Jürgen Goldberg aus Brüel stellt Bilder im Parchimer Stadthaus aus : "Jemand, der Mecklenburg mag"

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Ein Amtskollege von Parchims Rathauschef Bernd Rolly bringt ab 7. Februar Farbe ins Stadthaus: Jürgen Goldberg, Bürgermeister der Stadt Brüel, zeigt Pastelle, Ölkreide- und Kohlezeichnungen, seine Sicht auf Mecklenburg.

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25. Januar 2013, 06:07 Uhr

Parchim | Ein Amtskollege von Parchims Rathauschef Bernd Rolly bringt ab 7. Februar für einige Wochen Farbe ins Stadthaus: Jürgen Goldberg, ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Brüel, zeigt Pastelle, Ölkreide- und Kohlezeichnungen, seine Sicht auf Mecklenburg. "Er ist jemand, der Mecklenburg mag und die schönen Ecken sieht, dabei nicht romantisiert, sondern das Vergängliche, die Endlichkeit der Dinge hervorhebt", findet Werner Grimmer aus Parchim, der den Künstler bereits aus früheren Zeiten kennt, als beide noch im Schuldienst tätig waren. Das Mohnfeld, ein Farbenrausch soweit das Auge blickt, etwa zog Jürgen Goldberg vor zwei Jahren in seinen Bann - und dieser Zauber überträgt sich augenblicklich auf den Betrachter. Eine besonders emotionale Kraft besitzen seine Arbeiten, die regelmäßig im Spätherbst auf Rügen, ganz oben im Norden an der Steilküste um Arkona herum entstehen und an denen Jürgen Goldberg auch nach seiner Rückkehr zuhause kaum noch etwas ändert.

Seit Jahren zieht sich eine Künstlergruppe, zu der u. a. Manfried Scheithauer, Hertha Effenberger und Lisa Jürß gehören, für eine Woche dorthin, um den ganzen Tag draußen zu arbeiten, richtig hart zu schuften, egal wie scharf der Wind weht und den Sand treibt, der Regen peitscht, die Gischt am Strand sprüht oder ob bereits der Winter sein erstes Intermezzo liefert. "Man geht morgens los, wenn es hell wird. Man ist den ganzen Tag draußen, hockt auf dem Erdboden oder auf einem großen Stein und kommt abends total erschossen zurück. Das ist immer wieder so faszinierend, man verliert sich völlig aus dem Alltag und bekommt den Kopf frei", schöpft Jürgen Goldberg aus diesen Aufenthalten viel Energie, auch für sein Ehrenamt. In der Kommunalpolitik engagiert er sich seit der Wende in der Stadtvertretung und bis 2004 auch im Kreistag. Das Jahr 2004 markiert überhaupt einen interessanten Wendepunkt in seinem Leben: Jürgen Goldberg hatte offiziell das Rentenalter erreicht. Er gab seine Töpferei in Brüel auf. Seit 1966 hatte er sie zunächst als Hobby und seit 1984, nachdem er aus dem Schuldienst ausgeschieden war, als selbstständiger Keramiker betrieben. 2004 wurde er zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt und im gleichen Jahr begann er wieder mit dem Malen. Endlich Malen, denn dafür fand der ehemalige Lehrer für Kunst und Deutsch, der seit 1964 in Brüel lebt, während seiner beruflichen Selbstständigkeit kaum Zeit.

Zweimal waren bisher Arbeiten von Jürgen Goldberg in Parchim zu sehen: Keramik in einer gemeinsamen Ausstellung mit Webarbeiten von Corinna Cwielak in der Galerie ebe, Malerei in einer Arztpraxis in der Asklepios Klinik. Den Anstoß, im Parchimer Stadthaus auszustellen, gab schließlich Werner Grimmer, der im vergangenen Jahr auf Einladung von Jürgen Goldberg Malerei und Grafik im Brüeler Bürgerhaus präsentierte. Viermal im Jahr findet dort eine Ausstellung statt. Neue Kontakte knüpft Jürgen Goldberg auch gern bei Ausstellungsbesuchen in Mestlin, wo ein ambitionierter Verein das große Kulturhaus mit Leben erfüllt und bereits mehrere viel beachtete Expositionen auf die Beine stellte.

Im Parchimer Stadthaus werden sich die Bilder von Jürgen Goldberg in den nächsten Wochen sehr wohlfühlen. Eröffnet wird die Ausstellung am 7. Februar um 17 Uhr. Herzlich willkommen!

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