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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. November 2017 | 18:47 Uhr

Rettungswesen : Jetzt bestausgestattet zum Einsatz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Meinung von Lübz’ Wehrführer zur aktuellen Diskussion um Feuerwehrtechnische Zentrale: „Thema wird auf dem Rücken des Ehrenamtes ausgetragen“

von
erstellt am 09.Nov.2017 | 21:00 Uhr

290 PS unter der Haube, 13 Tonnen Gesamtgewicht und mit dem Modernsten ausgestattet, was es derzeit in diesem Bereich auf dem Markt gibt: „Die Kameraden sind begeistert.“ Enrico Fuhrmann, Chef der Lübzer Feuerwehr, beschreibt die Stimmung in ihr mit unmissverständlichen Worten. Zumindest gelten sie im Zusammenhang mit dem neuen, erst unlängst in Empfang genommenen Löschgruppenfahrzeug, das einen Wert von nicht ganz 340 000 Euro hat (wir berichteten). „Erste Ausbildungen an ihm sind gelaufen. Einweisungen gibt es durch diejenigen, die sie bei der Abholung direkt im Werk bekamen“, sagt Fuhrmann. „In jeder Hinsicht praktisch und sowohl in bezug auf Einsätze als auch die Sicherheit der Kameraden sehr gut ausgestattet – eine echte Errungenschaft!“

Seit der Wende ist es das dritte neue Fahrzeug für die Lübzer Feuerwehr. Über drei Jahre hatte Fuhrmanns Vorgänger Olaf Richter den genannten Lkw zunächst vom Fahrgestell bis zur Ausrüstung geplant und die Bestellung  bis zur Auslieferung betreut. Dass er ihn unabhängig vom Wechsel der Leitungsposten weiter unterstützt, freue Fuhrmann: „Ich wäre dumm, wenn ich es nicht annehmen würde.“ Merken könne man, dass zwischen den Fahrzeugen besonders bezüglich der Menge der in ihnen verbauten Elektronik ein „himmelweiter Unterschied“ bestehe, obwohl ihre Baujahre nah beieinander liegen – Selbsthilfe ausgeschlossen.

Nach der Übergabe des neuen Lastwagens gab es eine Versammlung im Gerätehaus, auf der darüber beraten wurde, was mit dem alten Löschgruppenfahrzeug – ein 1984 gebauter W50 – geschehen soll, wenn es offiziell außer Dienst gestellt ist. „Wir müssen ihn nicht verkaufen, dürfen ihn behalten. Auch darüber freuen wir uns sehr“, so der Wehrführer zum Ergebnis. Für die Unterstellung gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder das Gerätehaus umbauen oder einen anderen Standort suchen. Entschieden sei gegenwärtig weder dieser Aspekt noch die Frage, wozu man das Fahrzeug später genau nutzen möchte. Möglichkeiten sieht der Wehrführer zum Beispiel in der Begleitung von Umzügen, für den Personentransport und die Jugendwehr. Schon sicher ist hingegen, dass sich ein Kamerad dazu bereit erklärt habe, für die Pflege des W50 zu sorgen.

Noch ist er offiziell im Dienst. Nicht mehr der Fall ist dies erst, wenn der Nachfolger bei der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Dargelütz vorgestellt und abgenommen wurde – schätzungsweise in der nächsten Woche.

Zum aktuellen Streit um die Einrichtung sagt Fuhrmann: „Ich sehe es so, dass die Diskussion auf dem Rücken des Ehrenamtes ausgetragen wird. Alles soll leichter werden, aber niemand sagt, wie.“

Mit den beiden gegenwärtigen Standorten Hagenow und Dargelütz könnten die Lübzer wie auch viele andere gut leben. Bliebe beispielsweise jedoch nur Hagenow bestehen, müsste ein Kamerad aus Lübz für die Überprüfung eines Fahrzeugs inklusive Hin- und Rückfahrt einen ganzen Tag Freizeit opfern. Ein Neubau sei nicht grundsätzlich abzulehnen, müsse jedoch vom Standort her gut überlegt werden: „Da wäre zum Beispiel Neustadt-Glewe auch wegen der Lage an der Autobahn eine Alternative.“

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