Slate : Jedes Jahr ein neues Häuschen

Erschaffen jedes Jahr ein neues Traumhaus: Andreas, Hanka und Mark-Antón Freiheit sowie Anabell.
Erschaffen jedes Jahr ein neues Traumhaus: Andreas, Hanka und Mark-Antón Freiheit sowie Anabell.

Traditionen in der Vorweihnacht: Bei Familie Freiheit in Slate bauen drei Generationen alle zwölf Monate eine Pfefferkuchenvilla.

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04. Dezember 2018, 10:45 Uhr

Das erste Lichtlein ist angezündet, so mancher Lebkuchen schon verzehrt. Es wird besinnlich in der Stadt und im Parchimer Land. SVZ fragte nach, wie sich die Menschen der Region auf diese besondere Zeit einstimmen.

Familie Freiheit musste sich am Sonntag ganz schön sputen, damit ihr Pfefferkuchenhäuschen für das Jahr 2018 pünktlich zum Adventskaffee fertig wird: Am Vortag waren Hanka Freiheit und Enkeltochter Anabell noch schwer beim Adventsbasteln in der Slater Pfarrscheune beschäftigt, wo Hanka Freiheit auch als Expertin in Sachen Adventskranzbinden gefragt war. „Ein selbst gebundener praller Kranz gehört für mich zur Adventszeit dazu“, unterstreicht die Slaterin.

Doch nach vielen gemeinsamen Arbeitseinsätzen am Backherd sind Hanka und Andreas Freiheit, Sohn Mark-Antón sowie Enkeltochter Anabell ein super eingespieltes Team. „Opa kann am besten Tiere“, verrät das siebenjährige Mädchen. Und so geben sich auf dem etwa 80 mal 65 Zentimeter großen Fleckchen Märchenwald zwei Eulen, drei Bambis, zwei Igel, ein Eichhörnchen, Fuchs und Rabe ein Stelldichein. Auf dem Dachfirst des Hexenhäuschens balanciert – ganz wie man es aus dem Märchenbuch kennt – eine verwegene Samtpfote. In der Weihnachtsbackstube von Familie Freiheit entsteht alle Jahre wieder mit viel Liebe zum Detail eine neue XXL-Pfefferkuchenvilla. Dabei ist es für die Bauherren Ehrensache, dass jedes noch so filigrane Teil einzeln modelliert, gebacken und anschließend aufwändig mit Zuckerwerk verziert wird. Zur Adventszeit 2016 kamen die Häuslebauer noch mit 178 vorgebackenen Elementen aus. 750 Einzelteile waren es dann im vergangenen Jahr. Hanka Freiheit konnte es damals kaum glauben, dass das Bauvorhaben inzwischen eine so beachtliche Dimension erreicht hat. Die ist schon wieder Schnee von gestern: In diesem Jahr toppte das Back-Quartett seinen Vorjahresrekord noch einmal um Längen: Der Traum vom Knusperhäuschen anno 2018 besteht aus 850 Einzelteilen. Allein 400 davon landeten fein säuberlich mit Zuckerguss aufgeklebt als Ziegel auf dem Dach. Großmama Hanka Freiheit staunte nicht schlecht, was für einen langen Geduldsfaden Enkeltochter Anabell beim Kleben und Verzieren an den Tag legt. Schablonen kommen in der Weihnachtsbäckerei von Familie Freiheit nicht zum Einsatz. Jedes Pfefferkuchenhäuschen ist vom Fundament bis zum rauchenden Schornstein alle Jahre wieder ein Unikat. Hanka Freiheit begründete die Familientradition Anfang der 1990er Jahre als Einstimmung auf die besinnliche Zeit des Jahres. „Wir genießen das sehr. Man sitzt zusammen an einem Tisch, hört den Klassiker von der Weihnachtsbäckerei. Es ist zu schön“, empfindet Hanka Freiheit diese Stunden im Familienkreis als sehr wertvoll. Auch beim Weihnachtsessen wird im Hause Freiheit nicht an Traditionen gerüttelt: Am ersten Feiertag kommt Ente oder Gans, nach Mecklenburger Art mit Backpflaumen zubereitet, auf die Festtafel. Zum Nachtisch gibt es selbst zubereitete Zitronencreme mit Schlagsahne.

Bis zum vierten Adventssonntag steht das Pfefferkuchen-Traumhaus nun als „Platzhalter“ in der Tannenbaumecke. Ein hoher, ausladender Christbaum wird es wieder sein – so viel steht fest. Wenn Hanka und Andreas Freiheit, Mark-Antón und Anabell am Heilig Abend um den Familientisch versammelt sind, fehlt eigentlich nur noch ein winziges Detail zur Perfektion: „Die Lichter am Tannenbaum gehen an und draußen fängt es leise an zu rieseln, das wärs“, träumt Hanka Freiheit heimlich von einer weißen Weihnacht. Und Enkeltocher Anabell? Sie wünscht sich wirklich sehr einen Pferdehof von Schleich.

Christiane Großmann

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