nicht so wie die Küstentanne. Die hat richtige Harzproppen. Wenn die aufplatzen, riecht es richtig nach Tanne und Weihnachten“, erläutert und demonstriert der Revierförster.

Im gut 20 Kilometer entfernten Karbow werden ebenfalls Weihnachtsbäume verkauft. Schon früh morgens gegen 9 Uhr war eine Menge los beim Forstamt Karbow. „Die haben richtig an der Schlange gestanden“, erzählt Forstwirt Thomas Krüger. Verschiedene Tannen bietet das Forstamt hier an. Auch hier ist und bleibt die beliebteste die Nordmanntanne. „Davon haben wir hier auch am meisten stehen“, erklärt Claudia Kucharzyk, Diplom-Forstingenieurin und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit sowie Waldpädagogik beim Forstamt. 250 Bäume, davon zirka 150 aus dem eigenen Schlag, den Rest von der Plantage, haben hier noch am Morgen gestanden. Doch mittlerweile lichten sich auch hier in Karbow die Reihen. Immer mal wieder wird die Motorsäge angeworfen – auch das ist in Karbow möglich. Wer jetzt seinen Weihnachtsbaum gekauft hat, sollte einiges beachten, erklärt Claudia Kucharzyk: „Am besten erst einmal eingepackt draußen, also kühl, stehen lassen. Aber Katzenfern bitte. Wer will, kann ihn noch mal frisch anschneiden und im Ständer wässern. Nach dem Aufstellen das Netz abmachen, dann geht das Aufstellen leichter von der Hand.“ Tipps vom Profi gibt es hier in Karbow gratis.

Auch im Wald zwischen Gallin und Weisin lichten sich die Reihen. Immer mehr Nordmanntannen werden eingenetzt den Weg zurück zum Parkplatz geschleppt – huckepack versteht sich. Die Männer sind kräftig an diesem Sonnabend vor dem 3. Advent. Im kommenden Jahr aber werden die Tannenbäume an einem anderen Ort geschlagen – zwischen Weisin und Bobzin. „Dort werden wir dann 4500 Tannenbäume haben, auf zirka 0,75 Hektar“, erzählt Wilhelm Jacobs. Die restlichen Tannenbäume an diesem Wochenende werden demnächst geschlagen und am 20. Dezember in Bossow verkauft. „Dann wird hier an dieser Stelle alles platt gemacht und neue Bäume angepflanzt“, erklärt der Kuppentiner Revierförster.

Auch für die Karbower Kollegen endet der Weihnachtsbaumverkauf am dritten Adventswochenende noch nicht. In dieser Woche wird es noch immer Tannenbäume zum Kaufen geben – auf dem Hof des Forstamtes in Karbow in der Lindenstraße 1 warten Nordmanntannen, Fichten und Kiefern auf ihren Einsatz als Weihnachtsbaum – modern oder klassisch geschmückt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen